Lebensformen wird die fahrbare Sonde „Curiosity“ (englisch für Neugier) definitiv keine suchen. „Das ist keine Mission, um Leben auf dem Mars zu finden. Wir haben nicht die Fähigkeit, es zu finden, wenn es dort welches gibt“, erklärt der Projektwissenschaftler John Grotzinger. „Wonach wir suchen, sind die Zutaten für Leben.“
Damit sind auch, aber nicht nur, organische Verbindungen gemeint, die es auf dem Mars eigentlich geben muss, schon weil Meteoriten, die dort niedergehen, welche enthalten. Warum die Viking-Sonden, die 1976 auf dem Roten Planeten landeten und extra danach suchten, nichts gefunden haben, ist bis heute rätselhaft. „Curiosity“ hat ein erheblich verbessertes Chemielabor an Bord, um diese Frage klären zu können. Nun ist Grotzinger, einer der prominentesten Geowissenschaftler Amerikas, von Haus aus Paläontologe. Sein Spezialgebiet sind Mikrofossilien aus der Zeit vor der kambrischen Explosion, in der vor 540 Millionen Jahren das höhere Leben auf der Erde erschien.
Ihn und seine Kollegen interessieren daher Sedimente, die sich nachweislich unter Bedingungen abgelagert haben, die einfache Lebensformen ermöglichen. In „Curiositys“ Zielgebiet, dem 155 Kilometer weiten Marskrater Gale, gibt es einen fünf Kilometer hohen Berg aus Sedimentschichten, deren unterste Lagen Lehm enthalten - und dieser bildet sich typischerweise unter Beteiligung flüssigen Wassers. Direkt darüber liegen Schichten aus Magnesiumsulfat, die wahrscheinlich aus der Zeit vor 3,7 Milliarden Jahren stammen, als der Mars infolge von Vulkaneruptionen und dem Verlust seiner dichten Atmosphäre erst versauerte, dann austrocknete und einfror. Mit „Curiosity“ lässt sich diese Klimakatastrophe anhand der Schichtfolge im Krater Gale genauer studieren.
Das Pkw-große Gefährt ist dazu deutlich reichhaltiger mit Instrumenten ausgestattet als seine beiden nur halb so großen Vorgänger „Spirit“ und „Opportunity“, von denen Letzterer jetzt, mehr als acht Jahre nach der Landung auf dem Mars, noch immer im Einsatz ist. Vor allem aber verfügt „Curiosity“ über eine nukleare Energiequelle, die den Roboter unabhängig vom Sonnenlicht macht. Andererseits ist er mit dieser Ausrüstung so schwer, dass er nur mit einer komplexen, mehrstufigen Methode auf dem Mars abgesetzt werden kann, die noch nie bei einer Mission zum Einsatz kam. Das Risiko, dass das zwei Milliarden Dollar teure Gerät dabei abstürzt, ist daher erheblich.
Zwei Milliarden Dollar...
Thomas J. Huber (tjhuber)
- 06.08.2012, 00:09 Uhr
Was wird „Curiosity“ finden?
Uwe Bussenius (uwebus)
- 05.08.2012, 22:16 Uhr
