Home
http://www.faz.net/-gwz-74i44
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Raumfahrtgipfel der Esa Start frei für neue Ariane

Der Esa-Ministerrat hat in Neapel getagt. Die Verhandlung der Delegierten der zwanzig Mitgliedstaaten waren angesichts der europäischen Finanzkrise schwierig. Doch zum Schluß hat man sich zur Zufriedenheit aller geeinigt.

© dpa Vergrößern Für die Rakete „Ariane 5“ soll es einen Nachfolger geben.

Mit unerwartet großer Einigkeit hat Europa hat  die Weichen für die Zukunft einer gemeinsamen Raumfahrt gestellt. Die Europäische Weltraumorganisation Esa werde in den kommenden Jahren rund  zehn Milliarden Euro in die Entwicklung der Raumfahrt investieren, sagte Jean-Jacques Dordain, der Generaldirektor der Esa  am Mittwoch in Neapel zum Abschluss der zweitägigen Beratungen des Esa-Ministerrates. Angesichts der derzeitigen ökonomischen Bedingungen sei das ein „großer Erfolg“. Er habe nicht erwartet, dass die Verhandlungen „so einfach“ verlaufen würden. Alle 20 Mitgliedsstaaten hätten damit anerkannt, dass
Investitionen in die Raumfahrt auch Investitionen in die Gesamtwirtschaft seien.

Als strategische Ziele nannte Dordain den Ausbau der Wissenschaft, die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und die Verbesserung der  Dienstleistungen. Schwerpunkte seien dabei unter anderem die Fortsetzung der Nutzung der Internationalen Raumstation ISS, die Entwicklung der leistungsfähigeren Trägerrakete Ariane 5 ME (Midlife Evolution) und die Beteiligung Europas mit einem Servicemodul am künftigen bemannten Raumschiff der Nasa, „Orion“. Damit ist Europa auch an der nächsten Mondmission der Amerikaner beteiligt.

Der Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner, sagte der Nachrichtenagentur dapd, die Ergebnisse von Neapel seien „gut für Europa und die europäische Raumfahrt“. Für ihn sei besonders wichtig, dass zwischen der Esa und der Europäischen Union ein gemeinsamer Weg gefunden worden sei. Denn seit der Lissabon-Konferenz habe ja auch die EU eine Kompetenz in
der Raumfahrt. „Heute wurde nun ein Papier verabschiedet, in dem die Esa neben ihren Standardmethoden der Wahl- und Pflichtprogramme, die nach ihren Regeln arbeiten, jetzt die Möglichkeit eröffnet, ganz gezielt auch Programme für die Europäische Union abzuarbeiten, zu
managen und umzusetzen.“ Zudem werde die ISS fortgesetzt, die Kooperation mit den USA gestärkt und die Trägerfrage gelöst. „Alles im allem haben wir jetzt ein rundes Progamm der Raumfahrt, mit dem jemand, der wie ich daran beteiligt war, zufrieden sein kann“, betonte Wörner.

Quelle: dapd

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
EZB-Einweihungsfeier Turmbau zu Frankfurt oder Säule Europas?

Mit der Eröffnung des neuen EZB-Gebäudes endet das Provisorium im Frankfurter Bankenviertel. Vor allem die pragmatische Geldpolitik der Europäischen Zentralbank steht in der Kritik. Zu Unrecht. Ein Gastbeitrag. Mehr Von Thorsten Schäfer-Gümbel

17.03.2015, 10:01 Uhr | Rhein-Main
Europa Weihnachtsgeschenk für die EU - Juncker investiert

315 Milliarden Euro bis 2017. Pünktlich vor Weihnachten schnürt die EU-Kommission einen riesigen Geldsack für die 28 Mitgliedstaaten. Der Präsident der EU-Kommission, Jean Claude Juncker, will mit dem Geld Investitionen in ganz Europa vorantreiben. Mehr

10.12.2014, 12:03 Uhr | Wirtschaft
Russland-Sanktionen State Department: Wir würden weiter auf einen Konsens mit Europa setzen

Auch im Falle eines Scheiterns der Minsker Vereinbarungen zum Konflikt in der Ukraine wollen die Vereinigten Staaten ihre Sanktionen gegen Russland eng mit der EU abstimmen. Das amerikanische Außenministerium lobt die Zusammenarbeit insbesondere mit Deutschland. Mehr Von Majid Sattar, Berlin

25.03.2015, 17:33 Uhr | Politik
Chronik des Raumfahrt-Abenteuers Endstation Komet - so geht es weiter

Irgendwo zwischen Jupiter und Mars, Milliarden Kilometer entfernt: Europas Sonde Rosetta ist in eine Umlaufbahn um den Zielkometen 67P eingeschwenkt. Die atemberaubende Geschichte der wichtigsten europäischen Mission, erzählt in Bildern, Grafiken und Filmen. Mehr

11.11.2014, 14:23 Uhr | Wissen
Abschied von der Bundeswehr Grüne Abgeordnete für Europaarmee

Jean-Claude Juncker will sie, um Russland zu warnen. Die Grünen Cem Özdemir und Tobias Lindner führen andere Gründe an, um für eine europäische Armee zu werben. Sie wollen nationale Alleingänge unmöglich machen. Mehr Von Lorenz Hemicker

23.03.2015, 10:53 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 21.11.2012, 16:59 Uhr