http://www.faz.net/-gpc-8kv88

Die von Ihnen angeforderte Seite kann leider nicht ausgeliefert werden. Das tut uns leid. Interessiert Sie eine andere Geschichte von der aktuellen FAZ.NET-Homepage?

Unbekannter Aufenthaltsort : Fast 9000 Flüchtlingskinder sind verschwunden

  • Aktualisiert am

Bei den deutschen Behörden sind 9.000 Flüchtlingskinder als vermisst gemeldet. Bild: dpa

Die Zahl der vermisst gemeldeten minderjährigen Flüchtlinge hat sich seit Jahresbeginn verdoppelt. Über ihren Verbleib können deutsche Behörden nur Vermutungen anstellen.

          Die Zahl der in Deutschland verschwundenen Flüchtlingskinder hat sich seit Jahresbeginn fast verdoppelt. Am 1. Juli waren 8.991 unbegleitete Flüchtlingskinder und Jugendliche als vermisst gemeldet, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) auf Anfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ mit. Das sind schon mehr als im Gesamtjahr 2015 und fast doppelt so viele wie noch zu Jahresbeginn, als 4.749 geflüchtete Minderjährige als vermisst galten.

          Der größte Teil der Verschwundenen waren Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren (8.046 Personen). Nur 867 waren Kinder unter 13 Jahren, hinzu kamen 78 Personen über 18 Jahren. Mit Blick auf den Anstieg der Zahlen verwies das Amt auf den massiven Flüchtlingszustrom seit Mitte vergangenen Jahres, in dem auch sehr viele unbegleitete Kinder und Jugendliche nach Deutschland gereist seien. Die meisten Fälle seien harmlos und hätten keinen kriminellen Hintergrund.

          „Konkrete Erkenntnisse, dass ein Teil der zu Jahresbeginn vermissten minderjährigen Flüchtlinge Kriminellen in die Hände gefallen sein könnte, liegen im Bundeskriminalamt nicht vor“, so die Behörde. Eine BKA-Sprecherin sagte: „Vielfach entfernen sich die Kinder nicht planlos, sondern wollen ihre Eltern, Verwandten oder Bekannten in anderen deutschen Städten oder gar im europäischen Ausland aufsuchen.“

          Die Statistik verzerre dabei die Zahlen nach oben. Wenn Kinder bei der Familie ankämen, erhielten die deutschen Behörden oft keine Rückmeldung und die Namen bleiben in der Fahndungsdatenbank stehen.

          Häufig gebe es Mehrfachregistrierungen, wenn Jugendliche sich an einem anderen Ort wieder melden - weil die Jugendlichen keinen Pass mehr haben und ihre Personalien nicht feststehen oder weil der Name unterschiedlich geschrieben wird, so das BKA.

          Für Europa gibt es keine aktuellen Zahlen. Die Europäische Polizeibehörde Europol verwies auf eine Schätzung vom Februar, wonach mindestens 10.000 unbegleitete Flüchtlingskinder nach ihrer Ankunft in Europa verschwunden sind. Die Zahl sei inzwischen deutlich höher, hieß es. Viele seien wohl in der Obhut ihrer Familie, man könne aber auch Verbrechen nicht ausschließen.

          Quelle: spo./kna

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Regierungsbildung : Steinmeier will Gipfel mit Merkel, Seehofer und Schulz

          Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Vorsitzenden von CDU, CSU und SPD zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen. In der SPD soll es danach Vorgespräche über eine mögliche große Koalition geben – eine formelle Entscheidung dürfte so schnell aber nicht fallen.
          Die Proteste mit Tibet-Fahnen erzürnte die chinesische Delegation beim Spiel in Mainz.

          Proteste : DFB sagt Chinas U-20-Spiele vorerst ab

          Nach dem Eklat beim ersten Spiel von Chinas U 20 in Deutschland wird die Serie an Tests unterbrochen. Die Partien in diesem Jahr sind abgesagt. Wie es danach weitergeht, ist offen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.