http://www.faz.net/-gwz-74i44
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 21.11.2012, 16:59 Uhr

Raumfahrtgipfel der Esa Start frei für neue Ariane

Der Esa-Ministerrat hat in Neapel getagt. Die Verhandlung der Delegierten der zwanzig Mitgliedstaaten waren angesichts der europäischen Finanzkrise schwierig. Doch zum Schluß hat man sich zur Zufriedenheit aller geeinigt.

© dpa Für die Rakete „Ariane 5“ soll es einen Nachfolger geben.

Mit unerwartet großer Einigkeit hat Europa hat  die Weichen für die Zukunft einer gemeinsamen Raumfahrt gestellt. Die Europäische Weltraumorganisation Esa werde in den kommenden Jahren rund  zehn Milliarden Euro in die Entwicklung der Raumfahrt investieren, sagte Jean-Jacques Dordain, der Generaldirektor der Esa  am Mittwoch in Neapel zum Abschluss der zweitägigen Beratungen des Esa-Ministerrates. Angesichts der derzeitigen ökonomischen Bedingungen sei das ein „großer Erfolg“. Er habe nicht erwartet, dass die Verhandlungen „so einfach“ verlaufen würden. Alle 20 Mitgliedsstaaten hätten damit anerkannt, dass
Investitionen in die Raumfahrt auch Investitionen in die Gesamtwirtschaft seien.

Als strategische Ziele nannte Dordain den Ausbau der Wissenschaft, die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und die Verbesserung der  Dienstleistungen. Schwerpunkte seien dabei unter anderem die Fortsetzung der Nutzung der Internationalen Raumstation ISS, die Entwicklung der leistungsfähigeren Trägerrakete Ariane 5 ME (Midlife Evolution) und die Beteiligung Europas mit einem Servicemodul am künftigen bemannten Raumschiff der Nasa, „Orion“. Damit ist Europa auch an der nächsten Mondmission der Amerikaner beteiligt.

Der Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner, sagte der Nachrichtenagentur dapd, die Ergebnisse von Neapel seien „gut für Europa und die europäische Raumfahrt“. Für ihn sei besonders wichtig, dass zwischen der Esa und der Europäischen Union ein gemeinsamer Weg gefunden worden sei. Denn seit der Lissabon-Konferenz habe ja auch die EU eine Kompetenz in
der Raumfahrt. „Heute wurde nun ein Papier verabschiedet, in dem die Esa neben ihren Standardmethoden der Wahl- und Pflichtprogramme, die nach ihren Regeln arbeiten, jetzt die Möglichkeit eröffnet, ganz gezielt auch Programme für die Europäische Union abzuarbeiten, zu
managen und umzusetzen.“ Zudem werde die ISS fortgesetzt, die Kooperation mit den USA gestärkt und die Trägerfrage gelöst. „Alles im allem haben wir jetzt ein rundes Progamm der Raumfahrt, mit dem jemand, der wie ich daran beteiligt war, zufrieden sein kann“, betonte Wörner.

Quelle: dapd

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
EU-Kommission Michel Barnier soll Brexit-Verhandlungen führen

Die EU-Kommission hat den ehemaligen französischen Außenminister Michel Barnier zum Verhandlungsführer der Austrittsgespräche mit Großbritannien ernannt. Mehr

27.07.2016, 10:56 Uhr | Politik
Raumfahrt Versorgung für die ISS im Anflug

Am Samstag startete Progress 64P vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan und damit ein unbemannter Transportflug zur ISS. An Bord des Progress-Transportraumschiffs befinden sich mehr als drei Tonnen Nachschub für die Besatzung der Internationalen Raumstation. Unter anderem handelt es sich dabei um Nahrung und Treibstoff. Mehr

18.07.2016, 12:45 Uhr | Wissen
Morde in Baton Rouge Nichts rechtfertigt Gewalt gegen die Polizei

Im amerikanischen Bundesstaat Louisiana sind Polizisten in einen Hinterhalt gelockt worden. Drei Beamte wurden erschossen, ein weiterer schwebt in Lebensgefahr. Präsident Obama ruft die Amerikaner zu Einigkeit auf. Mehr Von Winand von Petersdorff und Andreas Ross, Washington

17.07.2016, 23:39 Uhr | Politik
Handelsabkommen Merkel will Bundestag bei Ceta-Abkommen einbinden

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vertritt die Ansicht, dass Ceta ein ausschließlich europäisches Abkommen sei und die Zustimmung nationaler Parlamente damit nicht notwendig wäre. Mehr

30.06.2016, 17:29 Uhr | Politik
Großbritannien Die Wiederkehr von Boris

Als Journalist berichtete Boris Johnson nicht immer akkurat aus Brüssel - und sorgte so regelmäßig für Gelächter und für Unmut. Nun ist er als frischgebackener Außenminister zurückgekehrt. Mehr Von Michael Stabenow, Brüssel

18.07.2016, 14:14 Uhr | Politik