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Klima-Satellit CryoSat-Absturz durch menschliches Versagen

Absturzursache geklärt: Bei der Programmierung des CryoSat-Fluges wurde offenbar ein Befehl zu spät eingegeben. Das teilte das Rakentenstartunternehmen Eurockok mit. Daher solle künftig „die Transparenz der Missionsplanung“ verbessert werden.

© picture-alliance/ dpa/dpaweb Vergrößern CryoSat vor dem Absturz

Eine der größten Raumfahrt-Pleiten 2005, der Absturz des 136 Millionen Euro teuren europäischen Polarforschungs-Satelliten CryoSat im Oktober, ist auf menschliches Versagen zurückzuführen.

In den Flugdaten der russischen Trägerrakete Rockot sei ein Detail falsch programmiert gewesen, teilte das Raketenstartunternehmen Eurockot in Bremen am Donnerstag zum Abschluß der Untersuchungen mit.

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Umrüstung läuft

Nach dem Absturz des Satelliten am 8. Oktober hatte eine staatliche russische Untersuchungskommission bereits einen Fehler in der Flugsoftware eingestanden. CryoSat sollte mit großer Genauigkeit das Abschmelzen der Polkappen messen und Erkenntnisse über die Erderwärmung liefern.

Bei dem Start vom russischen Weltraumbahnhof Plessezk hatten sich die zweite und dritte Stufe der Rockot, einer früheren russischen Atomrakete SS-19, nicht von einander gelöst, so daß der Satellit abstürzte. Die Umrüstung und Neuprogrammierung der Raketen für zivile Starts erfolgt bei den Moskauer Raketenbauwerken Chrunitschew.

Befehl zu spät eingegeben

Bei der Programmierung des CryoSat-Fluges sei der Befehl an die dritte Stufe um wenige Sekunden zu spät eingegeben worden, sagte Peter Freeborn von Eurockot. „Der eigentliche Fehler war aber, daß dieses Versehen bei zahlreichen Startsimulationen nicht entdeckt wurde“, fügte er hinzu. Deshalb sollten die Simulationen und allgemein „die Transparenz der Missionsplanung“ verbessert werden.

Eurockot, ein Gemeinschaftsunternehmen des europäischen Luftfahrtkonzerns EADS mit Chrunitschew, will im zweiten Quartal 2006 einen koreanischen Kommunikationssatelliten mit der Rockot ins All bringen. Die Europäische Rumfahrtagentur ESA erwägt einen Neubau des verlorenen Polarforschungs-Satelliten CryoSat.

Quelle: dpa

 
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