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Extraterrestrische Funde : Meteoriten aus dem Vorgarten

  • -Aktualisiert am

Einzigartiges Naturphänomen - Ein Meteoritenstreif am Himmel. Bild: dpa

Am Niederrhein und im Saarland schlugen einst Meteoriten ein. Deutsche Forscher haben jetzt alle Hinweise zusammengetragen und die genauen Einschlagstellen identifiziert.

          Während unser direkter Nachbar im All, der Mond, mit Abertausenden von Einschlagkratern übersät ist, gibt es auf der Erde mit ihrer dreizehnmal so großen Oberfläche lediglich knapp 200 solcher Krater. Obwohl beide Himmelskörper in der Frühzeit des Sonnensystems dem gleichen Bombardement von Meteoriten und Asteroiden ausgesetzt waren, sind Einschlagspuren auf der Erde recht selten zu finden.

          Ein großer Teil der extraterrestrischen Boliden landete nämlich in den Ozeanen. Auf den Kontinenten haben Gebirgsbildung, Erosion und Verwitterung in den meisten Fällen die Spuren der Einschläge völlig verwischt. In Deutschland gibt es immerhin noch zwei deutlich sichtbare Impaktkrater, nämlich das 24 Kilometer große Nördlinger Ries und das benachbarte, wesentliche kleinere Steinheimer Becken im Landkreis Heidenheim. Nun haben zwei deutsche Forschergruppen Hinweise auf zwei weitere mögliche Einschlagstellen in Deutschland identifiziert. Die eine liegt am Niederrhein und die andere im Saarland. Ihre Befunde haben die Forscher kürzlich auf einer Tagung über Planetenwissenschaften in Houston vorgestellt.

          Auffällige Gesteinsbrocken am Niederrhein

          Eine Forschergruppe um den Biologen Georg Waldmann vom „Haus der Natur“ in Dormagen hat im Laufe der vergangenen Jahre an etwa 40 verschiedenen Stellen in der Nähe der Ortschaft Korschenbroich nordöstlich von Mönchengladbach Gesteinsbrocken gefunden, die nicht in die geologische Struktur der Niederrheinischen Bucht passen.

          Bilderstrecke

          Es handelt sich um Basalte, die von Schmelzgesteinen umgeben waren. Viele der gefundenen Brocken enthielten außerdem sphärische Einschlüsse von Eisen und Glas sowie von Brekzien, eckige Gesteinstrümmer, die in einer Matrix aus feinkörnigem Material einzementiert sind. Derartige Gesteine entstehen häufig bei jenen hohen Temperaturen und Drücken, die bei einem Meteoriteneinschlag auftreten.

          Waldmann und seine Kollegen vermuten, dass vor etwa zwei Millionen Jahren über dem Niederrhein ein großer Meteorit niederging. Dieser zerbrach jedoch in zahlreiche Fragmente, bevor er den Erdboden erreichen konnte. Aus diesem Grund hat es keinen einzelnen großen Einschlagkrater gegeben. Die Meteoritenbruchstücke erzeugten vielmehr zahlreiche kleinere Impaktstrukturen. Diese sind auch heute noch als kreisrunde Vertiefungen mit Durchmessern von bis zu 200 Metern auf detaillierten Reliefkarten der Gegend gut zu erkennen.

          Einschlagskrater im Saarland identifiziert

          Ähnlich außergewöhnlich aufgebaute Gesteine fanden die Forscher um Kord Ernstson von der Universität Würzburg im Saarland unweit von Saarlouis. Unter anderem entdeckten sie bei archäologischen Ausgrabungen in der Nähe der Ortschaft Nalbach die für Meteoriteneinschläge typischen suevitischen Brekzien. Im Gegensatz zu der Situation am Niederrhein konnten Ernstson und seine Kollegen auch die Reste von zwei Kratern nachweisen. In Nalbach selbst gibt es einen zum Teil erodierten Kraterrand, der ursprünglich vermutlich einen Durchmesser von etwa 200 Metern besessen hat.

          Westlich von Saarlouis ist außerdem eine halbrunde Struktur erhalten, die die Forscher als Teil eines Kraterrandes deuten. Der noch sichtbare Teil des Kraterrandes zeigt einen recht steilen Abfall um etwa 50 Meter und hatte ursprünglich einen Durchmesser von 2300 Metern. Auch dort wurden Brekzien-Gesteine gefunden, die für den Einschlag von Meteoriten typisch sind.

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