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Saturnmond Porträtfotos von Japetus

11.09.2007 ·  Die Raumsonde Cassini ist am Montag dicht am Saturnmond Japetus vorbeigeflogen und hat erstmals Nahaufnahmen gemacht. Besonders markant ist die kraterdurchsetzte Oberfläche und der Wulst entlang des Äquators.

Von Günter Paul
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Als eine unruhige Welt, in der nirgends Ebenen zum Verweilen einladen, stellt sich die kraterdurchsetzte Oberfläche des Saturnmondes Japetus auch auf den Nahaufnahmen dar, die die amerikanische Raumsonde Cassini am Montag aufgenommen hat.

Ihre Kamera und die Messgeräte an Bord waren in voller Aktion, als sie in nur rund 1.300 Kilometer Distanz mit einer Relativgeschwindigkeit von 2,4 Kilometern pro Sekunde an diesem Himmelskörper vorbeiflog. So nah wird sie auch in den kommenden Jahren nicht mehr an den Japetus herankommen. Die vorher geringste Distanz war knapp 123.000 Kilometer gewesen.

Vom italienischen Astronomen Cassini entdeckt

Der Japetus ist im Jahr 1671 von dem italienischen Astronomen Giovanni Cassini entdeckt worden, nach dem die Raumsonde benannt wurde. Der Mond, der einen mittleren Durchmesser von ungefähr 1.470 Kilometern hat, weist dem Saturn - wie die meisten von dessen anderen Trabanten - immer ein und dieselbe Seite zu.

Dabei zeichnet er sich allerdings durch eine Besonderheit aus: Seine in Flugrichtung weisende Hälfte ist so hell wie Schnee, sie reflektiert rund 60 Prozent des einfallenden Sonnenlichts. Die gegenüberliegende Hälfte dagegen ist mit einem Rückstrahlungswert - einer Albedo - von nur vier Prozent so schwarz wie Teer.

Er besteht hauptsächlich aus Eis

Insbesondere Radarmessungen zeigen, dass das dunkle Material nur eine verhältnismäßig dünne - allenfalls einige Dezimeter tiefe - Schicht bilden kann. Sie muss im Übrigen verhältnismäßig jung sein. Sonst müssten jüngere Krater hell aus ihr herausragen. Der Mond selbst, der eine mittlere Dichte von 1,1 Gramm pro Kubikzentimeter aufweist, besteht hauptsächlich aus Eis.

Woher das dunkle Material stammt, ist bislang ungeklärt. Es könnte bei Einschlägen aus dem Innern des Mondes nach außen gelangt sein, es könnte aber auch von außen herangetragen worden sein. Unter anderem hat man den Saturnmond Phoebe als Quelle vermutet. Doch spektroskopische Untersuchungen können diese These nicht stützen.

Markante Oberflächenstruktur

Ähnlich mysteriös wie die „Zweifarbigkeit“ von Japetus ist eine markante Oberflächenstruktur, die im Sonnensystem einzigartig ist: ein riesiger Wulst, der sich mindestens 1.300 Kilometer weit entlang des Äquators hinzieht. Er erreicht stellenweise eine Höhe von dreizehn Kilometern und ist an der Basis bis zu zwanzig Kilometer dick.

Der Wulst könnte eine Bergkette darstellen, die durch eine tektonische Auffaltung entstanden ist. Möglicherweise markiert er aber auch einen früheren Bruch, an dem entlang Material aus dem Innern des Mondes nach außen gequollen ist.

747 mal 749 mal 713 Kilometer

Der Wulst könnte aus der fernen Vergangenheit des Mondes stammen, als sich Japetus noch wesentlich schneller als heutzutage drehte. Dass sich die Rotationsgeschwindigkeit des Trabanten gewaltig verändert hat, ist für die Astronomen klar.

Denn die genaueren Maße des Himmelskörpers - 747 mal 749 mal 713 Kilometer - verraten eine Abplattung, wie sie ein Objekt dieser Größe hätte, das sich in zehn Stunden einmal um seine Achse drehte. Heutzutage weist der Mond dagegen eine Rotationsdauer von 79 Tagen auf.

Quelle: F.A.Z., 12.09.2007, Nr. 212 / Seite 34
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Jahrgang 1946, freier Autor im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

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