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Raumfahrt Adieu Vesta

 ·  Die Raumsonde Dawn hat nach einem Jahr den Asteroiden Vesta verlassen. Ihr nächstes Ziel ist der Zwergplanet Ceres.

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Gut ein Jahr nach ihrer Ankunft am Asteroiden Vesta verlässt die Raumsonde Dawn der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa an diesem Mittwoch dessen Umlaufbahn und fliegt zu ihrem nächsten Ziel weiter, dem Zwergplaneten Ceres. Rund zweieinhalb Jahre wird Dawn bis dorthin unterwegs sein. Diese Zeit werden die an dem Projekt beteiligten amerikanischen und deutschen Forscher dazu nutzen, das reichhaltige Datenmaterial auszuwerten, das die Instrumente - darunter eine Kamera des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Lindau/Harz - an Bord der Raumsonde in den vergangenen zwölf Monaten gesammelt haben.

Gesteinskartoffel im All

Bereits jetzt hat Dawn einige Überraschungen zutage gefördert. Als zweitschwerster Körper des Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter zeichnet sich Vesta durch eine ungewöhnliche Topographie aus. Während die Nordhalbkugel übersät ist mit Kratern, findet man in der Äquatorregion tiefe Furchen sowie steile Klippen und auf der Südhemisphäre zwei riesige Einschlagbecken. Die auffallende abgeflachte Form der Südhalbkugel, die schon vor Jahren auf Bildern des Hubble-Teleskops aufgefallen war, werten die Forscher mittlerweile als Folge von heftigen Kollisionen mit anderen Himmelskörpern. Am Südpol erhebt sich zudem ein mehr als sechzehn Kilometer hohes Bergmassiv.

Im Wachstum stecken geblieben

Für die Forscher ist Vesta mit einem Durchmesser von 525 Kilometern - streng genommen - weder ein Planet noch ein Asteroid. Stattdessen bezeichnen sie Vesta als Protoplaneten, als eine Art „Vorplaneten“, der vor 4,5 Milliarden Jahren in einer frühen Phase der Planetenentwicklung stecken geblieben ist. Die Daten von Dawn zeigen, dass Vesta offenkundig wie die Erde eine Kruste, einen Mantel und einen Eisenkern besitzt.

Reicher Mineralienschatz

Zudem ist die mineralogische Zusammensetzung von Vestas Oberfläche äußerst vielfältig. Weil die Materialien das Licht verschiedener Wellenlängen unterschiedlich stark reflektieren, können die Forscher Schlüsse auf die Gesteinsarten ziehen. Außerdem hat man in den vergangenen Monaten, in denen sich Dawn Vesta bis auf 200 Kilometer näherte, deutlich Helligkeitsunterschiede der Oberfläche registriert. Während die hellsten Stellen das Sonnenlicht so stark reflektieren wie Schnee, schlucken die dunklen Gebiete das Licht ähnlich stark wie Kohle. Eine weitere wichtige Erkenntnis lieferte der Nachweis, dass die sogenannten HED-Meteorite - eine große Klasse von Gesteinsbrocken, die auf der Erde gefunden wurden - von Vesta stammen (“Science“, Bd. 336, S. 608-704)

Ceres - eine Eiswelt

Wenn Dawn im Februar 2015 in eine Umlaufbahn um den Zwergplaneten Ceres einschwenkt, wird sie ein Objekt vorfinden, dass sich von Vesta stark unterscheidet. Statt einer festen Gesteinskruste erwartet man bei Ceres einen Eispanzer, der einen Gesteinskern umhüllt und sogar Wasser enthalten könnte. Manch einer erwartet sogar eine dünne Atmosphäre.

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