Meldungen vom 5.1.2002
Artikel-Chronik
Rezension: Sachbuch
Schau auf deine Hände
Vierhundertsechzehn Seiten benötigt Anton Leist, um die Moral beziehungsweise einen Begriff des Guten rational zu begründen. Erich Kästner begnügte sich dafür einst mit einem Satz: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es." Brauchte es, nach Kästner, noch Leist? Ist ein solches Projekt sinnvoll und erforderlich? Ja.
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Rezension: Belletristik
Leg dich zu mir, Rotkäppchen
Mit Rotkäppchens Gesicht fängt seine Geschichte an: Die junge Bilderbuchkünstlerin Susanne Janssen setzt es so ins Bild, daß es fast die ganze Seite ausfüllt. Wie in der Karikatur sind Rumpf, Arme und Beine kleine, peinlich wirkende Anhängsel des Gesichts, das uns anschaut aus einer großen Tiefe und zugleich so nahe gerückt ist, daß wir jede seiner Verschattungen erkennen können.
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Rezension: Sachbuch
Aufladung bis zur Lynchstimmung
Hans Mathias Kepplinger: Die Kunst der Skandalierung und die Illusion der Wahrheit. Olzog Verlag, München 2001, 176 Seiten, 36,- Mark.Skandale, Skandale - und kein Ende. Dem Wortsinn nach bedeutet Skandal: anstößiges Ereignis, aber auch Lärm darüber. Der Mainzer Publizistikwissenschaftler Hans Mathias ...
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Rezension: Sachbuch
Der Saurier von nebenan
Kreationisten in den Vereinigten Staaten benutzen die Schöpfungsmythen der Bibel dazu, die Evolutionstheorie zu bekämpfen. Volker Arzt geht umgekehrt vor. Er greift alte religiöse Begriffe für eine unterhaltsame Zeitreise in die Frühgeschichte der Evolution auf. In zweiter, reflektierter Naivität erzählt ...
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Rezension: Sachbuch
So schnell bauen die Preußen nicht
Die Ernte war gerade eingefahren, als am 26. August 1787 in einigen vor der märkischen Stadt Neuruppin gelegenen Scheunen Feuer ausbrach. Das glimmende Stroh wurde vom Wind über die Stadtmauer hinweg getrieben. An mehreren Stellen gleichzeitig begann es zu brennen. Das Feuer wurde zu gewaltig, als daß es noch hätte gelöscht werden können.
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Rezension: Belletristik
Er war ein Wilder und wollte seine Artgenossen studieren
Es ist der Tonfall, nicht so sehr der Handlungsablauf der Romane von Saul Bellow, der sich mir eingeprägt hat. Seine Helden tun nicht besonders viel. Sie reden endlos, meist mit sich selbst. In langen, unterhaltsamen und komischen Monologen führen sie dem Leser in einer Mischung von Straßensprache und zusammengelesener Philosophie ihre Probleme vor.
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Rezension: Sachbuch
Tun oder lassen?
"Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit", beginnt Artikel 2 Absatz 1 des Grundgesetzes. Die einen sagen, die Formel gewähre jedem das subjektive Recht, im Rahmen des objektiven Rechtes zu tun oder zu lassen, was er wolle (allgemeine Handlungsfreiheit), die anderen, sie garantiere ...
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Rezension: Belletristik
Im Zauberspiegel
Wie es sich gehört, trägt der zweihundertste Band der "Anderen Bibliothek" den Namen Enzensberger. Zusammen mit seiner in Norwegen lebenden und diesmal federführenden Tochter Tanaquil Enzensberger präsentiert der Bibliotheksleiter persönlich die deutsche Bearbeitung eines norwegischen Buches, das nichts Geringeres ...
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