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„Stardust“-Mission Komet mit heißer Vergangenheit

14.03.2006 ·  Eigentlich wollten Wissenschaftler im von der „Stardust“-Sonde aufgefangenen Kometenstaub Partikel kalter Urmaterie des Sonnensystems finden, doch nun enthielt eine untersuchte Probe Mineralien, die aus dem Inneren des System stammen müßten.

Von Günter Paul
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Olivin gehört zu den häufigsten Mineralien im Universum. Man findet es insbesondere dicht bei heißen Sternen, weil es bei Temperaturen um 1100 Grad Celsius entsteht. Zur Überraschung der Forscher gehört es aber auch zu den Bestandteilen des Kometenstaubs, den die amerikanische Raumsonde Stardust im Januar zur Erde gebracht hat. Das haben die ersten Analysen in irdischen Labors ergeben, die bei einer Konferenz in Houston (Texas) vorgestellt wurden.

Die Sonde hat den Staub im Januar 2004 in der Umgebung des Kometen Wild 2 gesammelt, an dem sie in etwa 240 Kilometer Distanz vorbeigeflogen ist. Sie hat auf ihrer Reise außerdem interstellaren Staub aus zwei Staubströmen eingefangen, die den interplanetaren Raum durchqueren. Eine Rückkehrkapsel mit der wertvollen Materie an Bord ist am 15. Januar in Utah gelandet. Die meisten Partikeln aus diesem kosmischen Schatz haben Durchmesser von nur zehn Mikron, was einem hundertstel Millimeter entspricht. Selbst ein so kleines Teilchen läßt sich aber noch in hundert Scheiben aufschneiden, so daß Forscher in aller Welt, darunter auch in Deutschland, an der Analyse mitarbeiten können.

Material aus dem inneren Sonnensystem

Die Forscher hatten gehofft, aus dem Material Rückschlüsse auf die ihrer Meinung nach erhaltengebliebene kalte Urmaterie am Rande des Sonnensystems und damit auf dessen Entstehung ziehen zu können. Nun aber haben sie nennenswerte Mengen an Material aufgespürt, das aus einer ganz anderen Region kommen muß. Das Olivin und andere Mineralien aus dem Staub könnten aus der inneren Zone des Sonnensystems stammen. Damit wäre ein Modell untermauert, dem zufolge aus der Sonne, als sie noch jung war, in zwei einander entgegengesetzte Richtungen Materiejets herausschossen. Diese hätten bei hoher Temperatur entstandenes Material in die äußeren Zonen des Sonnensystems transportiert. Vielleicht ist das Material aber auch in der Nähe eines benachbarten Sterns entstanden.

Olivin ist im allgemeinen ein Verbund aus Eisen, Magnesium und anderen Elementen. Das Olivin aus dem Kometen Wild 2 besteht dagegen fast nur aus Magnesium. Unter dem Staub haben die Wissenschaftler auch andere bei hoher Temperatur entstandene Mineralien gefunden. Diese sind reich an Kalzium, Aluminium und Titan. Ob solche Mineralien einen wesentlichen Anteil im Kometenstaub haben und somit für dessen Zusammensetzung insgesamt - und damit für dessen Geschichte - bedeutsam sind, bleibt noch zu klären.

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Jahrgang 1946, freier Autor im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

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