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Marsmond Die Krater auf Phobos - Zeugen dramatischer Ereignisse

27.10.2004 ·  Fast wäre es für den Marsmond Phobos zur Katastrophe gekommen, als ein kosmischer Vagabund beim Aufprall auf seine Oberfläche den rund zehn Kilometer großen Krater namens Stickney (links) erzeugte.

Von Günter Paul
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Fast wäre es für den Marsmond Phobos zur Katastrophe gekommen, als ein kosmischer Vagabund beim Aufprall auf seine Oberfläche den rund zehn Kilometer großen Krater namens Stickney (im Bild links) erzeugte. Es hätte nicht viel gefehlt, und der Mond, der selbst nur 19 Kilometer von Nord nach Süd beziehungsweise 22 Kilometer von Ost nach West mißt, wäre zerbrochen.

Das hier gezeigte Foto gehört zu der mit Abstand besten Bildserie von dem kleinen Himmelskörper, der den roten Planeten begleitet. Es läßt noch sieben Meter große Details als Bildpunkte erkennen. Das Foto ist am 22. August mit einer von Gerhard Neukum und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelten Kamera an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express aufgenommen worden.

Vom Mars eingefangener Asteroid

Phobos dürfte einst als Asteroid die Sonne umkreist haben, bis er vom Mars in eine ungewöhnliche Bahn gezwungen wurde: Das Objekt umkreist den Planeten dreimal an jedem Marstag - mit der Folge, daß es von dort aus gesehen im Westen auf- und im Osten untergeht.

Zu den großen Rätseln gehört, wie die markanten, nahezu parallelen Furchen, die bis zu 700 Meter lang und 90 Meter tief sind, entstanden. Ihr Ursprung kann im Innern des Mondes liegen. Vielleicht sind sie aber auch nach der anfänglichen Phase starken Bombardements durch äußere Einwirkung zustande gekommen. Auf dem Bild sind Krater zu sehen, an deren Wänden Regolith - feinkörniges Material - herabgerutscht ist. Andere zeigen Auswürfe, die vielleicht zu den dunkelsten im Sonnensystem gehören.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.10.2004
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Jahrgang 1946, freier Autor im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

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