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Saturn Angeknabberte Ringe

20.06.2009 ·  Die kleinen Monde zwischen den Saturnringen können für Unruhe sorgen: Jetzt zeigen Bilder der Raumsonde Cassini, dass Simulationen dieser Störwirkung zu richtigen Prognosen geführt hatten.

Von Günter Paul
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Regelrechte Stürme können die kleinen Monde innerhalb der Lücken im Ringsystem des Saturns zumindest regional auslösen. Die Wellen, die sie durch ihre Schwerkraft erzeugen, ragen weit aus der Ebene der Ringe hinaus. Das belegen jetzt erstmals Fotos der amerikanischen Raumsonde Cassini von dem Mond Daphnis, der einen Durchmesser von nur acht Kilometern hat.

Daphnis bewegt sich auf leicht elliptischer Bahn in der 42 Kilometer breiten Keeler-Lücke, einem weitgehend materiefreien Gürtel innerhalb des sogenannten A-Rings. Nähert sich Daphnis einem der normalerweise glatten Ränder dieses Rings, übt der Mond eine Kraft auf dessen Teilchen aus, die diesen Rand wellenförmig verformt.

Simulationen bestätigt

Der Effekt war bis vor kurzem nur innerhalb der Ebene des gerade einmal zehn Meter dicken Ringsystems beobachtet worden. Simulationsrechnungen hatten aber gezeigt, dass er in vergleichbaren Wellen auch Material aus der Ebene herausschleudern müsste, weil seine Bahn nicht exakt in der Ringebene liegt. Das Phänomen sollte zweimal innerhalb eines Saturnjahres - also ungefähr alle dreißig Erdjahre - besonders gut erkennbar sein, wenn die Sonne sich "nahe" der Ringebene befindet.

Das aus den Ringen herausschießende Material fällt dann durch lange Schatten auf. Diese sind jetzt auf den Fotos zu sehen - zusammen mit dem markanten Schatten von Daphnis. Ihre Vermessung zeigt, dass schattenwerfende Partikeln der Ringe in einer solchen Situation noch bis zu 1,5 Kilometer oberhalb der Ringebene in nennenswerten Mengen anzutreffen sind. Die Distanz entspricht der 150-fachen Dicke der Saturnringe.

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Jahrgang 1946, freier Autor im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

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