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Weltraumteleskop „Kepler“ beendet Suche nach einer zweiten Erde

 ·  Wegen eines technischen Defekts muss das Weltraumteleskop „Kepler“ seine Suche nach erdähnlichen Himmelskörpern einstellen. Erfolge kann es trotzdem aufweisen: Mehr als 3500 Planeten wurden mit ihm entdeckt.

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© dpa Vergrößern Mehr als vier Jahre lang suchte das Teleskop Kepler nach erdähnlichen Planeten.

Das Weltraumteleskop „Kepler“ muss seine Suche nach erdähnlichen Planeten wegen eines technischen Defekts beenden. Weil das Problem auch nach mehreren Anläufen nicht behoben werden konnte, kündigte die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa am Donnerstag (Ortszeit) die Einstellung der Mission an. Auch nach monatelangen Tests waren zwei der vier sogenannten Reaktionsräder nicht mehr in Gang zu bringen, die das Teleskop in Position halten sollten.

Die Nasa feierte die präzise Arbeit des Teleskops trotz der technischen Fehler als Erfolg. „Wir erwarten Hunderte, vielleicht Tausende Entdeckungen über neue Planeten“, sagte der leitende Wissenschaftler der Mission, William Borucki. Das Teleskop habe Erkenntnisse über die sogenannten Exo-Planeten und andere astronomische Zusammenhänge revolutioniert, hieß es bereits im Mai. Auf der Suche nach einer „zweiten Erde“ beobachtete das Teleskop seit März 2009 zwischen 100.000 und 150.000 Sterne.

Nach weiteren Datenauswertungen werden Wissenschaftler laut Borucki innerhalb weniger Jahre wissen, wie häufig erdähnliche Himmelskörper im Weltraum sind. Das Teleskop habe schon jetzt gezeigt, dass die Galaxie „bis zum Rand voll“ von Planeten sei. Davon seien aber nur wenige ihren Sternen nah genug, um Leben zu beheimaten.

Mehr als 3500 Planetenkandidaten

In den mehr als vier Jahren seiner Suche nach einer „zweiten Erde“ hat „Kepler“ nach Nasa-Angaben mehr als 3500 Planetenkandidaten aufgespürt. Bereits 135 Exo-Planeten seien bestätigt. So berichteten Forscher im vergangenen April von zwei Planeten, die sich in einem solchen Abstand zu ihrem Stern befinden, dass flüssiges Wasser auf ihnen möglich ist. Der Radius der Himmelskörper sei etwa 1,5-mal so groß wie der der Erde, und sie seien höchstwahrscheinlich Felsbrocken.

Den ersten erdähnlichen von „Kepler“ entdeckten Planeten in einer bewohnbaren Zone präsentierte die Nasa bereits 2011. Von ihm stand aber nicht fest, ober er fest, flüssig oder gasförmig ist. Zuvor waren mit „Kepler“ unter anderem mehrere etwa erdgroße, aber sehr heiße Exo-Planeten entdeckt worden.

Bei dem Teleskop war schon im Juli vergangenen Jahres das erste Reaktionsrad ausgefallen. Das zweite versagte im Mai 2013. Monatelang versuchten Spezialisten der Nasa, die Teile zu reparieren. Drei der vier Räder sind nötig, um „Kepler“ zu steuern und auf ein kleineres Sternenbündel auszurichten. Das Programm kostete insgesamt etwa 600 Millionen Dollar (rund 450 Millionen Euro). Wegen des großen Erfolgs hatte die Nasa vergangenes Jahr angekündigt, die Mission bis September 2016 verlängern zu wollen.

Insgesamt haben internationale Forscherteams mit verschiedenen Techniken bislang über 900 Exo-Planten entdeckt, im Februar sogar einen, der kaum größer ist als unser Mond.

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