http://www.faz.net/-gwz-73k0h

Neuer Planet entdeckt : Diamanten in 40 Lichtjahren Entfernung

  • Aktualisiert am

Bereits im vergangenen Jahr haben ihn Astronomen erkannt, nun wurde er als Diamant-Planet eingestuft: 55 Cancri e. Bild: AFP

In kosmischer Nachbarschaft zur Erde haben amerikanische Forscher einen wertvollen Planeten ausgemacht: Er soll zu einem Drittel aus Diamant bestehen.

          Um einen Nachbarstern unserer Sonne kreist ein Diamant-Planet. Das schließen amerikanische Forscher aus der Analyse der chemischen Zusammensetzung des Himmelskörpers. Der Exoplanet mit der Katalognummer „55 Cancri e“ sei reich an Kohlenstoff, teilte die Yale-Universität am Donnerstag in New Haven, Connecticut mit. Diamant ist eine Form des Kohlenstoffs. Die Forscher schätzen, dass der Planet mindestens zu einem Drittel aus Diamant besteht.

          „Dies ist ein erster Blick auf einen felsigen Planeten, dessen chemische Zusammensetzung sich dennoch fundamental von der Erde unterscheidet“, erläuterte Yale-Astrophysiker Nikku Madhusudhan in der Mitteilung. „Die Oberfläche dieses Planeten ist wahrscheinlich mit Graphit und Diamant bedeckt und nicht mit Wasser und Granit.“ Den Beobachtungen zufolge ist der Planet etwa doppelt so groß wie die Erde und besitzt rund die achtfache Masse.

          Leben ist auf dem Diamant-Planeten undenkbar

          „55 Cancri e“ ist einer von insgesamt fünf Planeten eines sonnenähnlichen Sterns im Sternbild Krebs. Dieses Sonnensystem ist rund 40 Lichtjahre von unserem entfernt und gehört damit zur kosmischen Nachbarschaft. Dennoch liegt diese reichhaltige Diamantmine weit außerhalb unserer Reichweite: Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und entspricht knapp zehn Billionen Kilometern. Die Reise dorthin würde Jahrhunderte dauern, selbst wenn sie technisch machbar wäre.

          Der Exoplanet zählt zu den Supererden. So werden Planeten anderer Sterne bezeichnet, die nicht sehr viel größer sind als die Erde und aus Gestein bestehen. Leben ist auf dem Diamant-Planeten allerdings undenkbar: Er umkreist seinen Heimatstern alle 18 Stunden in so geringer Distanz, dass es auf ihm rund 2150 Grad Celsius heiß ist.

          Die Entdeckung zeige, dass Supererden nicht automatisch dieselbe chemische Zusammensetzung haben müssten wie die Gesteinsplaneten in unserem Sonnensystem, betonen die Forscher. Sie stellen ihre Analysen in einer kommenden Ausgabe des Fachblatts „Astrophysical Journal Letters“ vor.

          Weitere Themen

          Im All angekommen Video-Seite öffnen

          Roter Tesla als Frachtversuch : Im All angekommen

          Der rote Tesla Roadster von Unternehmer und Milliardär Elon Musk ist im Weltraum angekommen. Von SpaceX veröffentlichte Bilder zeigen den Wagen vor dem Hintergrund des blauen Planeten.

          Erfinder von Billy und Co gestorben Video-Seite öffnen

          Trauer im Ikea-Gründer : Erfinder von Billy und Co gestorben

          Er gründete das weltweit größte Einrichtungshaus und war einer der reichsten Menschen des Planeten: Ikea-Gründer Ingvar Kamprad ist im Alter von 91 Jahren aus dem Leben getreten. Die Revolution der Möbelwelt begann vor knapp 70 Jahren mit einer Vision in einem schwedischen Dorf.

          Topmeldungen

          Jung und konservativ und eine Kritiker von Kanzlerin Merkel: Jens Spahn

          Merkels neue Minister : Reform statt Revolution in der CDU

          Angela Merkel gibt dem Druck aus der eigenen Partei nach und kündigt vor dem Parteitag eine Verjüngung der CDU-Minister in der nächsten Bundesregierung an.

          Olympia-Kommentar : Schluss damit!

          Genug gebüßt! Das IOC will einen Schlussstrich unter die Causa Russland ziehen: Die baldige Rückkehr des russischen olympischen Komitees auf den Olymp ist vor allem eine Frechheit gegenüber Sportlern in aller Welt.

          Zur Frankfurt-Wahl : Große und kleine Überraschungen

          Peter Feldmann ging von der Pole Position des Amtsinhabers ins Rennen, diesen Vorsprung hat er beherzt genutzt. Seine Motorleistung war jedoch nicht so stark, dass er die Konkurrenten um den Posten des Rathauschefs vom Start weg hätte überrunden können.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.