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Vega-Rakete Familie der Esa-Trägerraketen jetzt vollständig

13.02.2012 ·  Die neue Trägerrakete Vega der Esa hat ihren Qualifikationsflug erfolgreich absolviert und kann nun als Ergänzung zur Ariane-5 und zur Sojus-Rakete ihren Betrieb aufnehmen.

Von Günter Paul
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Die erste europäische Vega-Rakete ist am Montag um elf Uhr Mitteleuropäischer Zeit (sieben Uhr Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana gestartet. An Bord des rund 790 Millionen Euro teuren Lastenträgers befanden sich neun kleine Satelliten, die nach und nach in ihre Umlaufbahnen befördert wurden. Danach setzte die verbliebene Oberstufe von Vega ihren restlichen Treibstoff frei und wurde abgeschaltet (siehe Video).

Überdimensionierte Ariane-5

Mit der vor allem in Italien gebauten Rakete steht der europäischen Raumfahrtbehörde Esa jetzt eine ganze Trägerfamilie für Satelliten unterschiedlichster Massen zur Verfügung. Bis 2011 hat die Esa nur mit der Ariane-5-Rakete gearbeitet, einem vor allem auf den Transport von Kommunikationssatelliten ausgerichteten Träger, der große Nutzlasten bis zu zehn Tonnen in eine für diese Satelliten erforderliche geostationäre Übergangsbahn bringen kann. Für den Start kleinerer Satelliten ist die Ariane-5 jedoch überdimensioniert.

Die Sojus als zweites Standbein

Deshalb ist auf dem europäischen Weltraumbahnhof eine Startanlage für russische Sojus-Raketen entstanden, von der aus vor allem europäische Satelliten befördert werden sollen. Weil der Start vom Äquator aus viel weniger Energie erfordert als von den russischen Weltraumbahnhöfen in Baikonur und Plesetsk, kann die Sojus-Rakete von Kourou aus mittelschwere Satelliten bis zu drei Tonnen Masse (statt 1,7 Tonnen Masse von Baikonur aus) in geostationäre Übergangsbahnen bringen. In die für Erderkundungssatelliten genutzten sonnensynchronen Bahnen rund 700 Kilometer über der Erde transportiert sie dagegen bis zu 4350 Kilogramm. Die erste Sojus-Rakete startete im Oktober.

Der perfekte Auftaktstart

Die Vega-Rakete schließt jetzt die Lücke nach unten. Sie ist für kleinere Satelliten gedacht mit Nutzlasten bis zu einer Masse von 1500 Kilogramm. Nach dem Start zündeten alle drei Feststoffantriebsstufen nach Plan. Die Oberstufe lenkte anschließend auf 1450 Kilometer Höhe in eine kreisförmige Umlaufbahn ein und entließ dort ihre wichtigste Nutzlast, den Forschungs-Satelliten Lares. Dieser kugelförmige Satellit hat einen Durchmesser von rund 38  Zentimetern und ist mit 92 Laser-Retroreflektoren bestückt. Die Spiegel ermöglichen hochpräzise Entfernungsmessungen zur Untersuchung des von Einsteins Relativitätstheorie vorhergesagten Thirring-Lense-Effekts.

Parken in der Umlaufbahn

Mit einem weiteren Manöver erreichte die Oberstufe in 350 Kilometer Höhe den niedrigsten Punkt einer elliptischen Umlaufbahn. Dort setzte sie die acht kleineren Satelliten aus. Zur Vermeidung von neuem  Raumfahrtschrott, verbleibt die Vega-Oberstufe zunächst auf einer Umlaufbahn, von der aus sie in wenigen Jahren wieder in die Erdatmosphäre eintreten und dort verglühen wird. So hofft man, dass,  wenn überhaupt, nur kleinere Teil die Erdoberfläche erreichen werden.

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Jahrgang 1946, freier Autor im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

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