Home
http://www.faz.net/-gx0-6v2ca
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kam Meerwasser aus dem All? Himmlische Quelle

 ·  In der Staubhülle eines jungen Sterns hat man riesige Mengen Wasserdampf entdeckt. Genug, um Ozeane zu speisen. Ist die Erde so zu ihrem Meerwasser gekommen?

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (2)

Eine beachtliche Menge an Wasserdampf haben Astronomen mit dem Weltraumteleskop Herschel in der Staubhülle eines jungen Sterns gefunden. Michiel Hogerheijde von der Universität Leiden und seine Kollegen glauben, dass der Dampf auf ein gewaltiges Reservoir von Eis hindeutet - groß genug, um mit dem darin enthaltenen Wasser Tausende von Ozeanen zu füllen. Die Entdeckung liefert möglicherweise eine Erklärung dafür, weshalb auf unserem Heimat Wasser in solch großen Mengen vorkommt.
Der fast 180 Lichtjahre entfernte Stern „TW Hydrae“ ist rund zehn Millionen Jahre alt und damit wesentlich jünger als die Sonne. Seine ihn umgebende Staubscheibe ist gerade dabei, ein Planetensystem zu formen. Einen Planeten davon - TW Hydrae b - hatten Forscher des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg im Jahr 2007 entdeckt. Schon früher hat man Wasserdampf in der unmittelbaren Umgebung von jungen Sternen gefunden - dort ist es gewöhnlich so heiß, dass das Wasser als Gas vorliegt, das sich langsam verflüchtigt. Nun ist es erstmals gelungen, Wasser auch in den kalten, äußeren Bereichen einer stellaren Staubhülle eines Sterns aufzuspüren.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Lesermeinungen zu diesem Artikel (2)
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel