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Raumfahrtziele 2.0 : Zurück zum Mond

Europas Mondbasis: Iglu-Fertighaus aus dem 3D-Drucker. Bild: Esa, Architekturbüro Foster+ Partners

Die großen Weltraumnationen haben den Mond als Reiseziel wiederentdeckt, allen voran Europa und Russland. Moskau will die Amerikaner für seine Pläne gewinnen. Die Chancen stehen gut.

          Alexander Gerst, Deutschlands Vorzeige-Astronaut, will möglichst schnell dorthin. Und auch sein frischgebackener Kollege, Matthias Maurer, der seit vergangener Woche zum europäischen Astronautenteam gehört, wäre sofort dabei, wenn die europäische Raumfahrtbehörde Esa das Startsignal geben würde. Nein, nicht vom Mars ist die Rede, sondern vom Mond.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Schließlich braucht man ein neues - nicht allzu weit entferntes - Ziel, wenn die Tage der Internationalen Raumstation gezählt sind. Und das könnte schon 2024 sein, denn dann läuft die Finanzierung des Außenpostens der Menschheit aus. Die Pläne für eine dauerhafte Mondbasis, die viele gerne auf dem weniger bekannten Südpol des Trabanten sehen würden, liegen bereits in den Schubladen der Esa. Aber auch andere Raumfahrtnationen strecken ihre Fühler dorthin aus, wo Apollo-Astronaut Eugene Cernan 1972 als letzter Mensch ganze drei Tage verbrachte. So will China Ende dieses Jahres eine zweite unbemannte Sonde mit einem Rover zum Mond schicken - Taikonauten werden sicher bald folgen. Vielleicht ist auch Matthias Maurer darunter, der schon fleißig Chinesisch lernt.

          Amerikas Raumfahrt unter Trump

          Auch Russland hält an seinen Plänen fest, dass bis spätestens 2030 Kosmonauten auf dem Erdtrabanten herumspazieren werden, die den Grundstein für eine Mondbasis legen sollen - als wichtige Etappe zum Mars. Man hätte hier gerne die finanzkräftigen amerikanischen Kollegen von der Nasa mit im Boot. Doch jenseits des Atlantiks, wo man sich für die Marsreise rüstet, stellt man sich stur und zeigt Wladimir Putin - wegen dessen Ukraine-Politik - in Raumfahrtangelegenheiten die kalte Schulter. Noch. Denn seit dem Machtwechsel in Washington ist das Weiße Haus dem mächtigen Mann in Moskau gegenüber milder gestimmt. Und so wittert man bei der russischen Raumfahrtbehörde die große Chance für gemeinsame Mond- und Marsprojekte.

          Es gäbe jetzt Gelegenheit zum Umdenken hin zu einem „rationaleren, pragmatischeren und effizienteren Konzept“, sagte Roskosmos-Chef Igor Komarow in Moskau. Ob Donald Trump eher Mond- oder Marssüchtig ist und den Schulterschluss wagt, wird man bald sehen, wenn er den Nachfolger von Nasa-Chef Charles Bolden vorschlägt.

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