http://www.faz.net/-gwz-8kf8l

Planetarer Klimawandel : Die Venus im Erd-Look

Seher viel erdähnlicher hat die Venus dagegen noch vor 2 Milliarden Jahren ausgesehen, wie diese Illustration „beweist“. Bild: Nasa

Auf der Venus herrschten einst paradiesische Bedingungen fast wie auf der Erde. Das Klima war mild und es gab sogar flüssiges Wasser - zumindest besagen das einschlägige Klimamodelle.

          Vor zwei Milliarden Jahren war die Venus ein bewohnbarer Planet. Es gab einen Ozean, Kontinente und eine Atmosphäre. Das Klima war mild, die mittlere Temperatur lag trotz der Nähe zur Sonne in einem Bereich, in dem Wasser flüssig ist. Eine zweite Erde sozusagen. Nicht zu vergleichen, wie sich der Höllenplanet mit seiner dichten Kohlendioxid-Atmosphäre und einer mittleren Oberflächentemperatur von 460 Grad heute zeigt.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Dass solche paradiesischen Zustände tatsächlich einst auf der Venus geherrscht haben, ist zwar umstritten, für Michael Way und seine Kollegen vom Goddard Institute of Space Studies der Nasa aber durchaus denkbar. Zumindest zeigen das die Klimasimulationen, die er mit seinen Kollegen vorgenommen hat und die auf Daten der Pioneer-Sonde und der Magellan-Mission beruhen.

          Die Venus im Infraroten und ultravioletten Spektralbereich, aufgenommen am 7. Dezember 2015.
          Die Venus im Infraroten und ultravioletten Spektralbereich, aufgenommen am 7. Dezember 2015. : Bild: Jaxa

          Ausgangspunkt der Arbeit war ein Modellplanet, der eine dünne stickstoffreiche Atmosphäre wie die Erde besitzt, aber ähnlich langsam und dicht um die Sonne rotiert wie die Venus. Die hypothetische Welt wurde zudem mit mehr trockenen Landflächen ausgestattet als die Erde. Zudem nahm man eine Sonne an, die 30 Prozent schwächer scheint als heute.

          Das Ergebnis ist eine lebensfreundliche Venus, die im Mittel sogar etwas kühler ist als die Erde heute, schreiben Way und seine Kollegen in den „Geophysical Research Letters“. Unter diesen Annahmen wäre es durchaus vorstellbar, dass die Venus noch bis vor 715 Millionen Jahren einen Ozean aus flüssigem Wasser besessen hat.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Die Sonnen-Sonde Video-Seite öffnen

          NASA : Die Sonnen-Sonde

          Die nordamerikanische Weltraumbehörde NASA hat neue Einblicke in ihre Mission gegeben, der Sonne ziemlich nahe kommen zu wollen. Die Parker Solar Probe wird das erste Raumfahrzeug sein, dass tief in die Atmospähre der Sonne eindringt. 2018 soll die Mission starten.

          Achtung, Brocken im Anflug

          Asteroid 2012 TC4 : Achtung, Brocken im Anflug

          Streunende Asteroiden sind eine ständige Bedrohung für die Erde. Heute wird 2012 TC4 dicht an unserem Planeten vorbeifliegen. Sein Abstand ist allerdings so groß, dass uns keine Gefahr droht. Doch das Ereignis mahnt zur Wachsamkeit.

          In 30 Minuten auf die andere Seite der Erde Video-Seite öffnen

          Elon Musk : In 30 Minuten auf die andere Seite der Erde

          Unternehmer Elon Musk hat ein neues Transportkonzept vorgestellt. Er erklärt, dass man mit einer Rakete in unter einer Stunde eine Stadt auf der entgegengesetzte Seite der Erde erreichen könnte. Viele Ziele seien sogar in knapp 30 Minuten erreichbar.

          Topmeldungen

          Christian Lindner : Demut unter der Dusche

          Der FDP-Vorsitzende legt am zweiten Tag der Sondierungen ein Buch über die Rückkehr der Liberalen vor – und seine Rolle dabei. Zudem will er einen Autoritätsverlust bei Merkel erkennen.
          Eheschließung für alle: Kritiker des Gesetzes befürchten eine schleichende Islamisierung des sozialen Lebens.

          Türkei beschließt neues Gesetz : Ehe für alle

          In der Türkei dürfen künftig auch Muftis Paare vermählen. Kritiker sehen das Gesetz als Angriff auf den Säkularismus – und befürchten eine Zunahme von Kinderheiraten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.