11.01.2005 · Saturnmond Japetus gibt den Wissenschaftlern eine harte Nuß zu knacken. Schon die sehr unterschiedlichen Hemisphären erstaunen, nun gibt eine gewaltige Wulst Rätsel auf.
Eine nach den heutigen Erkenntnissen im Sonnensystem einzigartige Struktur ist auf den Fotos vom Saturnmond Japetus zum Vorschein gekommen, die die amerikanische Raumsonde Cassini in der Silvesternacht aufgenommen hat.
Der Trabant hat offenbar einen Wulst, der in nur wenigen Grad Abstand vom Äquator und nahezu exakt parallel zu diesem verläuft. Der Wulst läßt sich vom linken (westlichen) Rand des Himmelskörpers bis zum Terminator - der Grenze zwischen Tagundnachthemisphäre - über 1300 Kilometer hinweg verfolgen. Er ist fast zwanzig Kilometer breit und ragt in der Nähe des Mondrandes mindestens dreizehn Kilometer über die Umgebung hinaus. Bislang können die Astronomen nicht unterscheiden, ob der Wulst ähnlich einer Bergkette, die sich aufgefaltet hat, durch Kompression entstanden ist oder ob es sich um Material handelt, das durch einen langen Riß an die Oberfläche gelangt ist.
Unterschiedliche Hemisphären
Damit wird der Mond Japetus noch rätselhafter, als er bislang schon wegen seiner unterschiedlich stark reflektierenden Hemisphären war. Die dunkle Färbung der einen Seite wird nach Meinung der Forscher von Partikeln erzeugt, die sich dort einheitlich abgesetzt haben. Durch den Überzug hindurch ist auf den neuen Fotos die alte, kraterreiche Oberfläche des Trabanten sichtbar geworden.