Home
http://www.faz.net/-gx0-74val
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Nasa-Fotos Vom Himmel, hell und klar

Verner Suomi würde staunen: Die Bilder aus dem nach ihm benannten Satelliten ergeben in der Zeitreihe ein Bild der nächtlichen Erde, wie es schöner kaum sein könnte.

© REUTERS Vergrößern Nasa-Fotos: Die Erde in ungeahnter Schärfe

Der Mensch scheint auch ein weitgehend nachtaktives Wesen zu sein. Sogar vom Weltraum aus ist das nicht zu übersehen. Vor allem auf der Nordhalbkugel der Erde fallen die Lichtquellen auf, die gelegentlich regional die Nacht zum Tage machen. Die großen Städte bilden gar Lichtermeere, erstaunlich klar treten auf den Aufnahmen aber auch Fischereiflotten im Chinesischen Meer zutage: Mit grellen Lampen werden die Meeresbewohner an die Wasseroberfläche gelockt, wo sie den Fischern ins Netz gehen.

Diesen Befund haben die Wissenschaftler schon vor vierzig Jahren auf Bildern der militärischen amerikanischen Wettersatelliten (DMSP) entdeckt. An diese Bilder kamen sie aber nur schwer heran, wenn sie die Ausbreitung von Waldbränden oder das Tänzeln der Polarlichter systematisch studieren wollten. Mit den Bildern des Tag/Nacht-Sensors an Bord des im Oktober vergangenen Jahres gestarteten Satelliten Suomi NPP, der von der Nasa, der amerikanischen Meeres- und Atmosphärenbehörde NOAA und vom amerikanischen Verteidigungsministerium gemeinsam (NPP = National Polar-orbiting Partnership) betrieben wird, hat sich das geändert.

Mehr zum Thema

Die Nachtaufnahmen des nach dem finnischen Weltraummeteorologen Verner Suomi benannten Satelliten, die für jede Region am frühen Morgen um 1.30 Uhr Ortszeit entstehen, sind sechsmal so „scharf“ und 250 Mal so lichtstark wie die Bilder der DMSP-Satelliten. Aus Bildstreifen vom April und vom Oktober ist jetzt ein durch seine Klarheit bestechendes Abbild der Erde entstanden, dessen Details oft erst in der Zeitserie zu begreifen sind. Dabei lässt sich - so der an der Datenauswertung wesentlich beteiligte Chris Elvidge - sogar erkennen, wie die Lichter in den Heimatstädten und Heimatprovinzen von Diktatoren sich ausbreiten.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Optik Geht das denn nicht auch kleiner?

Wer zoomen will, braucht Platz. Doch widersetzen sich Tele-Optiken bisher hartnäckig jeder Miniaturisierung. Nicht mehr lange. Mehr Von Katharina Menne

07.12.2014, 23:24 Uhr | Wissen
NASA-Bilder zeigen Sonnen-Eruption

Die Nasa hat erneut spektakuläre Bilder der Sonne veröffentlicht. Sie zeigen eine Eruption der stärksten Strahlungsklasse. Mehr

12.09.2014, 09:59 Uhr | Wissen
Marsrover Curiosity Der Gale-Krater war einst ein See

Auf dem Roten Planeten könnte es einst eine längere feuchtwarme Klimaphase gegeben haben, die ideal für Seen und Flüsse war. Darauf deuten die jüngsten Ergebnisse des amerikanischen Forschungsroboters Curiosity hin. Mehr Von Manfred Lindinger

09.12.2014, 20:17 Uhr | Wissen
Explosionsstürme auf der Sonne

Mehrere spektakuläre Eruptionen im Zentrum unseres Sonnensystems sorgten für Bewegung auf der Sonne, die sogar unsere Satelliten stören könnte. Mehr

01.09.2014, 10:30 Uhr | Wissen
Rekordfund bei 8143 Metern Die Gespenster der Tiefe

Ein Haufen Köder am Haken, Kleinkrebse im Riesenformat zupfen dran, und plötzlich schwebt ein Fisch wie ein Geist vor die Linse: So tief unten im Meer hat man noch kein Wirbeltier entdeckt. Mehr Von Joachim Müller-Jung

20.12.2014, 00:18 Uhr | Wissen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 06.12.2012, 16:33 Uhr