Der Mars ist gar nicht so weit von der Erde entfernt. Um genau zu sein: Er liegt sogar ganz in der Nähe,im amerikanischen Bundesstaat Utah, unweit der Stadt Hanksville. In der dortigen Wüste befindet sich eine Art Marsstation. So soll es sich zumindest für die Bewohner des irdischen „Roten Planeten“ anfühlen, die mehrere Wochen lang in der “Mars Desert Research Station“ wohnen und leben. Sinn der Unternehmung, die von der “Mars Society“, der Vereinigung von Mars-Enthusiasten, gesponsert und mit wechselnden Besatzungen betrieben wird: Die Simulation von realistischen Bedingungen, wie sie Astronauten erfahren würden, die zum Roten Planeten reisten.
"Der Mars ist in Reichweite", wirbt die Mars Society auf ihrer Homepage. Und man glaubt im ersten Augenblick sich tatsächlich auf dem Roten Planeten zu befinden, wenn man die Bilder des Fotografen Jim Urquhart sieht, der die Besatzung 125 besucht hat, die bis vor kurzem zwei Wochen lang in dieser unwirtlichen Welt zugebracht hat.
Die Marsbasis ist denkbar eng: Gerade einmal zehn Meter Durchmesser hat die "Büchse", in der sich sechs Astronauten aufhalten. Die Zimmer bestehen nur aus einem sehr schmalen Bett, einem kleinen Klapptisch und einem halben Meter Platz davor.
Auf einer echten Station auf dem Mars würden die Astronauten auch kaum mehr Platz haben. In der zweistöckigen „Marsbüchse“ ist die obere Etage dem Wohnen und Kochen vorbehalten. In der unteren Etage befinden sich die Laborarbeitsplätze und die Schleuse für den Spaziergang auf dem „Mars". Zur Station zählen auch ein Observatorium und ein Gewächshaus.
Die Crewmitglieder unternehmen regelmäßig Ausflüge auf den Mars, bei denen biologische und geologische Experimente ausgeführt werden. Dazu tragen sie eine Art Raumanzug. Eine Webkamera im Inneren der Station dokumentiert das Leben der Besatzungsmitglieder aus Wissenschaftlern, Studenten und Marsbegeisterten. „Es gibt nicht viele Orte auf der Erde, an denen man so eine Erfahrung machen kann wie auf MDRS", sagt Volker Maiwald vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Bremen. Der Ingenieur war stellvertretender Kommandant und zuständig für die Technik der Station. Seine Eindrücke und Erfahrungen kann man wie diejenigen der übrigen Besatzungsmitglieder auf der Homepage der Mars Society nachlesen.
