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Veröffentlicht: 23.12.2014, 09:39 Uhr

Großer Roter Fleck Jupiter mit Sonnenbrand

Hinter dem Großen Roten Fleck auf dem Jupiter verbirgt sich ein gewaltiger Wirbelsturm. Nun hat man herausgefunden, wie er zu seiner eigentümlichen rötlichen Farbe gekommen ist.

von Hermann-Michael Hahn
© Nasa/JPL-Caltech/ Space Science Institute Der Große Rote Fleck auf dem Jupiter, auf genommen von der Raumsonde Cassini.

Der Große Rote Fleck (GRF) gehört zu den wenigen beständigen Erscheinungen in der turbulenten Atmosphäre des Gasplaneten Jupiter. Dieser gewaltige Wirbelsturm, der sich gegenwärtig noch über eine Länge von mehr als 16 000 Kilometern erstreckt, wird seit nahezu 200 Jahren regelmäßig beobachtet. Möglicherweise war er auch schon viel früher sporadisch gesichtet worden.

Während die physikalische Erklärung des Flecks als Antizyklon (Hochdruckgebiet) auf der Südhalbkugel des Riesenplaneten spätestens seit den Beobachtungen der Raumsonden Pioneer und Voyager vor mehr als 30 Jahren unstrittig ist, ist die auffallend rötliche Farbe bis heute im Detail unverstanden geblieben. Zumeist wurden aus größeren Tiefen emporgetragene Phosphor- oder Schwefelverbindungen für die namensgebende Färbung der Wolken verantwortlich gemacht.

Chemische Reaktionen in den Jupiterwolken

Gestützt auf Messungen der Sonde Cassini und eigene Experimente haben Kevin Baines und seine Mitarbeiter vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa im kalifornischen Pasadena vor kurzem auf einer Tagung der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft in Tucson (Arizona) eine andere Erklärungsmöglichkeit präsentiert. Danach entsteht die rötliche Färbung durch eine chemische Reaktion der in den Jupiterwolken kondensierten Gase, die durch die in großen Höhen stärkere Ultraviolettstrahlung der Sonne provoziert wird.

Jupiter © Nasa Vergrößern Gasplanet Jupiter mit seinem großen Rotem Fleck, 2014

Im Prinzip, so Baines, ist die rötliche Färbung der Wolkenoberseite innerhalb des Großen Roten Flecks vergleichbar mit der Hautrötung bei einem Sonnenbrand: Wenn das Ammoniakeis der obersten (hellen) Wolkenschicht zusammen mit dem ebenfalls dort reichlich vorhandenen Azetylen im Bereich des GRF um rund acht bis zehn Kilometer über das umgebende Wolkenniveau befördert wird, ist das Gemisch dort einer deutlich stärkeren ultravioletten Strahlung ausgesetzt.

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Laborexperimente am Jet Propulsion Laboratory haben gezeigt, dass sich die Mischung aus Ammoniak und Azetylen unter Bestrahlung mit ultraviolettem Licht rötlich verfärbt. Das Gasgemisch zeigt dann die gleichen spektralen Eigenschaften, wie sie mit dem Spektrometer an Bord der Cassini-Sonde bei deren Vorbeiflug am Jupiter im Dezember 2000 im Bereich des Roten Flecks gemessen wurden.

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