12.04.2007 · Gase wabern durch das Universum, erzeugen immer wieder bizarre Formen, die die Astronomen zu malerischen Bezeichnungen inspirieren. Umso erstaunlicher ist es, wenn sich die Gase zu einer geometrischen Form anordnen - so wie beim „Roten Platz“.
Auf den ersten Blick ungewöhnlich, tatsächlich offenbar nicht ganz so selten sind im Universum Nebel wie der hier gezeigte, der den Namen „Red Square“ erhalten hat.
Die deutsche Übersetzung „Rotes Quadrat“ erinnert an einen ähnlichen, aber leicht gestreckten kosmischen Nebel namens „Red rectangle“ („Rotes Rechteck“). Vielleicht dachten die Astronomen bei der Benennung des Objekts aber auch an den „Roten Platz“ in Moskau.
Gas verlässt Stern in Schüben
Der in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Science“ beschriebene „Red square“-Nebel ist ein sogenannter bipolarer Nebel - er besteht also aus Gas, das von einem Stern im Zentrum in zwei entgegengesetzte Richtungen ausgestoßen wird. Konusförmig dringt es auf diesem mit dem Fünf-Meter-Teleskop auf dem Mount Palomar in Kalifornien aufgenommenen Foto nach links unten und rechts oben vor. Dabei ist wie bei dem „Red rectangle“-Nebel eine leiterähnliche Struktur zu erkennen, die andeutet, dass das Gas den Stern in Schüben verlässt.
Die Symmetrie des Objekts könnte darauf beruhen, dass es in der Umgebung des zentralen Sterns, der unter der Bezeichnung MWC 922 bekannt ist, praktisch keine Winde und Turbulenzen gibt. Es wird vermutet, dass der Nebel zu einer etwa 5000 Lichtjahre von uns entfernten Sternassoziation gehört.
Zauberhaft
norbert doerre (ndoerre)
- 16.04.2007, 17:42 Uhr