Nach ihrer Rückkehr aus dem All gaben die drei Ex-ISS-Bewohner Gennadi Padalka, Sergej Rewin und Joe Acaba erst einmal Autogramme: Sie signierten die Sojus-Kapsel, mit der sie am Montag in der kasachischen Steppe gelandet waren. Bereits zum zweiten Mal übernahm unterdessen mit der amerikanischen Astronautin Suni Williams eine Frau das Kommando an Bord der Internationalen Raumstation.
„Das habe ich noch nie gesehen“, sagte ein Kommentator von NASA TV, als die beiden russischen Kosmonauten und ihr amerikanischer Kollege Acaba Autogramme auf die schwarze Kapsel schrieben. Sie wirkten fit und gut gelaunt, als sie sich kurz darauf in Clubsesseln entspannten.
An Bord der ISS blieben der Japaner Aki Hoshide, der Russe Juri Malentschenko und die Amerikanerin Williams. Die amerikanische Weltraumveteranin, die am Mittwoch ihren 47. Geburtstag feiert, ist nach Peggy Whitson erst die zweite Kommandantin an Bord der ISS. Williams hatte erst vor kurzem einen Rekord aufgestellt: Keine Frau hat bisher so viele Tage im All verbracht und so viele Stunden mit Außeneinsätzen zugebracht wie sie.
Bis die Besatzung wieder vollzählig ist, könnte es allerdings länger dauern als geplant: Nach Angaben des Chefs der russischen Raumfahrtbehörde, Wladimir Popowkin, könnte der nächste Flug zur ISS Mitte Oktober um eine Woche verlegt werden, um mehr Zeit für den Austausch eines Ersatzteils an der Bordausrüstung der Sojus-Rakete zu haben.
Gleichzeitig kündigte Roskosmos-Chef Popowkin eine Verlängerung der ISS-Aufenthaltszeiten an: Statt wie bisher ein halbes Jahr könnten die Teams ab 2015 ein ganzes Jahr an Bord der Raumstation bleiben, sagte Popowkin. Die Entscheidung stehe „praktisch schon fest“, die Verhandlungen mit den ISS-Partnern seien fast abgeschlossen. Seit dem Ende ihres Shuttle-Programms im Juli 2011 hängen die Vereinigten Staaten für den Transport ihrer Astronauten komplett von Russland ab. Die alten amerikanischen Raumfähren sind nun Museumsstücke.
Wegen schlechten Wetters musste die NASA die Überführung des ausgemusterten Shuttle „Endeavour“ ins Museum um einen Tag verschieben. Ursprünglich sollte eine umgebaute Boeing 747 die Raumfähre am Montag vom Kennedy Space Center in Florida nach Kalifornien bringen. Dort soll sie ab Ende Oktober im California Space Center ausgestellt werden. Die „Endeavour“ war das jüngste Raumschiff der Shuttle-Flotte der Vereinigten Staaten. Seit dem Jungfernflug im Mai 1992 war sie insgesamt 299 Tage im All und legte bei ihren 25 Missionen mehr als 185 Millionen Kilometer zurück.
Neue Tradition???
Martin Schmidt (amsbisc)
- 17.09.2012, 14:44 Uhr
