Home
http://www.faz.net/-gwz-7563u
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 18.12.2012, 19:42 Uhr

Raumfahrt Esa-Bodenstation für ferne Satelliten

Europa hat eine neue Bodenstation für interplanetare Missionen und Weltraumteleskope. Ihr Sitz ist in der Pampa Amarilla in Argentinien. Heute ist die Anlage feierlich eröffnet worden.

© Esa Die neue Esa-Bodenstation für Satelliten in Argentinien mit ihrem 35-Meter-Teleskop.

Die europäische Weltraumagentur Esa hat heute offiziell eine neue Bodenstation für Satelliten  in Betrieb genommen, mit der sie präzise über einen weiten Bereich die Bahnen von Raumsonden verfolgen kann. Der Sitz der Anlage mit ihrem 35 Meter Teleskop ist die Hochebene der Pampa Amarilla in Argentinien bei MaIargüe.  Die Antenne mit der Bezeichnung DSA 3 (deep-space antenna 3) wird Anfang kommendes Jahr ihre eigentliche Arbeit aufnehmen und die wissenschaftlichen Daten von den aktiven Raum- und Landesonden sowie von den Orbitern  in Hunderten von Millionen Kilometern Entfernung in unserem Sonnensystem registrieren. Wegen der großen Entfernung von der Erde benötigen die interplanetaren Missionen  eine möglichst präzise Ausrichtungen. Mit der Satellitenbodenstation in Malargüe ist dann das aus drei Stationen bestehende Antennennetz der Esa  für interplanetare Missionen vollständig.

Manfred Lindinger Folgen:

Drei Esa-Standbeine zur Satelliten-Kontrolle

DSA 1 steht in New Norcia in Australien,  DSA 2 im spanischen Cebreros.  Jede  Bodenstation ist einer  Parabolantennen mit 35 Metern Durchmesser ausgerüstet, die für jetzige und künftige Missionen der Esa, darunter  Planetenmissionen und Weltraumteleskope die erforderliche  Reichweite und schnellere Datenübertragung ermöglichen. Außer der europäischen Raumfahrtagentur verfügt auch die amerikanische Weltraumbehörde Nasa mit ihrem „Deep Space Network“ über eine ähnliche Einrichtung.

Mehr zum Thema

Der Standort in der Pampa Amarilla  „Gelbe Pampa„) wurde 2009 ausgewählt. Die Bauarbeiten begannen im Januar 2010, im Frühjahr 2012 war die Analage weitgehend fertiggestellt. Am 14. Juni 2012 wurden die ersten Testsignale der Sonde Mars Express empfangen, die in rund 190 Millionen Kilometer Entfernung den roten Planeten umkreist. Wie alle DSA-Stationen wird die Anlage in Malargüe für tägliche Bahnverfolgungsbefehle und das Herunterladen wissenschaftlicher Daten vom Raumflugkontrollzentrum  (Esoc) der Esa in Darmstadt aus ferngesteuert.

Mars, Mars-Express, Esa © Esa Vergrößern Dieses Bild von Mars-Express wurde von DSA-3 empfangen.

"Mit der Malargüe-Station ist die ESA nun eine von nur zwei Weltraumorganisationen weltweit, die in der Lage sind, interplanetare Missionen ohne Unterbrechungen zu verfolgen", erklärte Jean-Jacques Dordain, der Generaldirektor der Esa. „Die Station Malargüe kann X- und Ka-Band-Signale empfangen und hat somit eine signifikant verbesserte Fähigkeit, große Datenmengen aus weiter Entfernung zu empfangen“, sagt Roberto Maddè, Projektleiter der Station am Satellitenkontrollzentrum der Esa in Darmstadt  
 

 „Sobald Malargüe 2013 in den regulären Betrieb geht, wird die Station Wissenschaftsmissionen wie Mars Express, Venus Express, Rosetta und zukünftig auch Gaia, BepiColombo, ExoMars, Solar Orbiter, Euclid und Juice unterstützen“, erklärte Alvaro Giménez Cañete, ESA-Direktor für Wissenschaft und Roboterexploration. Die Bodenstation  in Argentinien hat 50 Millionen Euro gekostet.

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Pjöngjang schreibt den UN Nordkorea will im Februar Weltraumrakete starten

Eine wissenschaftliche Mission oder ein verdecktes Rüstungsprogramm? Nordkorea informiert die Vereinten Nationen über einen bevorstehenden Raketenstart. Amerika und Südkorea sind nicht begeistert. Mehr

02.02.2016, 19:20 Uhr | Politik
Raumfahrt Ariane-Rakete erfolgreich ins All gestartet

Die Europäische Weltraumbehörde ESA veröffentlicht Bilder vom ersten Start einer Ariane-5-Rakete in diesem Jahr. Sie transportiert einen Kommunikations-Satelliten in den Weltraum. Mehr

28.01.2016, 10:22 Uhr | Wissen
Südkorea Washington plant Raketenstationierung

Nach dem nordkoreanischen Raketentest erhöht Amerika den Druck auf Kim Jong-un: Schon in zwei Wochen könnte ein Raketenabwehrsystem in Südkorea stationiert sein. Mehr

08.02.2016, 21:39 Uhr | Politik
Südkorea in Alarmbereitschaft Nordkorea will Satelliten ins All schießen

Nordkorea betonte, das Land habe das souveräne Recht, ein eigenes Weltraumprogramm zu verfolgen. Amerika und andere Regierungen vermuten, dass es sich bei solchen Vorhaben um verdeckte Raketentests handelt Mehr

05.02.2016, 12:22 Uhr | Politik
Nordkoreanischer Raketentest Japan versetzt Militär in Alarmbereitschaft

Japan droht damit, in den von Nordkorea angekündigten Raketentest einzugreifen und den Flugkörper abzuschießen. Gleichzeitig meldet die Polizei die Verhaftung eines nordkoreanischen Spions. Mehr

03.02.2016, 08:29 Uhr | Politik