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Riskante Reisen zum Mars : Bleibt lieber auf der Erde!

Der Astronaut Mark Vande Hei repariert Anfang Oktober bei einem Außeneinsatz auf de ISS den Roboterarm „Candarm2“. Bild: dpa

Mediziner raten von Reisen zum Mars ab. Auch ein längerer Aufenthalt auf dem Mond sei vor allem für das Gehirn nicht förderlich. Was bedeutet das für unsere Zukunft?

          Dem menschlichen Entdeckerdrang zum Trotz sollten Reisen zum Mars besser unterbleiben. Das rät eine internationale Gruppe von Medizinern in einer aktuellen Studie, die im „New England Journal of Medicine“ erschienen ist. Schon nach drei Monaten Aufenthalt in der Schwerelosigkeit verändere sich die Gehirnstruktur von Astronauten so gravierend, dass diese ihre Arbeiten und Aufgaben nicht mehr angemessen erfüllen könnten. Eine Marsreise nehme bei der aktuellen Raumfahrttechnik mindestens zwei Jahre in Anspruch, aber auch schon monatelange Aufenthalte auf der Internationalen Raumstation oder auf dem Mond seien problematisch, so die Forscher, darunter Mediziner von der Universität Frankfurt.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          In ihrer Studie haben die Wissenschaftler über mehrere Jahre hinweg die Gehirne von 34 aktiven Astronauten mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) vor und nach dem Aufenthalt im Weltraum untersucht. 16 Astronauten hatten bei früheren Flügen mit den amerikanischen Spaceshuttle nur wenige Wochen im All verbracht. 18 Astronauten waren mehrere Monate an Bord der Internationalen Raumstation ISS gewesen.

          Die Hirnscans zeigten deutlich, dass sich bei Weltraumreisen von etwa drei Monaten Dauer bereits die Hirnwasserräume und die Zentralfurche im Gehirn der Probanten verengten. Zudem verschob sich das Gehirn als Ganzes nach oben. Außerdem schwoll der Sehnerv, und der Hirndruck stieg an. Viele Astronauten berichten nach ihrer Rückkehr zur Erde über Sehstörungen und Kopfschmerzen nach ihrem Aufenthalt auf der Raumstation.

          Sind die Hirnschaden irreparabel?

          Die Mediziner folgern aus ihren Befunden, dass die Schwerelosigkeit auf Dauer gerade diejenigen Hirnregionen verändert, die Einfluss auf die Koordinationsfähigkeit und Wahrnehmung haben. „Nach einer längeren Zeit im All wären die Teilnehmer womöglich nicht mehr in der Lage, Objekte in ihrer näheren Umgebung korrekt wahrzunehmen, geschweige denn ihre täglichen Aufgaben zu erfüllen.“ Ob die nachgewiesenen Veränderungen des Gehirns von Astronauten sich nach einiger Zeit wieder zurückbilden oder nicht, müssten weitere Studien untersuchen. Deshalb raten die Forscher zumindest aus medizinischer Sicht von Reisen zum Mars ab, halten aber auch einen längeren Aufenthalt auf dem Mond für nicht unbedenklich

          Ob sich die Studienergebnisse auf die Pläne der großen Weltraumorganisationen auswirken, ist zu bezweifeln. Ende des kommenden Jahrzehnts wollen die Raumfahrtnationen mit dem Bau einer Raumstation in der Umlaufbahn des Mondes und einer permanent bemannten Basis auf dem Erdtrabanten beginnen. Mitte der dreißiger Jahre will Amerika die ersten Astronauten zum Mars schicken.

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