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Hubble : Blick in den frühen Kosmos

Die ersten Galaxien des Universums, aufgespürt mit dem Weltraumteleskop Hubble. Bild: dpa

Das Weltraumteleskop Hubble spürt sieben weit entfernte Sterneninseln auf. Die Sterneninseln zählen wohl zu den ersten ihrer Art.

          Mit dem Weltraumteleskop Hubble ist amerikanischen Astronomen ein spektakulärer Blick in die Kinderstube des Universums gelungen. Die Wissenschaftler haben sieben bislang unbekannte Galaxien entdeckt, die vor mehr als 13 Milliarden Jahren entstanden sind. Darunter findet sich auch eine Sterneninsel, die bereits 380 Millionen Jahre nach dem Urknall entstanden war - zu einer Zeit also, als das Universum weniger als drei Prozent seines heutigen Alters hatte.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Tiefes Feld ferner Galaxien

          Die Forscher um Richard Ellis vom California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena beobachteten mit Hubble sechs Wochen lang im August und September einen kleinen Himmelsausschnitt, der als „Hubble Ultra Deep Field“ bekannt ist und in dem vor rund neun Jahren zahlreiche Galaxien aus der Frühzeit des Universums entdeckt worden waren. Die Bilder sind von Hubble im nahen Infrarot aufgenommen worden. Dieser Wellenlängenbereich ist besonders gut für die Beobachtung entfernter Galaxien geeignet. Da das Universum expandiert, wird auch das von den Galaxien ausgesandte Licht gedehnt und in Richtung roter Wellenlängen verschoben. Da die Rotverschiebung Informationen über die Entfernung einer Galaxie liefert, lässt sich auf diese Weise auf das Alter der Sterneninsel schließen.

          Galaxien formten sich allmählich 

          Die von Ellis und seinen Kollegen aufgespürten Galaxien weisen eine große Rotverschiebung und damit eine große Entfernung auf. Sie sieht man zu einem Zeitpunkt, bei dem das Universum nur rund 600 Millionen Jahr alt war. Das gegenwärtige Alter des Universums wird auf 13,7 Milliarden Jahre geschätzt. Die Beobachtungen spiegeln zudem die Entwicklungsgeschichte des jungen Universums, wie die Forscher in einer der kommenden Ausgabe der  „Astrophysical Journal Letters“ berichten. Die ersten Galaxien seien nicht „gleichzeitig“ entstanden, wie manche Theorien annehmen, sondern allmählich aus Sternen. „Es gab keinen einzelnen, dramatischen Moment, in dem sich die Galaxien formten, es war ein Prozess“, sagte der Koautor der Studie, Brant Robertson von der Universität von Arizona in Tucson.

          Der Kosmos wird transparent

          Die Studie liefere einen Hinweis auf der Ära der „kosmischen Dämmerung“, heben die Forscher hervor. Nach den Vorstellungen war der Kosmos in seiner frühen Phase zunächst weitgehend undurchsichtig, weil kaltes Wasserstoffgas viel Licht verschluckte. Die ersten Sterne und Galaxien heizten den Wasserstoff dann so weit auf, dass das Universum durchsichtig wurde. Die jüngsten Hubble-Beobachtungen stützen nun die These, dass dieser Prozess nicht plötzlich, sondern zwischen etwa 200 Millionen und einer Milliarde Jahren nach dem Urknall ablief und damit das Universum nicht plötzlich, sondern erst allmählich transparent wurde.

          Quelle: F.A.Z.

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