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Weltraumteleskop „Kepler“ : Nasa-Planetenjäger ist wieder auf Empfang

  • Aktualisiert am

Weltraumteleskop Kepler wieder aktiv Bild: Nasa

Das Weltraumteleskop Kepler, das zahlreiche extrasolare Planeten aufgespürt hat, ist nach technischen Schwierigkeiten wieder stabil. Kann nun die neuen Beobachtungskampagne beginnen?

          Das amerikanische Weltraumteleskop „Kepler“, das seit sieben Jahren nach extrasolaren Planeten fahndet, hat den tagelangen „Notfallmodus“ offenkundig überstanden. „Das Raumfahrzeug ist wieder in einem stabilen Zustand. Seine Kommunikationsantenne zeigt zur Erde und ermöglicht, dass telemetrische und historische Daten zum Boden gelangen“, teilte Charlie Sobeck, Leiter der Kepler-Mission am Ames Research Center in Moffett Field (Kalifornien), mit. Nun würden die neuen Daten von Kepler gründlich geprüft, um zu sehen, ob es „gesund genug für den wissenschaftlichen Betriebsmodus ist“.

          Der Notfallmodus des Weltraumteleskops war Ende vergangener Woche bei einem planmäßigen Kontaktversuch festgestellt worden. Die Kommunikation mit Kepler ist wegen der großen Entfernung zur Erde (120 Millionen Kilometer) schwierig. Ein Signal benötigt 13 Minuten, um von der Bodenstation zum Observatorium und zurück zu gelangen.

          Jagderfolge trotz eingeschränkten Betriebs

          Der nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler benannte Planetenjäger war 2009 in die Erdumlaufbahn gebracht worden, um nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zu suchen. Seitdem hat das Teleskop mehr als 4700 Hinweise auf potentielle Kandidaten von fernen Planeten gefunden, von denen bisher mehr als 1040 bestätigt wurden. Im vergangenen Jahr erspähte das Weltraumteleskop den bislang erdähnlichsten Planeten. Er wurde „Kepler 452b“ genannt und umkreist den 1400 Lichtjahre entfernten Stern „Kepler 452“ in einer bewohnbaren Zone.

          Nach Angaben der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa war die ursprüngliche Mission von Kepler bereits im Mai 2013 wegen zwei defekter Kreisel, die zur Ausrichtung des Instruments dienen, abgebrochen worden. Seitdem operiert das Teleskop im eingeschränkten „K2“-Modus.

          Kurz vor Beginn einer neuen Messphase hat Kepler auf den Notfallmodus umgeschaltet. Das Teleskop sollte über ein als „gravitational microlensing“ bekanntes Verfahren Jagd auf Planeten machen, die sich weiter entfernt von ihren Heimatsternen befinden. Dazu wollte man das Instrument in Richtung des Milchstraßenzentrums drehen. Drei Monate lang sollte Kepler Millionen von Sternen anvisieren und nach geringen Helligkeitsschwankungen Ausschau halten, die durch die Krümmung des Raumes in Folge vorüberziehender massiver Planeten erzeugt werden.  Dadurch könnte man, so die Überlegung, auch vagabundierende Planeten beobachten, die an keinen Zentralstern gebunden sind.

          An der neuen Kepler-Mission sind mehrere Teleskope unter anderem in Chile und Australien beteiligt, die die Messungen des Weltraumteleskops mit Daten von der Erde unterstützen sollen.

          Quelle: F.A.Z.net/dpa/mli

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