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Raumfahrt Mars Express liefert erste Bilder vom Roten Planeten

03.12.2003 ·  Die Esa-Sonde Mars Express soll zu Weihnachten den Mars erreichen. Doch schon aus 5,5 Millionen Kilometer Entfernung lieferte die Sonde erste Bilder vom Roten Planeten.

Von Cornelia Pretzer, Darmstadt
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Die Esa-Sonde Mars Express soll zu Weihnachten den Mars erreichen. Der Höhepunkt dieser Ankunft wird das Aufsetzen des Landegeräts Beagle 2 auf der Oberfläche des Roten Planeten in der Nacht vom 24. zum 25. Dezember sein. Doch schon aus 5,5 Millionen Kilometer Entfernung lieferte die Sonde erste Bilder vom Roten Planeten.

Die High Resolution Stereo Camera (HRSC) an Bord von Mars Express schoß das erste Bild am 1. Dezember. Der Mars zeigt sich darauf aus ungewöhnlicher Perspektive, da der Planet auf eine Art erhellt wird, die wir von der Erde aus nie zu sehen bekommen. Die Sonne scheint auf die westlichen Hemisphäre, aber mehr als ein Drittel des Mars liegt im Dunkeln. Am Übergang zwischen Tag und Nacht ist Morgennebel zu sehen. Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin, der die Kamera als treibende Kraft entwickelt hat, sagt: „Wenn es nicht so neblig wäre, könnte man auch mehr der Oberfläche sehen. Dieses Bild ist ein Vorgeschmack auf das, was es später zu sehen geben wird, wenn Mars Express am Mars angekommen ist.“

Die HRSC macht aus 12 Kanälen der Vor- und Rücksicht sowie 9 Farbkanälen Bilder des Mars. Die Bilder all dieser Kameras werden in dem Gerät überlagert und per Computer zu dem endgültigen Bild zusammengesetzt. Daraus erwarten sich die Wissenschaftler eine bessere Auflösung und damit mehr Informationen über die Marsoberfläche.

Die Esa auf dem Weg zum Mars

Mars Express war am 2. Juni in Baikonur gestartet. An Bord hat die Sonde sieben wissenschaftliche Instrumente, die eine Reihe von Fernerkundungsexperimenten durchführen sollen, um Atmosphäre, Struktur und Geologie des Mars zu untersuchen. Außerdem soll das Landegerät Beagle 2 mit seinen exobiologischen und geochemischen Untersuchungen entscheidend zur Suche nach Spuren von Leben auf dem Mars beitragen.

Die erste Herausforderung steht an, bevor der Mars-Express-Orbiter überhaupt in die Marsumlaufbahn eintreten und die Mission damit beginnen kann. Beagle 2 muß sicher ans Ziel geführt werden. Diese Aufgabe, die am 19. Dezember beginnt, ist nicht ohne Risiko. Um das Landegerät am vorgesehenen Punkt ausklinken zu können, befindet sich Mars Express auf Kollisionskurs mit dem Roten Planeten, da das Landegerät nicht über ein eigenes Antriebssystem verfügt und daher bis zum genauen Abwurfpunkt „getragen“ werden muß. Dies bedeutet, daß der Orbiter sofort nach dem Ausklinken abdrehen muß, um nicht selbst auf dem Mars einzuschlagen.

Tests im Vorhinein

Das Esa-Team übt seit September unter realistischen Bedingungen und verwendet dabei die Computer und das Gerät, die auch in dieser Missionsphase zum Einsatz kommen werden. Zwar kann die Sonde nicht direkt mit einbezogen werden, aber ihr Verhalten wird mittels eines ausgeklügelten Computerprogramms unter Verwendung der echten Flugsoftware simuliert. Diese Übungen, die jeweils mindestens einen Tag dauern, decken alle denkbaren Fälle vom Ausfall eines Bordinstruments bis zu einem Brand im Kontrollraum ab. Damit beim Ernstfall alles klappt.

Colin Pillinger, verantwortlich für die Landeeinheit, zeigte sich zuversichtlich, daß die Mission ein Erfolg wird. „Wir haben alle Funktionen mehrmals getestet und alle denkbaren Fehler simuliert.“ Allerdings könne es immer zu Komplikationen kommen. „Nicht umsonst sind bislang fast zwei Drittel der 30 Mars-Missionen gescheitert“, sagte Pillinger. Von den vier aktuellen Marsflügen sind zurzeit noch drei auf Kurs. Neben den Europäern werden die Amerikaner im Januar und Februar mit zwei fahrbaren Geräten landen. Die Zukunft der japanischen Mission ist ungewiß.

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