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Mars-Mission Amadee-18 : Der Rote Planet liegt im Oman

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

In der Dhofar-Wüste des Golfstaats simulieren Wissenschaftler drei Wochen lang das Leben auf dem Roten Planeten. Um die große Entfernung und die geringe Schwerkraft vorzutäuschen, wenden die Experten einige Tricks an.

          Wie fühlt sich das Leben auf dem Mars an? Sechs Wissenschaftler wollen das in den kommenden drei Wochen herausfinden. Allerdings nicht auf dem Roten Planeten selbst, sondern in der Dhofar-Wüste des Golfstaats Oman. Ende vergangener Woche sind die Freiwilligen aufgebrochen und auf dem irdischen Mars wohlbehalten gelandet. Bis Ende Februar will man einen Aufenthalt auf dem Mars unter realistischen Bedingungen simulieren.

          An dem Projekt „Amadee-18“ unter Federführung des Österreichischen Weltraumforums (ÖWF) und unter Schirmherrschaft des Sultanats Oman sind Wissenschaftler aus rund 20 Ländern beteiligt. Nach Angaben des ÖWF sind 16 Experimente aus den Bereichen Ingenieurtechnik, Astrobiologie, Geophysik und Geologie, Biowissenschaften und Humanwissenschaften geplant. Sie sollen wichtige Erkenntnisse für künftige bemannte Mars-Missionen liefern.

          Entscheidend ist die Selbstversorgung

          Eine entscheidende Rolle bei einer echten Marsmission, die bei einer Landung für Astronauten mindestens rund 1000 Tage dauern dürfte, wird die Selbstversorgung und die Herstellung von Ersatzteilen spielen. Deshalb wird im Oman ein  3D-Drucker testen, wie er bereits auf der Raumstation ISS im Einsatz ist. Außerdem wollen die Astronauten in einem mobilen, aufblasbaren Treibhaus Gemüse anbauen und ernten, um eigene Nahrung zu produzieren.

          Zwei Raumfahrer erkunden die Beschaffenheit des Marsbodens in der Dhofar-Wüste im Oman.  Bilderstrecke
          Zwei Raumfahrer erkunden die Beschaffenheit des Marsbodens in der Dhofar-Wüste im Oman. :

          Zudem will man herausfinden, wie die Probanden unter den extremen Bedingungen miteinander zurechtkommen. Treten Schwierigkeiten auf, sind die „Marsmenschen“ auf sich allein gestellt. Der einzige Kontakt mit der Außenwelt ist das Kontrollzentrum in Innsbruck. Mit den dort stationierten Personal kann die Crew in Oman aber nur mit zehnminütiger Verzögerung kommunizieren, um auch diesen Aspekt einer Mission zum Roten Planeten realitätsnah nachzustellen.

          Die Wüste bietet laut ÖWF ausgezeichnete Testbedingungen. Ähnlich wie auf dem Mars wechselten Sand und Felsen, sanfte und steile Hügel ab. Das Sultanat Oman unterstütze die Expedition großzügig. Die Astronauten tragen bei ihrem Einsatz einen etwa 50 Kilogramm schweren Raumanzug, der auf dem Mars aufgrund der geringeren Schwerkraft aber leichter wäre.

          Amadee-18 ist nicht das erste Marssimulations-Experiment. Vor vier Jahren waren bereits Astronauten der Mars-Society in der Wüste im US-Bundesstaat Utah gelandet, um das Leben in der Isolation zu testen. Und 2015/2016 verbrachten sechs Probanden ein Jahr lang,  abgeschieden von jeglicher Zivilisation auf Hawaii in der Marsstation HI–SEAS. Die erste echte Mars-Reise plant die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa  Mitte 2030.

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