Meldungen vom 16.3.2005
Artikel-Chronik
Italien
Es soll keine Kehrtwende sein
Mit der Ankündigung, das italienische Truppenkontingent schrittweise aus dem Irak zurückzuziehen, möchte Ministerpräsident Berlusconi vor allem Wähler besänftigen. Sein Bild als treuer Bündnisgenosse will er hingegen nicht verlieren.
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Fußball
Köln strauchelt, Karlsruhe siegt
Dresdens Christian Fröhlich hat mit zwei Treffern dem 1. FC Köln die Rückkehr an die Tabellenspitze verbaut. Wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg sammelte auch der Karlsruher SC beim 1. FC Saarbrücken.
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Gesundheit
Pflegeversicherung mit Rekordminus
Auch in diesem Jahr wird in der Pflegeversicherung ein dreistelliges Millionendefizit erwartet. Im vergangenen Jahr betrug das Minus etwa 820 Millionen Euro. Die Opposition verlangt grundlegende Reformen.
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Hanau leistet sich Kultur
Neue Konzepte für die Hanauer Museen, zusätzliche Abonnementreihen im Theater- und Schauspielbetrieb, die weitere Professionalisierung der Märchenfestspiele, die Organisation eines "Mozartjahrs" oder ...
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Tsunami
Empörte Helfer bangen um Verbleib in Aceh
Während die Bundeswehr ihre Arbeit in der indonesischen Katastrophenprovinz Aceh regulär beendet, müssen auch Hilfsorganisationen ihre Arbeit möglicherweise aufgeben. Jakarta führe Millionen deutscher Spender an der Nase herum, sagt Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck.
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Internet
United Internet will Web.de übernehmen
Ralph Dommermuth ändert seine Prioritäten: Für 330 Millionen Euro kauft der Chef von United Internet das Kerngeschäft des Konkurrenten Web.de. Auf den Aufbau einer eigenen DSL-Infrastruktur wird er nun wohl verzichten.
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Markttechnik
Eingetrübte Lage an den Börsen
An der deutschen Börse hat sich die technische Lage mit den jüngsten Kursverlusten deutlich verschlechtert. Die Risiken überwögen nun die Chancen, so Experten. Die Analysten von S&P blicken kritisch auf den amerikanischen Markt.
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Eishockey
Bärenstarke Argumente für die Löwen
Nach ihrem desolaten Fehlstart und dem zwischenzeitlichen letzten Tabellenplatz hat sich der deutsche Eishockey-Meister wieder gefangen. Von der Tabellenspitze aus starten die Frankfurt Lions nun in die Play Offs und gleichzeitig die Mission Titelverteidigung.
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Tourismusbörse
Rollentausch mit Petra Roth
"Aber was ist denn ihre touristische Nachricht?", fragt der Reisejournalist ungeduldig, als die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz während der ...
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Wertberichtigung
Die Experten, die schon von einem Scheitern der Verhandlungen über die Zukunft der Frankfurter Sparkasse zu berichten wußten, müssen sich eines Besseren belehren lassen. Mit dem Frankfurter Kämmerer Hemzal ...
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Dippemess'
Schußfahrt durch den Korkenzieher
Vor der Losbude stapeln sich Pappkartons mit bunten Plüschtieren. Die ersten Riesenteddys hängen an Bändern befestigt von der Decke des Jahrmarktstands herunter. Auf einem Schild prangt in Großbuchstaben: "5 Lose - 1 Euro".
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Schleswig-Holstein
Das Danebrog-Modell
Bereits seit dem Krieg erfährt der Südschleswigsche Wählerverband in Schleswig-Holstein einen enormen Zuwachs, der weit über das Zahlenpotential der dänischen Minderheit hinausgeht. Auch für die Deutschen aus Nordfriesland ist der Wählerverband attraktiv.
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Biathlon-Weltcup
Doppelsieg in Chanty Mansijsk
Beim Weltcup-Finale der Biathleten in Chanty Mansijsk gelang den Deutschen ein Doppelsieg. Der Oberhofer Sven Fischer hat das Sprintrennen über 10 Kilometer gewonnen, Katrin Apel entschied den Sprint der Damen für sich.
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Vor dem „Job-Gipfel“
Hohe Erwartungen
Die SPD erhofft sich von Schröders Regierungserklärung eine Stimmungswende im nordrhein-westfälischen Wahlkampf. Das unter dem überhöhten Medienbegriff „Job-Gipfel“ im Bundeskanzleramt abgehaltene Treffen wird richtungsweisend sein.
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Gedenkstätten
Anordnung muß sein
Die Historiker Ulrich Herbert, Norbert Frei und Götz Aly haben einen Plan. Sie verlangen von der Bundesrepublik eine „Gesamtaussage“ zum Nationalsozialismus und möchten Berlins Gedenkstätten einem hauptamtlichen Direktor unterstellen.
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Finanzskandal
Phoenix-Kunden erhalten Entschädigung
Kunden der insolventen Finanzgesellschaft können Ansprüche der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen melden. Jeder Anleger erhält allerdings nur 90 Prozent seiner Forderung und maximal 20.000 Euro.
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Leitartikel
Stolzer Außenseiter
Wenn Nachbarn sich in der Luft verbünden, ist das mehr als eine geschäftliche Notiz. Die geplante Übernahme der Schweizer Fluggesellschaft Swiss durch die Lufthansa hat auch politische Facetten. Noch vor einigen Jahren hätte es der ...
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Leitglosse
Nichts vergessen
bko. Die EU will noch nicht mit Kroatien über den Beitritt verhandeln. Zagreb, so lautete das schon vorgezeichnete Urteil aus Brüssel, arbeite "nicht uneingeschränkt" mit dem Kriegsverbrechertribunal im Haag zusammen.
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Luftfahrt
Der Aufstand der Zwerge
Die Luftfahrt ist ein Geschäft für Masochisten. Ohne Lust am Leiden macht sie keinen Spaß. Diesen Eindruck mußte man gewinnen, wenn man auf dem "Aviation Day" der diesjährigen Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin dem obersten Luftfahrtlobbyisten zuhörte.
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Automobile
Massive Gewinnwarnung bei General Motors
Mit massiven Kursverlusten reagiert die Aktie von General Motors (GM) auf eine ebenso massive Gewinnwarnung. GM rechnet mit einem Verlust im ersten Quartal und einem Gewinn um bis zu 80 Prozent unter der bisherigen Prognose.
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Glosse Wirtschaft
Aufgeschoben
bes. In fünfzig Tagen wird gewählt. Kein Wunder, daß der britische Schatzkanzler Gordon Brown in seiner Haushaltsvorlage zumindest mit kleinen Wahlgeschenken aufwartet. Mehr geht nicht, will er nicht an Glaubwürdigkeit verlieren.
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Kommentar Sport
Fußkrank auf dem Sprung
Takeshi Honda, den Weltmeisterschaftsdritten von 2003, haben sie in Moskau im Rollstuhl vom Eis gefahren: Der Japaner war bei der Qualifikationskür umgeknickt und hatte sich, schon vorgeschädigt, eine Bänderdehnung am Fuß zugezogen.
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Kommentar
Gepflegte Chuzpe
Es bedarf schon einiger Chuzpe, das neuerliche Rekorddefizit der gesetzlichen Pflegeversicherung mit den Worten vorzustellen, es sei "niedriger als erwartet" ausgefallen. So gefiel es der zuständigen Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD).
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Glosse Feuilleton
Meister Köhler
Daß Deutschland eine Ecke abhat - im Sinne des gemeinsamen Punktes zweier benachbarter Seiten eines Vielecks, aber auch im Sinne der Ecksteine, die den ganzen Laden zusammenhalten -, daß Deutschland im Augenblick also tatsächlich ...
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Glosse Politik
Berlusconi...
t.s. Italiens Ministerpräsident, nach Tony Blair bisher der treueste Verbündete Amerikas im Irak, hat das baldige Ende der Operation "Antica Babilonia" angekündigt: Noch in diesem Jahr solle der Rückzug der italienischen Truppen aus dem Irak beginnen.
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Glosse Politik
...und die Koalition
K.F. Wenn der Abzug italienischer Truppen von September an tatsächlich "konditioniert" ist, wie jetzt nachinterpretiert wird, dann müssen die irakischen Streitkräfte mit größerem Aufwand und höherem Tempo auf Vordermann gebracht werden.
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Automobile
Gewinnwarnung bei GM belastet Autobranche
Eine massive Gewinnwarnung von General Motors bringt die Automobilwerte in die Defensive. Sie macht klar, daß die Aktien optisch zwar günstig aussehen mögen. Allerdings könnte der Optimismus der Analysten noch zu groß sein.
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Unternehmensbesteuerung
Bunter Strauß an Konzepten
Unternehmensbesteuerung? Die Wirtschaft zerstritten, die Sozialdemokraten gespalten, die Gewerkschaften ohne einheitliches Auftreten, die Union zumindest mit festen Vorstellungen: die Ausgangslage vor dem Job-Gipfel.
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Anleihemarkt
Die besten Zinstips im März
In den vergangenen Wochen kam es zu kräftigen Renditeanstiegen. Beginnt eine Baisse am Rentenmarkt? In welche Anleihen lohnt der Einstieg? FAZ.NET befragte die Rentenmarktexperten der Banken.
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Schleswig-Holstein
Simonis' Sorge vor „Überläufern“
Der Weg für die vom SSW tolerierte rot-grüne Minderheitsregierung in Schleswig-Holstein ist bereitet. Doch vor der Entscheidung im Landtag muß Ministerpräsidentin Simonis noch zittern, denn die „Dänen-Ampel“ hat nur eine Stimme Mehrheit.
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Bilanz
IT-Branche mit Cebit hochzufrieden
Die Cebit 2005 hat die Erwartungen der IT-Branche übertroffen. Die Rede ist von Geschäftsabschlüssen deutlich über dem Vorjahr, positiven Signalen für die Wirtschaft, gar von Aufbruchstimmung.
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Irak
Weißes Haus: „Die Italiener haben tapfer gedient“
Elf Tage nach dem Tod des italienischen Geheimdienstbeamten Nicola Calipari hat die Regierung in Rom angekündigt, ab September einen Teil ihrer Soldaten aus dem Irak abzuziehen. Die amerikanische Regierung reagierte zurückhaltend.
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Rohstoffe
Opec pumpt mehr Öl auf den Markt
Die Opec hat sich auf eine Erhöhung der offiziellen Fördergrenze um 500.000 Barrel auf 27,5 Millionen Barrel je Tag geeinigt. Der saudische Ölminister strebt „ein Niveau von 40 bis 50 Dollar pro Barrel“ an.
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Vor dem „Jobgipfel“
Schröder arbeitet an Sechs-Punkte-Plan
Der Kanzler will offenbar auf dem „Reformgipfel“ Merkel und Stoiber konkrete Vorschläge unterbeiten. So will Schröder angeblich niedrigere Beiträge zur Arbeitslosenversicherung durch das Streichen der Eigenheimzulage finanzieren. Auch die Körperschaftssteuer will er senken.
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Devisen
Zloty arbeitet am Bruch des Aufwertungstrends
Gehörte der polnische Zloty zu den stärksten Währungen der Welt, so scheint sich das zu ändern. Ähnliches gilt auch für andere Märkte. Die Frage ist, ob es sich um eine technische Korrektur handelt oder um einen Strukturbruch.
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Wellenreiter
Wir verfuttern unser Vermögen
„Menschen bei Maischberger“ debattiert über das Alter. Der nach seinem „Löffel“-Satz zurückgetrene Jungliberale Jan Dittrich sitzt fünf in Ehren ergrauten Menschen gegenüber. Setzt es verbale Ohrfeigen für den Rotzlöffel?
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Großbritannien
Neue Dokumente zu Dianas Tod
Knapp acht Jahre nach ihrem tragischen Unfall in Paris wurden am Dienstag in London neue Erkenntnisse über den Tod von Lady Diana veröffentlicht. Danach saß die Prinzessin im August 1997 schlicht im „falschen“ Wagen.
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Weltumsegelung
Peyron jagt Fossett
Schon wieder geht es bei Steve Fossett um einen Rekord. Doch diesmal hat er keinen Rekord aufgestellt, sondern einen verloren. Der Franzose Bruno Peyron und seine Crew haben Fossetts schnellste Weltumseglung deutlich unterboten.
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Cebit-Rundgang
Bunnys und Beutelratten
„Sex sells“ - frei nach diesem Motto lassen die Unternehmen auf der Cebit ihre Produkte von schönen Frauen präsentieren. Ein Hingucker auch für die Schnäppchenjäger, die nach Gratis-Geschenken Ausschau halten.
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Kein Ruhmesblatt
Mit der Aufarbeitung der Rolle der Unternehmen und Unternehmer im "Dritten Reich" hatte die neue Welle der Unternehmensgeschichtsschreibung einst begonnen. Inzwischen ist die anfangs nicht immer freiwillige Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Zeit längst in eine neue Qualität historischer Unternehmensforschung ...
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Körper, vereinigt euch!
Loben ist eine schöne Sache, behagt dem Lobenden, erfreut das Herz des Gelobten und verbreitet gute Laune beim Publikum - um so mehr, wenn das Objekt des Lobs das Lob auch verdient. Dennoch - oder vielleicht gerade wegen seiner affirmativen Eindeutigkeit - hat das Loben bei den zergliedernden Geisteswissenschaften, ...
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In der Welt von 1914
Auskunft über das "Wesen der Deutschen" wollte Margaret Thatcher im Frühjahr 1990 von einigen als Deutschlandexperten ausgewiesenen Historikern erhalten, die sie nach Chequers, dem Landsitz des britischen Premierministers, eingeladen hatte. Die "eiserne" Lady suchte nach einer halbwegs seriösen Begründung ...
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Der Hund als Mensch
Paul Maar ist ein Glücksfall unter den deutschsprachigen Kinderbuchautoren. Er packt die Kinder bei ihrer Lust an der Unvernunft, bringt sie zum Lachen und zum Bangen und gibt nicht Ruh, ehe er seine Erzählung an ein plausibles Ende gebracht hat. Trotz all der Phantasie-Kapriolen, die seine Geschichten ...
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Idealist auf Nachtschicht
Im neudeutschen Schulunterricht gehören Schillers Werke nicht mehr zur Pflichtlektüre, was nicht jeder bedauert, dem einst "Die Bürgschaft" Tugend und Anstand beibringen sollte. Daß man von Schiller allerlei lernen kann, zeigt sich für Johann Prossliner aber nach wie vor in den geflügelten Worten, die der Dichter den Deutschen "geschenkt" habe.
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Er folgt errötend ihren Schuhen
In der Essaysammlung, die Wilhelm Genazino im vergangenen Jahr unter dem Titel "Der gedehnte Blick" publizierte, findet sich eine Untersuchung über das Komische. Sie kommt als Glossierung der Klassiker daher, erörtert im Vorübergehen die Humortheorien von Jean Paul bis Helmuth Plessner. Ist Komik unter ...
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Drei Augen sind besser als zwei
Wer Stücke schreibt, tut gut daran, sich eine Art drittes Auge der poetischen Wahrheit zuzulegen: um nämlich eine Dimension der eigenen Texte erschauen zu können, die sich ins Räumliche erstreckt. Das hat mit den konkreten Inszenierungen nichts zu tun, wohl aber mit der Besonderheit des Genres. Denn die ...
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Spaniens Schuld und Sühne
Es gibt Berichte und Autobiographien, die den Leser mit ihrem Wirklichkeitsgehalt, einer überlebensgroßen Ahnung von existentieller Gefahr einschüchtern. Man sagt sich dann: Ja, deswegen liest man doch! Um zu erfahren, was es an haarsträubenden, unerhörten Geschehnissen gibt, ohne sie selber erleben zu müssen.
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In allem wohnt die Katastrophe
Vor ein paar Jahren noch taumelte "Kirillow" schwer erlösungsbedürftig durch Frank Castorfs Volksbühnen-Fassung der "Dämonen" von Dostojewski. Am Ende muß er sich in den Kopf schießen: ein Suizid aus Philosophie. Jener Andrej Kirillow aus dem fernen Chabarowsk, der Andreas Maiers drittem Roman den ...
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Das Indianerzelt der verschenkten Begriffe
Im gesprochenen Werk Michel Foucaults gibt es das, was man die verschenkten Begriffe nennen könnte: eine Intuition, ein paar spontane Erklärungen, ein Vergessen und späteres Wiederauftauchen in variierter Form, schließlich eine im Skizzenstadium stehengebliebene Theorie. Das bietet zumindest einer der beiden hier vorgelegten Rundfunkvorträge.
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After Eight beim Schuhmacher
Als magischer Wissenshüter ist der Experte längst von der Bildfläche verschwunden. Vom Fernsehen ernannte Grippe-Experten, Nahost-Experten oder Satanismus-Experten haben ihm jedes Geheimnis ausgetrieben. Ganz gegen diesen Trend legt die Journalistin Gabriele Goettle in einem wunderbaren Reportagenband den Erfahrungskern wieder frei, der im lateinischen Terminus des Experten steckt.
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Wird schon nichts passieren
Mitten in der Nacht in einem französischen Labor für Wellenmechanik kommt ein argloser Physikdoktorand einer exotischen Schönheit näher und muß genauso unverhofft, wie er sich seinen Träumen hingibt, sein Leben dafür hergeben. Etwa zur gleichen Zeit füllen an verschiedenen Orten der Welt diverse ...
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Nackt unter Wölfen
Nichts bereuen im Reuental: Neidhart, der unerhörte Lyriker des deutschen Mittelalters, setzte auf Angriff. Kaum eine literarische Erregung brannte sich der Nachwelt derart ein wie Neidharts aus Verachtung, Haß und Neid gespeister Feldzug gegen die "dörperhaften" Landbewohner: tumbe, protzende, gewalttätige Dörfler, in deren Mitte alle "Höfischkeit" gurgelnd versinkt.
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Die Sterne sind abgewetzt wie ein altes Sofa
Es ist nicht leicht, mit Lyrik erfolgreich zu sein, aber Silke Scheuermann ist es gelungen. Vor vier Jahren bekam sie den Leonce-und-Lena-Preis zugesprochen, kurz darauf feierte die Kritik ihr Debüt "Der Tag, an dem die Möwen zweistimmig sangen", und im vergangenen Frühjahr stellte sie eine weitere, vielbeachtete Sammlung mit Gedichten zusammen.
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Was aus Eipulver alles werden kann
Man denkt sofort: Salinger. Es steckt wirklich eine ganze Menge vom "Fänger im Roggen" in diesem Roman. "Denk doch nur", schreibt denn auch ganz richtig der namenlose Ich-Erzähler seinem ebenfalls namenlosen College-Freund, "an uns tausend und abertausend talentloser kleiner Wichser, die sich abrackern und bei Tennessee Williams abschreiben oder bei J.D.
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Warum Willy Brandt gerne Heino hörte
Das bekannteste Kunstwerk der Bundesrepublik ist vermutlich die Skulptur "Large Two Forms" des britischen Bildhauers Henry Moore. Kein anderes Objekt dürfte so tief in das kollektive Unterbewußtsein der Deutschen eingesenkt sein. Kein anderes jedenfalls war derart häufig im Fernsehen zu bewundern wie die üppig gerundete Plastik vor dem alten, dem Bonner Kanzleramt.
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Bestiarium eines Unbekannten
Im Dezember 1955 tauchten im Pariser Auktionshaus Hôtel Drouot die Aquarelle eines bisher völlig unbekannten Künstlers auf. Schon bei der ersten Auktion schossen die Preise in die Höhe. Bei der zweiten Auktion, die im Frühjahr des darauffolgenden Jahres stattfand, zog das Preisgewitter schließlich sogar ...
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Medien fressen Kinder
Der Gegensatz von Schein und Sein, von identitätsstiftender Rhetorik auf öffentlicher Bühne und verstecktem Handeln, von verkündeten Idealen und tatsächlicher Praxis, von Vision und Macht ist ein beliebter Zugang zur Interpretation der amerikanischen Geschichte und Gegenwart. Die Reaktionen auf die ...
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Vom Mann, der die Seele der silbernen Löffel kannte
Die Odenseer Munkemøllestraede, eine Adresse, die dem berühmtesten Märchendichter der Welt zeitlebens anhaftete, präsentiert sich heute eher als Filmkulisse: ein niedriges putziges Häuschen am anderen, und den gediegenen Altväterhausrat der musealen Andersen-Stübchen hat man ähnlich oft auch an anderen Orten arrangiert gesehen.
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Bestiarium eines Unbekannten
Im Dezember 1955 tauchten im Pariser Auktionshaus Hôtel Drouot die Aquarelle eines bisher völlig unbekannten Künstlers auf. Schon bei der ersten Auktion schossen die Preise in die Höhe. Bei der zweiten Auktion, die im Frühjahr des darauffolgenden Jahres stattfand, zog das Preisgewitter schließlich sogar ...
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Peterchens Mondfahrt
Noch nie ist es einem Privatmann ohne staatliche Zuschüsse in Milliardenhöhe gelungen, eine Mondrakete zu bauen. Doch jetzt kommt Peter Sloterdijk. Natürlich hat auch er in seinem neuen Buch "Im Weltinnenraum des Kapitals" weder Bauanleitung noch Treibstoffrezeptur zu bieten, doch er modifiziert ...
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Wenn die Frauen in der Kirche schweigen müssen
In vielen Teilen der Welt wurden zu verschiedenen Zeiten Knaben vor dem Stimmbruch kastriert, um ihre klangvollen Stimmen zu erhalten. In den ersten Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts erklangen in Rom, in der Umgebung des Papstes, noch immer die hellen Stimmen von Kastraten. Viele katholische Moraltheologen ...
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Die Einsamkeit des Feuerlöschers
Literarische Allegorien sind eine undankbare Sache. Entweder versteht man sie zu leicht - dann wird der Rest der Handlung rasch langweilig und berechenbar. Oder sie sind schwer verständlich; dann verliert man irgendwann die Geduld mit ihnen und läßt das Rätsel auf sich beruhen, ganz gleich, was es bedeutet.
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Wie lange soll die verordnete Stummheit noch dauern?
Ungeheuerliches ereignete sich Ende Juli 1908 in Konstantinopel: Im Buch von Rolf Hosfeld über den türkischen Genozid an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs wird der Leser mitten in die spannungsreiche Atmosphäre des sterbenden Osmanischen Reiches geführt. Er erlebt mit, wie mit einem Mal auf die Straßen der Hauptstadt dieses Reiches unverschleierte Frauen traten.
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Russisch Brot macht Wangen rot
Szenen vom Trauma der jüngeren deutschen Vergangenheit" verspricht der Klappentext. Was, fragt man sich, mag hier gemeint sein - Cloppenburg, Hartz IV, die Stasi-Akten? Doch selbst wer bei Michael Wildenhain zumindest auf die Studentenbewegung gehofft hatte, wird bei seinem neuen Roman enttäuscht: ...
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Der gebildete Schrecken von Rom
Der Abend, an dem Max Frisch den Essayisten und Rom-Korrespondenten Gustav René Hocke fast umgebracht hätte, begann mit einem mißlungenen Essen in Frischs Wohnung auf dem Parioli-Hügel in Rom. Ingeborg Bachmann kam eine Stunde zu spät, das Essen war verkocht, man betrank sich um so mehr, und als ...
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Wollust des Wurms
Noch einmal hat sich der alte Märchenerzähler einen Zettelkasten angelegt. Wieder sichtete er Schnipsel für Schnipsel und tunkte jede, auch noch die nebensächlichste Information in die Zaubertinte seiner sagenhaften Fabulierkunst. Und so entstand abermals einer jener großen kulturhistorischen Tatsachenromane, ...
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Biologische Vielfalt
Wie es um die Vielfalt der Tiere und Pflanzen sowie ihrer Lebensräume bestellt ist, läßt sich aus einer aktuellen Erhebung des Bundesamtes für Naturschutz ablesen. In dem Band "Daten zur Natur 2004" , dem bisher vierten dieser Art, werden zunächst die Naturräume in Deutschland vorgestellt, wobei ...
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Weltgeschichte als Lauftreff
Der norwegische Sonderling Mensen Ernst ist einer der merkwürdigsten Vor-Läufer der zeitgenössischen Ultramarathonmänner. Sein Wahlspruch war "Bewegung ist Leben, Stillstand der Tod", und er nahm sein Motto wörtlich. Sein ganzes Leben lang war der Schnelläufer rastlos unterwegs, und als er 1843 in Oberägypten ...
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Wessis in Dresden
Man hat den ersten beiden Büchern von Michael Schindhelm, dem designierten Generaldirektor der Berliner Opernstiftung, angekreidet, daß sie einen rein autobiographischen Inhalt unnötig literarisierten. Diesen Vorwurf kann man dem neuen Roman nicht machen. Hier haben Herkunft, Milieu und Tätigkeit ...
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Latein von oben
Ben Hur", einer der klassischen Monumentalfilme, die das gängige Bild vom Römischen Reich am meisten geprägt haben, erzählt auch die Geschichte einer zwischen imperialem Machtgefälle und kultureller Differenz aufbrechenden Todfeindschaft. Der jüdische Aristokrat und der römische Offizier, in der ...
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Der letzte der idealen Gatten
An einem sonnigen Sommertag des ausgehenden 20. Jahrhunderts besuchte Prinz Philip ein kleines College in Cambridge. Der Rasen war frisch geschnitten, die Mülltonnen beiseite geräumt und das Empfangskomitee in Stellung gebracht. Es bestand aus der obligatorischen ethnischen Mischung, wobei in der Auswahl der Studentinnen besonders auf die äußere Schönheit geachtet worden war.
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Medien fressen Kinder
Der Gegensatz von Schein und Sein, von identitätsstiftender Rhetorik auf öffentlicher Bühne und verstecktem Handeln, von verkündeten Idealen und tatsächlicher Praxis, von Vision und Macht ist ein beliebter Zugang zur Interpretation der amerikanischen Geschichte und Gegenwart. Die Reaktionen auf die ...
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Am allerwenigsten hat die Schweiz begriffen
Auch wenn das Hurra um das Einstein-Jahr nichts lieber vergessen machen möchte als dies, gilt weiterhin: Nicht alle, die Albert Einstein und sein Werk zur Kenntnis genommen haben und nehmen, sind darüber glücklich. Die sowohl historische wie aktuelle Front der Ablehnung reicht von den bösartigen ...
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Wenn Gedanken erröten
Heute lebt Lili in einem Reihenhäuschen am Rande der Stadt. Das helle Sommerlicht, das Sirren der Stechmücken und der Duft von Toastbrot und frischem Kaffee, der morgens durch die Gärten weht, wirkt auf die junge, traumatisierte Frau wie ein Narkotikum. Vier Jahre währte ihr Martyrium. Nun läßt sie ...
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Nicht immer war Gedudel
Vermißt hatte man den Rundfunk erst einmal nicht: Es gab das Grammophon, das Kino, eine Fülle von zum Teil mehrmals täglich erscheinenden Zeitungen, wozu noch das Radio? Doch kaum hatte der "Unterhaltungsrundfunk" am 29. Oktober 1923, um 8 Uhr, das erste Krächzen in den Äther der krisengeschüttelten Weimarer Republik geschickt, wollten alle mithören.
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Frösche-Selbsthilfe-Club Chris Wormell zeigt,
Dies ist eine ganz hinreißend wunderbar verquakte Geschichte. Außer den im Titel schon genannten Tieren, Fröschen und Hund, kommen darin noch ein Hecht und ein Fischreiher vor, am Rande auch noch ein Weltmeister im Speerwurf. Zusätzlich zum Stock, der eine sperrige Rolle spielt, trifft man auch noch auf einen roten Ball, in einer fliegenden Rolle.
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Wer wann darüber lacht
Eine Kritik der männlichen Herrschaft durch einen Mann, wo gibt es denn so etwas? Die Hauptthese des Buches, daß die männliche Herrschaft aufgrund ihrer Finte, sich als natürlich-biologische Gegebenheit zu tarnen und sich zugleich eisern in den herrschenden sozialen Strukturen zu verankern, unüberwindlich ...
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Auch ich fror in Arkadien
Als autopoietisches System ist die Literatur in den vergangenen Jahren immer wieder bezeichnet worden. Doch kaum ein hipper Intellektueller kam auf die Idee, das Reich der Fiktionen mit einem selbstversorgten Bauernhof zu vergleichen: Strom kommt aus einem Dieselgenerator im Anbauschuppen, Schafzucht sichert ...
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Entschuldigung, wo geht's hier zur Unterwelt?
Kafkas selbstgewisser Satz, daß Schriftsteller wie vorgehende Uhren seien, wäre eine sehr optimistische Beschreibung der jungen deutschen Literatur. In ihr, ob ost- oder westdeutscher Herkunft, hat man eher den Eindruck, als bemühe sie sich um exakteste Synchronisierung mit den medialen Abbildern ...
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Englands Glanz und Tanz
Dabeisein ist manchmal schon alles. Als Prinz William im Sommer 2003 seinen einundzwanzigsten Geburtstag feierte, war mindestens einer der handverlesenen Gäste nicht geladen. Der Komödiant Aaron Barschak betrat Windsor Castle über eine Mauer und küßte Will zur Feier des Tages auf beide Wangen, bevor er sich der verdutzten Gesellschaft zu erkennen gab.
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Die große Sehnsucht, Pimpf zu sein
Eine Erdbeere für Hitler"? Das ist erklärungsbedürftig: Im Jahr 1933 wollte ein Gärtner aus Malente-Gremsmühlen seine neue Erdbeer-Neuzüchtung "Hitler" nennen. Grund genug für einen so geschmacklos wirkenden Titel? Wahrscheinlich sollte er nur Aufmerksamkeit erregen und vom Untertitel "Deutschland ...
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Sturzverliebt und knallbetrunken
George liebt Netta, und Netta verachtet George. Das ist beiden klar, die junge Schauspielerin, die keine Rollen bekommt, hat es dem Mittdreißiger, der von einem kleinen Erbe lebt, oft genug gesagt. Wenn sie sich abends sehen, in irgendeinem Pub im Umkreis von Londons Earl's Court, starrt er sie dumpf ...
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Apollo war auch nur ein Golfspieler
Der kleine Bruder ist er schon lange nicht mehr. Etwa ein Vierteljahrhundert dauerte es nach seinem Tod im Jahre 1952, bis Alberto Savinio aus dem Schatten seines Bruders Giorgio de Chirico endgültig heraustrat. Schon früh hatte sich der Jüngere einen anderen Namen zugelegt, um nicht mit dem älteren ...
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Stunde Null: Ernst Haas sieht Wien in Trümmern
Mode hatte Ernst Haas fotografieren sollen, so erzählt es die Legende; aber statt der Mannequins, mit denen er verabredet war, um sie vor der Kulisse der zerstörten Wiener Innenstadt zu inszenieren, kamen andere Frauen. Wohl zu Tausenden strömten sie zum Bahnhof, wo der erste Zug mit österreichischen Heimkehrern aus der russischen Kriegsgefangenschaft erwartet wurde.
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Was schollern denn da für Kaskaden herab?
Um es gleich zu sagen: Man liest Arno Orzesseks Debüt "Schattauers Tochter" gespannt bis zur letzten Seite, und die trägt immerhin die Ziffer sechshundertachtundvierzig. Auch wenn sich die Stirn des öfteren in skeptische Runzeln legt bei der Lektüre. So nicht! denkt man und liest trotzdem weiter. Denn lau ist dieses Buch nie.
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Unter Freunden
Peter? Dieser Peter hat eine sehr verständnisvolle und weiche Art, und ebendas unterscheidet ihn von den anderen Petern. Nach dem Studium ging der weiche und verständnisvolle Peter - wir sagen das ohne Ironie - nach Indien, wo einst schon Hermann Hesse Erlösung erhoffte aus seiner seelischen Qual.
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Walter Kempowskis „Echolot“
Die Archive des Grauens
Auch für Walter Kempowski ist mit der Vollendung des „Echolot“ eine Geschichte zu Ende gegangen. Erst dieses Mammutunternehmen brachte ihm jene Anerkennung, die man ihm lange Jahre aus zweifelhaften ideologischen Unterströmungen heraus versagt hatte. Von Hannes Hintermeier.
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Ich weiß nicht, wer ich bin
Eines Abends liegt es plötzlich auf der Bettdecke, ein trauriges Kerlchen, das von gar nichts weiß. Jedenfalls sagt es das dauernd mit leiser Stimme, egal, welche Frage man ihm stellt: "Weißnich". Wir Leser immerhin wissen, woher es kam, wir sahen zu, wie es aus seiner Geschichte fiel, weil es über die Linie kletterte.
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Der Mond ist ein Punkt in den Karpaten
Über die Huzulen könnte man uns viel erzählen. Zum Beispiel, daß in ihren Dörfern die Zahl der Geisterbeschwörer und Hagelbanner groß und die Angst der Bewohner vor Hexen und Dämonen noch größer ist. Man könnte uns berichten, daß den Huzulen das Weihnachtsfest besonders heilig ist und sie dennoch am ersten Weihnachtstag nicht in die Kirche gehen.
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Seelendeutung im Takt des Krakelns
Wer sich die Frage stellt, wie die unbestreitbare Höhe und Qualität der graphologischen und im weiteren Sinne physiognomischen Spekulationen zu erklären ist, die bis vor etwa vierzig Jahren weithin sichtbar waren, der wird zunächst an den großen Schub anthropologischer Erkenntnisse und Systeme der zwanziger Jahre denken, an die Entwürfe Helmuth Plessners und Max Schelers.
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Ausweitung der hysterogenen Zone
Da ist Marie Curie, die berühmte Forscherin; sie lebt im Paris des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts zusammen mit Blanche Wittman, ihrer Assistentin, die einst die "Königin der Hysterikerinnen" in der Pariser Irrenanstalt Salpêtrière war. Blanche hilft Marie, das Radium aus der Pechblende zu ...
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Fluch über Noahs Sohn
Dies ist die Geschichte eines Sohnes. An ihrem Ende ist der Sohn so alt wie der Vater, als er seine erste Bank ausraubte, und so alt wie die Mutter, als sie sich erschoß. "Bullshit Nights" scheint da kein übertriebener Titel zu sein, und der Untertitel, "Die Geschichte mit meinem Vater", nennt das ...
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Wir möchten lieber nicht
Die "Bologna-Erklärung" zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Bildungsraums ist in Deutschland mit dem Tenor kritisiert worden, die in einer humanistischen Tradition überlieferten Bildungs- und Erziehungskonzepte würden ökonomisch funktionalisiert und damit beseitigt. Die niederländischen Bildungsforscher ...
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Erkaufte Volksgemeinschaft
Sechzig Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht treibt die deutsche Gesellschaft immer noch die Frage um, warum das Ende des Krieges und des NS-Regimes so lange hatte auf sich warten lassen und warum es ohne innerdeutsche Eruptionen einzig dem militärischen Erfolg der Feindmächte zuzuschreiben - oder zu verdanken? - war.
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Warum wir nicht mehr in der Geige unserer Tante wohnen
Seit Italo Calvinos kleiner Cosimo auf die Bäume stieg und sich dort oben dauerhaft einrichtete, kennt man die Baumkrone als literarischen Lebensort. Auch die Kinder- und Jugendliteratur kennt allerlei phantastische Wohnorte, die jedoch meist mit Sonderlingen besetzt sind. Der Schweizer Autor Peter ...
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Ein Unterteufel mit Stil
Wenn man sich Urbino von Nordosten her nähert, wie es die Tagesbesucher tun, die von den Badeorten der Küste heraufkommen, sieht man zunächst ein Bergstädtchen wie andere auch. Erst wenn man um den Stadthügel herumgefahren ist zum Mercatale, dem Marktplatz, der heute ein Parkplatz ist, erscheint wie ein Wolkengebilde aus Stein über dem Talgrund der Herzogspalast.
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Mehr Geschichte wagen
Die Frage: "Wieviel Kriminalität braucht die Gesellschaft?" beantwortet der Verfasser, ein norwegischer Kriminologe, natürlich nicht, weil sie nicht zu beantworten ist. Niels Christie bestreitet nicht, daß ein Staat auf Morde, Diebstähle oder Betrügereien reagieren sollte. "Ich bin gleichwohl daran interessiert, ...
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Kurt Flasch: „Eva und Adam“
Macht beim Sündenfall
Die Sache mit der Frauenherkunft wird auch in diesem Buch nicht abschließend geklärt. Ex costa viri - aus des Mannes Rippe sei die Eva hervorgegangen, das, betonte die Kirchengeschichte mehr als tausend Jahre lang, sei buchstäblich zu nehmen. Also hatte Adam dreizehn Stück davon, bevor ihm die eine ...
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Verhaltenslehre des nackten Lebens
Der Arbeiter kehrt zurück - paradoxerweise gerade in den Zeiten einer immer bedrängenderen Arbeitslosigkeit: als die Gestalt, in der sich die stählernen Formen zeigen, sei es in den härter werdenden Verdrängungskämpfen am Arbeitsplatz oder in den kalten Fluren der Arbeitsagentur. Schaut das harte, ...
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Tante Emma kennt sich aus
Früher oder später läuft das Wesentliche im Leben auf Sex hinaus. Für die meisten Menschen ist das kein Grund zur Klage. Doch im alten Europa bringt der Umstand, daß Kder immer früher erwachsen werden oder sich für erwachsen halten, immer wieder die gleichen Diskussionen in Gang. Über die Jahrzehnte, ...
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Kino
Das Narrenschiff
Seepferdchen im Champagnerglas und David-Bowie-Songs auf portugiesisch: Wes Anderson erlaubt sich in seiner Filmkomödie „Die Tiefseetaucher“ einen Jux mit Jacques Cousteau.
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Gastkommentar
Anleger mißtrauen den Chipwerten
Trotz der soliden Zahlen von Intel und anderen Chipherstellern steuert die Branche möglicherweise auf einen zyklischen Abschwung zu. Die Wall Street reagiert entsprechend zurückhaltend beim Kauf der Aktien.
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Automobile
BMW mit verhaltener Prognose
Der Münchner Autobauer BMW ist wegen des schwachen Dollars und hoher Rohstoffpreise skeptisch, seinen Rekordgewinn von 2004 im laufenden Jahr noch einmal übertreffen zu können.
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Familienpolitik
Die Spitzenmütter
Nichts paßt zusammen: Die Gesellschaft tut in ihrem Alltag so, als gäbe es keine arbeitenden akademischen Schwangeren und Mütter. Gleichzeitig verlangt sie von Akademikerinnen Kinder, Kinder, Kinder.
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Arbeitsmarkt
Alt und raus
Alter beginnt auf dem Arbeitsmarkt früher als in der persönlichen Wahrnehmung. Unter den über 55jährigen arbeiten in Deutschland gerade einmal 40 Prozent - Ergebnis einer über Jahre hinweg verfehlten Politik.
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Hüttenromantik
Ofen für alles
Steile Hänge, Tiefschnee und Einsamkeit: Hüttenurlaub macht süchtig; die meisten Touristen sind Stammgäste. Sie verlieben sich in eine Hütte und wollen jedes Jahr wieder hin. Einsteigern helfen bei der Suche erfahrene Agenturen.
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Sternmasse
"Schwerer" als hundert Sonnen
Den Astronomen ist seit langem klar, daß Sterne, die auf normalem Wege durch eine Verdichtung der Materie im interstellaren Gas entstehen, keine beliebig große Masse erreichen können. Wo die Obergrenze lieg hat jetzt ein amerikanischer Forscher ermittelt.
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Apple
Für einen Dollar Jobs
Nicht mal eine Handvoll Dollar zahlt das Computerunternehmen Apple seinem Mitbegründer Steve Jobs. Der wird´s verschmerzen. Sein Vermögen bemißt sich in Milliarden.
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Standort
Trendwende in Deutschland
Die Bertelsmann-Stiftung spricht sich für ein Konjunkturprogramm aus. Der berühmte Silberstreif sei sichtbar, doch eine spürbare Besserung des Wachstums lasse noch auf sich warten.
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Ausstellung
Die schöne Verführung des Parfüms
Alles, was Duft ist: Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt mit „Parfum. Ästhetik und Verführung“ eine hübsch sinnliche Schau über die raffinierte Verpackung des Geruchs durch Werbung und Design.
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Studium
Alle wollen an die Botschaft
Ein juristisches Auslandsreferendariat poliert den Lebenslauf auf. Ob Erbschaftsfragen in Südafrika oder Gerichtsverhandlungen in Sri Lanka. Die Botschaftsstellen im Ausland sind sehr gefragt.
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