Home
http://www.faz.net/-gx0-735fk
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Neue Aufnahmen vom Weltraumteleskop „Hubble“ liefert bislang tiefsten Blick in den Kosmos

So tief haben Astronomen noch nie ins Universum geblickt: Das Weltraumteleskop „Hubble“ liefert eine Aufnahme von fernen Galaxien, die bislang noch nie beobachtet worden sind.

© dpa Vergrößern Das Bild von „Hubble“ zeigt 5500 Galaxien, die teilweise bis zu 13,2 Milliarden Lichtjahre entfernt sind.

Das Weltraumteleskop „Hubble“ hat den bislang tiefsten Blick ins Weltall geworfen: Die Langzeitbelichtung mit dem Namen „Hubble extreme Deep Field“ (XDF) enthüllt rund 5500 Galaxien in einer Entfernung von bis zu 13,2 Milliarden Lichtjahren, wie das US-amerikanische Weltraumteleskop-Forschungsinstitut STScI am Dienstag (Ortszeit) in Baltimore mitteilte. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und entspricht knapp zehn Billionen Kilometern.

„Das XDF ist die tiefste Himmelsaufnahme, die je erzielt wurde, und enthüllt die schwächsten und fernsten Galaxien, die je beobachtet wurden“, erläuterte Garth Illingworth von der Universität von Kalifornien in Santa Cruz in der Mitteilung. „XDF ermöglicht uns, weiter zurück in der Zeit zu spähen als jemals zuvor.“

Mehr zum Thema

Das XDF ist ein Ausschnitt aus dem „Hubble Ultra Deep Field“ (UDF) der Jahre 2003/2004 aus dem südlichen Sternbild Fornax (chemischer Ofen). Für die neue Aufnahme hatte das Teleskop einen winzigen Himmelsbereich, der nur ein Bruchteil so groß ist wie der Vollmond, in den vergangenen zehn Jahren insgesamt etwa 555 Stunden lang beobachtet. Auf diese Weise wurden noch Galaxien sichtbar, die zehn Milliarden Mal schwächer leuchten als mit dem bloßen Auge zu sehen.

Die fernste Galaxie in der Aufnahme stammt aus einer Zeit, als das Universum erst 450 Millionen Jahre alt war. Zum Vergleich: Inzwischen sind bereits 13 700 Millionen Jahre seit dem Urknall vergangen.

Das aus 2000 Einzelaufnahmen zusammengesetzte Bild enthält die Geschichte der Galaxienentwicklung fast seit dem Urknall bis heute. Sowohl die uralten, winzigen Saaten der heutigen majestätischen Spiralgalaxien sind darauf zu sehen als auch alte, rote Galaxien, die kaum noch neue Sterne produzieren.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Supermassives Schwarzes Loch Ein Monster des jungen Universums

Viel zu massereich ist eigentlich das Schwarze Loch, das jetzt aufgespürt wurde. Es stammt aus einer Zeit, als der Kosmos gerade aus seiner dunklen Epoche erwachte. Mehr Von Manfred Lindinger

25.02.2015, 19:00 Uhr | Wissen
Weltall Gewaltige Eruption auf der Sonne

Die amerikanische Weltraumbehörde Nasa hat Aufnahmen einer intensiven Sonneneruption veröffentlicht. Solareruptionen sind geballte Strahlenausbrüche. Mehr

27.12.2014, 10:36 Uhr | Wissen
Der diffuse Gammahimmel Rätselhafte Blasen der Milchstraße

Dank eines neuen Computercodes ist die Gammastrahlung unserer Milchstraße neu kartiert worden. Zwei physikalische Prozesse sind maßgeblich für die energiereiche Strahlung verantwortlich. Mehr Von Jan Hattenbach

01.03.2015, 08:00 Uhr | Wissen
Ins All geschossen Neuer Satellit beobachtet gefährliche Sonnenwinde

Der amerikanische Satellit Deep Space Climate Observatory soll aus einer Entfernung von rund 1,5 Millionen Kilometern Sonne und Erde beobachten. Er behält Sonnenwinde im Blick und dient zudem als Klimasonde für die Erde. Mehr

12.02.2015, 16:08 Uhr | Wissen
Neutronensterne Verzögertes Nachglühen kollabierender Sternleichen

Neutronensterne, die zu einem Schwarzen Loch verschmelzen, senden kurze Gammablitze und lang anhaltendes Röntgenlicht aus. Über die Reihenfolge der Erscheinungen wird seit langem gerätselt. Mehr Von Hermann-Michael Hahn

21.02.2015, 16:00 Uhr | Wissen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 26.09.2012, 10:15 Uhr

Keime ohne Grenzen

Von Jörg Albrecht

Alles blickt nun auf die Masern. Aber sie sind lange nicht das einzige Problem Mehr 1 1