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Raumfahrt Kometensonde Rosetta begegnet Asteroid Steins

06.09.2008 ·  Die Europäische Kometensonde Rosetta ist seit vier Jahren unterwegs zum Kometen Tschurjumow-Gerassimenko. Am Freitagabend hat sie auf dem Weg dorthin den Asteroiden Steins passiert.

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Die Europäische Kometensonde Rosetta hat am Freitagabend den Asteroiden Steins passiert. Rund 360 Millionen Kilometer von der Erde entfernt passierte die Sonde der Europäischen Weltraumorganisation ESA um 20.58 Uhr den noch unerforschten Gesteinsbrocken. Rosetta näherte sich dabei Steins bis auf 800 Kilometer, um die Oberfläche zu fotografieren und zu untersuchen.

In einem minutiös geplanten Ablauf näherte sich Rosetta am Freitag Steins. Um den fünf Kilometer großen Brocken dabei durchgehend mit den Instrumenten an Bord beobachten zu können, mußte die Sonde eine komplexe Drehbewegung ausführen. Das erforderte eine Unterbrechung des Funkkontaktes für etwa anderthalb Stunden. Erst gegen 22:15 wußten die Flugingenieure im Europäischen Raumkontrollzentrum Esoc in Darmstadt, dass das Manöver geglückt war.

Kamera Osiris soll Fotos des Asteroiden liefern

Zur Erforschung Steins nahm Rosetta elf verschiedene Instrumente in Betrieb, darunter die Kamera Osiris, die spektakuläre Fotos des Asteroiden liefern soll. Wegen eines Problems mit einer Radioantenne der Nasa in der kalifornischen Mojave-Wüste verzögerte sich allerdings anschließend die Übermittlung der wissenschaftlichen Daten.

Die Erkundung von Steins soll den Forschern detaillierte Erkenntnisse über die Oberflächenstruktur des Asteroiden sowie seine chemische und mineralogische Zusammensetzung liefern. Von den Untersuchungen versprechen sich die Wissenschaftler grundlegende Erkenntnisse über die Bildung von Planeten und Monden. Dies könnte auch wichtige Hinweise darüber liefern, wie das Leben auf der Erde entstanden ist.

Eigentliches Ziel ist der Komet Tschurjumow-Gerassimenko

Der unregelmäßig geformte Steins, der 1969 von einem russischen Forscher entdeckt und nach dem lettischen Astronomen Karlis Steins benannt wurde, gehört laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln einer eher seltenen - aber wissenschaftlich besonders interessanten - Asteroiden-Klasse an: Der Gesteinsbrocken zählt zu den so genannten E-Typ-Asteroiden - von ihnen vermuten Wissenschaftler, dass sie Bruchstücke von einst sehr viel größeren Kleinplaneten sind, die durch kosmische Kollisionen zerstört wurden.

Die Erkundung des Asteroiden ist das erste wissenschaftliche Ziel von Rosetta, die 2004 ins All gestartet war. Im Mai 2014 soll die Sonde ihr eigentliches Zielobjekt, den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko, erreichen. Zuvor soll die Sonde im Juli 2010 dem Asteroiden Lutetia begegnen - ist etwa zehnmal größer als Steins.

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