Home
http://www.faz.net/-gx0-76h9q
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Glosse Wo seid ihr?

 ·  Die Entdeckung einer großen Zahl von Planeten in fernen Sonnensystemen hat die Suche nach intelligenten Außerirdischen beflügelt. Doch die Aliens lassen noch nichts von sich hören.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (13)

Im Universum wimmelt es offenkundig nur so von Planeten, die um ferne fremde Sonnen kreisen. Das Weltraumteleskop „Kepler“ hat seit Beginn seiner Mission vor drei Jahren inzwischen fast achthundert Exoplaneten aufgespürt, knapp zweitausend Kandidaten warten auf ihre Bestätigung. Und fast jede Woche kommt eine weitere ferne Welt hinzu. Nach jüngsten Schätzungen von Astronomen der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa sollen allein in unserer Milchstraße Milliarden erdähnlicher Objekte existieren. Viele davon in bewohnbaren Zonen - in Zonen also, in denen Wasser flüssig und damit Leben möglich ist -, rein theoretisch zumindest. Die am nächsten gelegenen Planeten mit einem „gemäßigten“ Klima vermutet man in einer Entfernung von dreizehn Lichtjahren, also, in kosmischen Dimensionen gerechnet, gleich um die Ecke.

Wundervolle Verheißungen somit auch für die Forscher des Seti-Projekts, die seit vielen Jahren in den Himmel spähen, in der Hoffnung, irgendwann ein kleines Zeichen von intelligenten Außerirdischen zu erhaschen. Waren die Alien-Jäger bislang gezwungen, eher willkürlich gewählte Himmelsregionen nach außerirdischer Intelligenz abzuklopfen, so ist man nun zur gezielten Rasterfahndung übergegangen. Jill Tartes vom Seti Institute und seine Kollegen haben jüngst 86 Sonnen genauer unter die Lupe genommen, bei denen man inzwischen recht sicher ist, dass sie von erdähnlichen Planeten in habitablen Zonen umkreist werden. Im Frühjahr 2011 richtete man das Green-Bank-Teleskop in West Virginia auf die entsprechenden Himmelsausschnitte und zeichnete schmalbandige Signale in einem Bereich von einem und zwei Gigahertz auf, die man von dort zu empfangen hoffte, wenn die Aliens etwa mit Handys telefonieren oder fernsehen. Denn in diesem engen Frequenzbereich funken normalerweise nur Mobiltelefone oder Fernseher, aber keine natürlichen Quellen.

Und tatsächlich: Die Seti-Forscher wurden fündig, wie sie jetzt online im „Astrophysical Journal“ berichten. Sie identifizierten mehrere Dutzend Signale, die aus Richtung der Exoplaneten zu kommen schienen. Und wie es sich für echte Alien-Jäger geziemt, stufte man sie sogleich als möglichen Hinweis auf einen technisch versierten E.T. ein. Doch der Traum sollte nicht lange währen. Bei genauerer Analyse entpuppten sich die Signale nämlich als rein irdischen Ursprungs. Aber die Forscher geben sich nicht geschlagen.

Dass man nun abermals kein Zeichen von intelligenten Außerirdischen registriert hat, sei keineswegs ein Beweis dafür, dass es sie da draußen nicht gebe. Nein, ganz im Gegenteil. Die Wahrscheinlichkeit betrage jetzt nur weniger als eins zu einer Million. Es sei schlicht eine Frage der Zeit und des Fortschritts in der Teleskoptechnik, bis man Kontakt zu Außerirdischen bekäme. So manch ein Lottospieler ist da wohl weniger zuversichtlich, dass er eines Tages tatsächlich die sechs Richtigen ankreuzen wird.

  Weitersagen Kommentieren (10) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Ferne Welten Erdgroßer Planet in bewohnbarer Zone entdeckt

Ist Kepler-186f ein Gesteinsplanet wie die Erde auf dem sogar flüssiges Wasser existiert? Seine Entdecker, Forscher des Seti-Instituts, sind optimistisch. Mehr

17.04.2014, 20:00 Uhr | Wissen
Raumsonde Cassini Gewaltiger Sturm auf dem Saturn

Auf dem Nordpol des Ringplaneten wehen extrem starke Winde. Sie sind äußerst stabil und haben eine kuriose Gestalt und außergewöhnliche Eigenschaften. Mehr

15.04.2014, 14:00 Uhr | Wissen
Amerika und der technische Fortschritt Hauptsache, die Zukunft ist weit genug weg

Die Amerikaner, das hat eine neue Studie ergeben, freuen sich auf die technischen Errungenschaften der Zukunft – theoretisch. Künstlich erzeugtes Fleisch und fahrerlose Autos selbst erleben möchten sie aber lieber nicht. Mehr

17.04.2014, 12:48 Uhr | Feuilleton

13.02.2013, 19:31 Uhr

Weitersagen

Dickes Ende?

Von Christina Hucklenbroich

Es gibt schon seltsame Studien. Eine hat untersucht, ob Diäten bei jungen Bräuten ansprechen oder nicht. Eher nicht, ist das ernüchternde Ergebnis, trotz aller Bemühungen. Mehr 1 1