12.01.2004 · Nach zwei Wochen eines schleichenden Druckverlusts auf der Internationalen Raumstation haben die Astronauten eine undichte Stelle in einem Schlauch zur Ableitung von Kondenswasser gefunden.
Die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS hat die Ursache für den seit Tagen andauernden Druckverlust an Bord der Station entdeckt und inzwischen wieder behoben. Der Grund sei ein undichter Schlauch im amerikanischen Modul „Destiny“ gewesen, sagte der russische Einsatzleiter Pawel Winogradow am Montag der Nachrichtenagentur ITAR-TASS.
Nach Angaben des Moskauer Vertreters der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa, Jim Neumann, konnten die beiden Besatzungsmitglieder Michael Foale und Alexander Kaleri den Schlauch inzwischen austauschen. Vorsichtshalber werde das Modul am Mittwoch für mindestens 24 Stunden abgeriegelt, um sicherzugehen, daß das Leck tatsächlich behoben sei.
Seit 29. Dezember Druckverlust
Der amerikanische Fernsehsender NBC News hatte unter Berufung auf einen internen Nasa-Bericht gemeldet, dem Kontrollzentrum sei erstmals am 29. Dezember ein schleichender Druckverlust an Bord der Raumstation aufgefallen. Laut Nasa war die Besatzung jedoch zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Nasa-Vertreter Neumann sagte, die Techniker seien sich zu „80 Prozent“ sicher, daß das Leck gefunden sei. Bei der Abriegelung des Moduls handele es sich um eine routinemäßige Sicherheitsmaßnahme.
Im vergangenen November hatten Foale und Kaleri von einem ungewöhlichen Lärm berichtet. Dieser habe sich angehört wie eine Dose, die mit großer Gewalt zusammengedrückt werde. Sie fanden jedoch keinen Beweis für erste Vermutungen, die Station sei von Weltraumschrott getroffen worden. Auch blieb der Luftdruck innerhalb der Station damals zunächst konstant.