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Raumsonde Dawn : Auf Visite zur Morgendämmerung

Nasa- Raumsonde Dawn im Anflug auf Ceres Bild: Nasa, JPL-Caltech

Die amerikanische Raumsonde „Dawn“ befindet sich im Anflug auf Ceres. Sie wird den größten Himmelskörper des Asteroidengürtels im März erreichen.

          Nachdem im vergangenen Jahr der Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko im Interesse der Raumfahrt stand, blicken die Astronomen nun in Richtung des Zwergplaneten „Ceres“. Die amerikanische Raumsonde „Dawn“ (Morgendämmerung), die im Jahr 2007 gestartet war, soll im März dieses Jahres beim größten Himmelskörper ankommen, der im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter um die Sonne kreist, und in eine Umlaufbahn um den Himmelskörper einschwenken. Seit ein paar Tagen befindet sich die Raumsonde der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa in der Anflugphase. Dawn ist auf ihrer Flugbahn hinter der Sonne hervorgekommen und kann somit  die Kommunikationssignale von der Erde wieder empfangen.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Noch ist „Dawn“ rund 640.000 Kilometer (Stand 29. Dezember) von ihrem Ziel entfernt, dem sie sich mit einer Geschwindigkeit von 725 Kilometern pro Stunde nähert. Ceres ist das nicht das erste Objekt das die Raumsonde einen Besuch abstattet. Dawn hatte bereits von Mitte Juli 2011 an 14 Monate lang den Asteroiden Vesta erkundet. Anfang September 2012 hat die Sonde Vesta verlassen und Kurs auf Ceres genommen. Wenn Dawn in die Umlaufbahn von Ceres einschwenkt, wird sie die erste Sonde sein, die im Zug einer Mission  zwei verschiedene Himmelskörper umrundet hat. Die Nasa-Sonde verfügt über ein Ionenantrieb, der deutlich effizienter arbeitet, als herkömmliche Antriebe.

          Anflug auf eine unbekannte Welt

          „Ceres ist fast ein vollständiges Rätsel für uns“, sagt Christopher Russel von der University of California und wissenschaftlicher Leiter der Mission. „Anders als bei Vesta, hat man von ihm keine Meteoriten auf der Erde gefunden, die uns etwas über den Himmelskörper verraten könnten“. Man erwartet, dass sich die beiden Objekte besonders in zwei Punkten voneinander entscheiden. Ceres könnte etwas später als Vesta vor 4,6 Milliarden Jahren entstanden sein und daher einen kälteren Kern besitzen. Vesta entstand vermutlich, als es noch mehr radioaktive Substanzen gab, die den Himmelskörper erwärmten. Dafür spricht die geringe Menge an Wasser, die man auf Vesta nachgewiesen hat. Der größte Teil ist vermutlich verdampft. Ceres verfügt über einen dicken Eismantel unter dem ein Ozean existieren könnte, vermuten die Forscher um Russel. Messungen mit dem Weltraumteleskop Herschel deuten darauf hin, dass Ceres ähnlich wie der Saturnmond Enceladus gelegentlich Wasserdampf ins All spuckt – nur in deutlich geringerem Ausmaß.

          Ein Blick auf den Kleinplaneten Ceres, aufgenommen am 1. Dezember 2014 aus einer Entfernung von 1,2 Millionen Kilometern.

          Ceres ist von kugelförmiger Gestalt und mit einem Durchmesser von 950 Kilometern das größte Objekt im Asteroidengürtel. Vesta, das zweitgrößte Objekt, hat einen Durchmesser von 525 Kilometer. Ceres wurde als erster Himmelskörper im Asteroidengürtel am 1. Januar 1801 von Giuseppe Piazzi entdeckt und galt lange als Asteroid. Seit 2006 wird er zur Gruppe der Zwergplaneten gezählt, zu der seit acht Jahren auch der ehemalige Planet Pluto gehört. Ceres ist benannt nach der römischen Göttin des Ackerbaus.

          In den kommenden Wochen wird sich die Raumsonde der Ceresoberfläche bis auf 400 Kilometer nähern. Dabei wird sie immer schärfere Bilder von dem Himmelskörper liefern. Das Kamerasystem an Bord von Dawn wurde von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen und vom Istitut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR entwickelt.  Ende Januar sollten die Aufnahmen alle bisherigen etwa vom Weltraumteleskop Hubble bekannten Ansichten des Zwergplaneten übertreffen.

          Im Juli wartet bereits das nächste Raumfahrtabenteuer. Nach einer mehr als neunjährigen Reise über Milliarden Kilometer soll die Nasa-Sonde „New Horizons“ Pluto erreichen: Am 14. Juli soll sie dem Zwergplaneten am nächsten kommen.

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