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Zum Tod von Robert Edwards : Vater der künstlichen Befruchtung

Robert Edwards, hier auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2008. Bild: dpa

Für seine Entwicklung der In-vitro-Befruchtung erhielt er 2010 den Nobelpreis für Medizin: Nun ist Robert Edwards im Alter von 87 Jahren verstorben.

          Am 25.Juli 1978 brach ein neues Kapitel in der Medizingeschichte an. An diesem Tag kam in Oldham bei Manchester ein Baby - Louise Brown - auf die Welt, das nicht auf natürliche Weise, sondern im Reagenzglas durch künstliche Befruchtung gezeugt worden war. Ihr Leben hat sie im Grunde der Arbeit von zwei Männern zu „verdanken“: dem Gynäkologen Patrick Steptoe und dem Genetiker Sir Robert Geoffrey Edwards.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Schwieriger Start in der Retorte

          Edwards, der am 27. September 1925 in Batley geboren wurde,  begann seine Forschungen in den fünfziger Jahren. Es gelang ihm, alle wichtigen Prozesse der menschlichen Befruchtung zu entschlüsseln. Er konnte zeigen, wie Hormone die Reifung einer menschlichen Eizelle beeinflussen, wann Eizellen für die Befruchtung empfänglich sind und wie man Spermien aktivieren muss, damit der Prozess zustande kommt. 1969 gelang ihm die erste künstliche Befruchtung, allerdings teilte sich die befruchtete Eizelle nur ein einziges Mal.

          Dank eines besseren Verständnisses des Reifungsprozesses von Eizellen und Anregungen des 1988 verstorbenen Steptoe ließ sich der optimale Zeitpunkt für die Entnahme von Eizellen ermitteln. Als die beiden Forscher diese Eizellen in der Kulturschale befruchteten, teilten sich die Embryos bis zum Acht-Zell-Stadium. Die Arbeit drohte zu scheitern, da die Forschungsgelder gestrichen wurden. Es war die Konsequenz aus einer aufkommenden breiten ethischen Debatte, die Edwards selbst angestoßen hatte.

          Rettung durch private Mittel

          Edwards und Steptoe setzten ihre  Arbeiten durch eine private Schenkung fort. Sie gründeten  die erste Befruchtungsklinik der Welt, die Bourn Hall Clinic in Cambridgeshire. Steptoe arbeitete dort bis zu seinem Tod als medizinischer Direktor, Edwards bis zu seiner Pensionierung als Leiter der Forschungsabteilung.

          Es sollten aber noch neun weitere Jahre bis zur Geburt von Louise Brown vergehen. Edwards, der im Jahr 2010 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, ist am Mittwochmorgen nach schwerer Krankheit im Alter von 87 Jahren gestorben.

          „Nur wenige Biologen haben die Welt so positiv beeinflusst und einen solchen praktischen Einfluss auf die Menschheit gehabt“, sagte Peter Braude vom King's College London der Nachrichtenagentur dpa. „Er verlässt die Welt als
          bessern Ort.“ Edwards, der selber fünf Töchter hatte, betonte stets das Menschliche an seiner Arbeit. Er soll den Wahlspruch gehabt haben: „Es gibt nichts wichtigeres im Leben als ein eigenes Kind.“

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