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Glosse Himmlische Zahl

17.01.2012 ·  100 Milliarden - eine stolze Zahl. So viele Planeten sollen die Milchstraße bevölkern. Viel Trubel im All. Kann das sein? Über die Rechenkünste der Astronomen.

Von Günter Paul
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Mit der Allgemeinen Relativitätstheorie hat Albert Einstein den Astronomen ein mächtiges Forschungsinstrument in die Hand gegeben: die Gravitationslinse. Ein Stern, der vor einem weiter entfernten kosmischen Objekt vorbeizieht, verstärkt dank seiner Schwerkraft wie eine Linse dessen Licht. Leuchtet das Objekt zweimal auf, einmal etwas mehr und das zweite Mal etwas weniger, kann man daraus schließen, dass der Vordergrundstern von einem Planeten begleitet wird. Außerirdisches Leben ist mit dem Verfahren zwar noch nicht aufzuspüren, und auch sonst bleibt noch manches im Dunkeln. Aber immerhin kann man damit, wenn man fleißig genug beobachtet hat, wertvolle Statistiken über die Existenz von Exoplaneten herleiten. Ein internationales Forscherteam hat genau dies getan. Nach unzähligen Beobachtungen innerhalb von sechs Jahren, wobei drei vorher unbekannte Exoplaneten ans Licht kamen,lieferte die Analyse der Daten den Wissenschaftlern - unter Berücksichtigung sieben weiterer, von anderen Forschern nachgewiesener Exoplaneten - einen sensationellen Wert: Mindestens hundert Milliarden Planeten bevölkern demnach unsere Milchstraße - jeder Stern hat also im Schnitt mindestens einen Begleiter. Mehr als vierzig Wissenschaftler aus allen fünf Kontinenten haben die hochkarätige Fachpublikation in der Zeitschrift "Nature" als Autoren unterzeichnet. Gleichwohl bleibt die Fehlerspanne beträchtlich, da der Statistik gerade einmal zehn Objekte zu Grunde liegen. Und trotzdem - ist der Fortschritt nicht gewaltig? Vor der Entdeckung der ersten Exoplaneten hatte man nur grob und vollkommen ohne Basiswissen geschätzt, dass vielleicht jeder achte oder neunte Stern ähnlich unserer Sonne im Zentrum eines Systems aus acht oder neun Planeten steht. Macht für die Milchstraße ungefähr hundert Milliarden Planeten. E.T lacht sich unerkannt über den Fortschritt ins Fäustchen.

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Jahrgang 1946, freier Autor im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

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