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Sensationelle Aufnahmen Die dritte Dimension der Sonne

25.04.2007 ·  Stereo? Das verbinden die meisten mit der heimischen Musikanlage. Aber auch Stereo-Fotografie ist möglich. Dank dieser Technik kann die Nasa nun erstmals dreidimensionale Aufnahmen der Sonne zeigen.

Von Günter Paul
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Die Sonne, die in der Antike als ewig unveränderlich und makellos galt, ist in Wirklichkeit ein außerordentlich aktiver Himmelskörper. Immer wieder erscheinen auf ihrer Oberfläche von Magnetfeldern geformte dunkle Flecken, überall brodelt es, und aus dem Innern schießendes Gas formt riesige Bögen. Manche Ausbrüche sind so heftig, dass die elektrisch geladenen Teilchen im Sonnenwind sogar den Funkverkehr auf der Erde stören oder Stromversorgungsnetze zusammenbrechen lassen.

Weltraumobservatorien wie Trace haben dramatische Bilder von dem Geschehen auf der Sonne zur Erde übertragen. Wegen der Zweidimensionalität der Aufnahmen und der damit verbundenen Projektion erkennt man aber meist nicht, wo genau die Aktivitäten stattfinden. Mit den zwei im vergangenen Oktober gestarteten Stereo-Raumsonden ist es jetzt erstmals möglich, auch dreidimensionale Aufnahmen von der Sonne zu erhalten.

Stereo-Sonden liefern sensationelle Aufnahmen

Vereinzelt sind solche Bilder auch schon von der Erde aus aufgenommen worden. Man benötigt dafür zwei Fotos, die man im Abstand von einigen Stunden gewinnt. Da sich die Sonne in der Zwischenzeit dreht, bilden sie unser Zentralgestirn unterschiedlich ab - so, als sei ein Teilbild etwas mehr von links und das andere etwas mehr von rechts aus aufgenommen worden. Mit geeigneter Brille können die beiden Teilbilder zu einem räumlich wirkenden Foto zusammengeführt werden (siehe: Kurzanleitung: So baut man eine 3D-Brille). Der Nachteil des Verfahrens besteht darin, dass mit ihm nur Unbewegliches dreidimensional erfasst werden kann.

Bildergalerie in 3D und stereo: Die Sonne

In der Stereo-Mission werden die beiden Teilbilder, die nun die ersten vom Weltraum aus aufgenommenen dreidimensionalen Fotos der Sonne liefern, gleichzeitig aufgenommen werden. Jede der beiden Stereo-Sonden nimmt eins davon auf. Das Verfahren liefert die erwünschten Ergebnisse, weil die beiden Raumflugkörper geschickt im Weltall plaziert worden sind. Jede Sonde ist so am Mond vorbeigelenkt worden, dass sich ihre Bahn in dessen Schwerefeld geeignet geändert hat. Nun fliegt eine der beiden Sonden vor der Erde her, während die andere ihr folgt, sodass sie die Sonne aus verschiedenen Perspektiven fotografieren.

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Jahrgang 1946, freier Autor im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

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