05.07.2011 · Das Leistungsniveau der Referees bei der Frauen-WM ist schwach. Es gibt nur eine Lösung für einen Qualitätssprung: Schiedsrichter. Aber auch das ist keine Garantie. Denn irren ist menschlich, nicht weiblich.
Von Peter HeßSchiedsrichter sind bei jeder Weltmeisterschaft ein Thema - und immer ein unerfreuliches. Wie kann es nur sein, dass sie so schlecht sind? Bei den Männern kam bisher immer die gleiche Antwort: Die Malaise wird bestehen bleiben, solange der Internationale Fußballverband (Fifa) nicht seine besten Referees zu den Endturnieren schickt, sondern lieber Erdteilquoten erfüllt. Die Fifa reagierte nie auf die Kritiker.
Einerseits wurde der Leidensdruck nie zu groß, andererseits stifteten nicht immer nur die Exoten Unheil, sondern auch Fachleute aus Fußballtraditionsländern. Es war Jorge Larrionda aus Uruguay, dem ersten Weltmeister der Geschichte, ein Unparteiischer, gestählt in der rauhen ersten Liga seines Landes, der den vorerst letzten großen Fehler produzierte. Larrionda entging bei der WM 2010 im Achtelfinale zwischen Deutschland und England, dass nach Lampards Schuss der Ball deutlich hinter der Torlinie aufkam. Hätte das Match auch mit einem Triumph für die DFB-Auswahl geendet (4:1), wenn Lampards Treffer zum 2:2 gezählt hätte?
Die Ungarin Gyoengyi Gaal sollte sich nicht so großen Gewissensqualen aussetzen wie ihr Kollege aus Uruguay. Zu ihrem Glück gewann das durch sie benachteiligte Australien die Begegnung mit Äquatorialguinea 3:2. Aber sie sollte dringend die Lehren daraus ziehen, dass ihr verborgen bleiben konnte, wie die afrikanische Abwehrspielerin Bruna den Ball mit der Hand fing und erst nach mehreren Sekunden wieder losließ. Ihr Fehler war so eklatant, so haarsträubend, dass es keine Entschuldigung geben kann.
Wohin schaute die Ungarin eigentlich die ganze Zeit? Eine Antwort auf die Frage wird frühestens nach dem WM-Finale erfolgen. Denn die Fifa verbietet es ihren Schiedsrichtern, zu sprechen. Das ist der eigentliche Skandal, nicht das schwache Leistungsniveau der weiblichen Referees in Deutschland. Gyoengyi Gaals Blackout lässt sich nicht erklären; dass viele Kolleginnen zahlreiche Situationen nicht richtig erkennen, schon. Ihnen fehlt die Erfahrung, auf diesem sportlichen Niveau und in diesen Arenen zu entscheiden.
Selbst die Schiedsrichterinnen aus Nordamerika und Europa pfeifen höchstens alle zwei Jahre einmal Hochgeschwindigkeitsspiele vor mehreren tausend Zuschauern. Die Deutsche Bibiana Steinhaus bildet die Ausnahme, sie leitet Männerbegegnungen bis in die Zweite Bundesliga. Bis die Schiedsrichterinnen in ihrer Entwicklung mit den Spielerinnen nachgezogen haben, gibt es nur eine Lösung für einen Qualitätssprung: Schiedsrichter. Aber auch das ist keine Garantie. Irren ist menschlich, nicht weiblich.
Das Schiedsrichterniveau passt aber zum spielerischen Niveau
Jürgen Dietze (dietzej)
- 05.07.2011, 13:03 Uhr
Tja, das Leistungsniveau
Kabayashi Tsukamoto (Kabayashi)
- 05.07.2011, 13:28 Uhr
Die FIFA ist das Problem - nicht die Schiris
Joel Hopingman (Tut_nix_zur_Sache)
- 05.07.2011, 13:35 Uhr
Das Schiedsrichterniveau passt aber zum spielerischen Niveau
Jürgen Dietze (dietzej)
- 05.07.2011, 13:42 Uhr
Ausgewogen kommentiert
Susanne Gnauk (SusanneGnauk)
- 05.07.2011, 13:45 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.364,39 | −0,33% |
| Dow Jones | 12.393,50 | −0,21% |
| EUR/USD | 1,2364 | +0,02% |
| Rohöl Brent Crude | 101,62 $ | −1,58% |
| Gold | 1.558,00 $ | +1,17% |