Home
http://www.faz.net/-gx0-72sdn
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Marsmission Curiosity testet seinen Arm

Seit seiner Landung, vor fünf Wochen, hat der Marsrover Curiosity eine Strecke von 109 Metern zurückgelegt. Bevor es weitergeht, wird die Funktionstüchtigkeit des Roboterarms getestet.

© Nasa/JPL Vergrößern Die Kamera Mahli des Roboterarms blickt auf den Mastkopf des Rovers.

Der Marsrover „Curiosity“ hat auf dem Weg zu seiner ersten Zielregion „Glenelg“ eine kurze Pause eingelegt, um die Beweglichkeit seines Roboterarms und die daran installierten Instrumente zu testen. Dazu führt der der Arm verschiedene Manöver aus. So will man herausfinden, wie dieser sich nach der langen Reise zum Mars und unter der am dem Roten Planeten herrschenden Schwerkraft und den veränderten Umweltbedingungen verhält.

Mehr zum Thema

Schau mal schnell her

Außer den Tests hat Curiosity einige weitere spektakuläre Bilder geschossen und zur Erde geschickt: Darunter befinden sich einige Selbstporträts, aufgenommen mit des Mars Hand Lens Imager (Mahli), der am Roboterarm montiert ist. Sie zeigen unter anderen einen Blick unter den Rover auf die Räder und einen Blick auf den Masten mit den Kameras Mastcam und Chemcam.
 

Curiosity Blick auf die Räder mit dem Imager Mahli des Roboterarms © Nasa, JPL Bilderstrecke 

Mit Mahli sollen vor allem Bilder vom Marsboden und von Gesteinsmaterial aufgenommen werden. Die Kamera kann jedes Objekt anvisieren, das sich sehr nah (zwei Zentimeter) oder fern am Horizont befindet. Seit seiner Landung im Gale-Krater am 6. August 2012 hat „Curiosity“ inzwischen eine Strecke von rund 109 Metern zurückgelegt. Das ist ein Viertel des Weges zu Glenelg. In dieser Region erwarten die Forscher des Jet Propusion Laboratory der Nasa in Pasadena verschiedene Arten von Bodenformationen. Dort wird der Rover auch zum ersten Mal seinen Bohrer einsetzen und Bodenproben analysieren.

Verunreinigt Curiosity den Marsboden?

Einen Dämpfer hat die Erfolgsgeschichte der jüngsten Marsmission der Nasa bekommen. Einem Bericht der „Los Angeles Times“ zufolge, sind vor dem Start des Forschungsroboters offenkundig nicht alle Geräte sterilisiert worden, wie es Vorschrift ist. Ingenieure des Jet Propulsion Laboratory hatten demnach eine Bohrerspitze in einer Halterung  befestigt, für den Fall, dass der Roboter diese nach einer harten  Landung nicht automatisch selbst einsetzen kann. Nun wird befürchtet, dass die einst sterile Bohrerspitze Keimen ausgesetzt gewesen war und damit kontaminiert sein könnte.

Zwar sei es eher unwahrscheinlich, dass Keime die Reise zum Mars und die Landung dort überleben könnten, eine Verunreinigung sei aber dennoch möglich, falls der Forschungsroboter Wasser auf dem Planeten entdecke. In feuchten Umgebungen hätten Keime gute Überlebenschancen. Ein Nasa-Mitarbeiter sagte, dass es unwahrscheinlich sei, Wasser oder Eis nahe der Oberfläche im Gale-Krater zu finden, in dem „Curiosity“ gelandet ist. „Wir haben das gegen das Risiko abgewogen, vor dem Start keine Bohrerspitze einzusetzen und damit überhaupt keine Löcher auf dem Mars bohren zu können“, erklärte David Lavery von der Nasa. 

Die Vorschrift

Die Regeln der amerikanischen Raumfahrtbehörde schreiben vor, dass alle Instrumente, die mit der Oberfläche des Mars in Berührung kommen, vorher sterilisiert werden müssen. Damit soll eine Verunreinigung des Planeten mit Mikroben vermieden werden. „Curiosity“ war am 6. August gelandet. Er soll über einen Zeitraum von zwei Jahren den Roten Planeten untersuchen. Im Zentrum steht die Frage, ob Voraussetzungen für Leben auf dem Mars gegeben sind.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Sensationsfoto von Alma Gestochen scharfe Planeten-Keime

Das europäische Teleskoparray Alma hat von Chile aus erstmals detailreiche Bilder eines Sonnensystems aufgenommen, das die Geburt der ersten Planeten dokumentiert. Mehr

06.11.2014, 10:24 Uhr | Wissen
Sterilisierte Frauen in Indien Rattengift im Antibiotikum

83 Frauen wollten sich von Doktor Gupta sterilisieren lassen, jetzt sind 14 von ihnen tot, und viele andere kämpfen um ihr Leben. Die jüngsten Todesfälle offenbaren ein verfehltes System der Geburtenkontrolle in Indien. Mehr Von Michael Radunski, Delhi

16.11.2014, 17:13 Uhr | Gesellschaft
Alexander Gerst Ich würde auch zum Mars fliegen

Der zur Erde zurückgekehrte deutsche Raumfahrer Alexander Gerst berichtet in Köln von seiner ISS-Mission und erklärt, warum Raumfahrt für ihn Sinn macht. Er hofft mit seiner ISS-Mission junge Leute inspiriert zu haben. Mehr Von Jonas Jansen, Köln

13.11.2014, 17:41 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 12.09.2012, 13:06 Uhr