Home
http://www.faz.net/-gx0-7h5ct
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Evolution Sind wir alle Marsianer?

 ·  Hat das irdische Leben seinen Anfang auf dem Mars genommen? Eine umstrittene Theorie hat nun neue Nahrung bekommen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (7)
© Esa Vergrößern Dieses Bild von Mars-Express wurde von DSA-3 empfangen.

Seit vielen Jahren rätseln die Wissenschaftler darüber, wie das Leben auf der Erde entstanden sein mag. Zwar dürften die meisten „Rohstoffe“ auf unserem Planeten in ausreichendem Maße vorhanden gewesen sein. Aber manches spricht dafür, dass im entscheidenden Moment wichtige Zutaten fehlten. So wird mittlerweile diskutiert, ob die Ursprünge irdischen Lebens nicht auf dem Nachbarplaneten Mars gesucht werden müssen. Auf der diesjährigen Goldschmidt-Konferenz, die kürzlich von den amerikanischen und europäischen geochemischen Gesellschaften in Florenz veranstaltet wurde, präsentierte Steven Benner vom Westheimer Institute for Science and Technology in Gainsville (Florida) neue Argumente für diese Immigrationstheorie.

Offenkundige Wiedersprüche

Für Brenner ist es etwa paradox, dass Kohlenstoff-Wasserstoff-Verbindungen, die als kleinste Bausteine des Lebens gelten, unter Hinzugabe von Energie im Allgemeinen zu teerähnlichen Substanzen degenerieren, die aber für eine biologische Evolution unbrauchbar sind. Erst die Anwesenheit von Mineralien, die Bor und Molybdän enthalten, vermag dieser die Entstehung von Leben verhindernden Entwicklung entgegenzuwirken.

Zwar dürften beide Elemente auch auf der frühen Erde vorhanden gewesen sein, aber vieles spricht für Brenner dafür, dass die Erde von einem planetenweiten Ozean überflutet und noch ohne Festlandregionen war. Die Anwesenheit von Wasser aber wird in der Frühphase der Entstehung von Leben als eher kontraproduktiv angesehen. Zum einen zerstört Wasser die Moleküle der Ribonukleinsäure, die als Vorläufer der genetisch wirkenden DNA-Moleküle gelten. Zum anderen verhindert Wasser die Entstehung von Bor enthaltenden Mineralen.

Beste Voraussetzungen auf dem Mars

Auf der Tagung in Florenz berichtete Benner, dass man bei Mars-Meteoriten mittlerweile borhaltige Verbindungen nachgewiesen habe und es darüber hinaus auch Hinweise auf die Existenz von Molybdänoxiden gäbe. Da Wasser auf dem Mars selbst in einer frühen Phase nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben kann, seien damit die Bedingungen für die Entstehung von Leben auf dem Mars wesentlich besser gewesen als auf der Erde.

Solche Biomoleküle könnten dann durch Meteoriten, die beim Einschlag größerer Brocken auf den Mars aus dessen Oberfläche herausgeschlagen wurden, nach langem Irrflug durch das Sonnensystem auf die Erde gebracht worden sein und sich hier vermehrt und weiterentwickelt haben. Mehr als dreißig solcher zweifelsfrei vom Roten Planeten stammenden Meteoriten sind bislang auf der Erde gefunden worden.

  Weitersagen Kommentieren (21) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Ferne Welten Erdgroßer Planet in bewohnbarer Zone entdeckt

Ist Kepler-186f ein Gesteinsplanet wie die Erde auf dem sogar flüssiges Wasser existiert? Seine Entdecker, Forscher des Seti-Instituts, sind optimistisch. Mehr

17.04.2014, 20:00 Uhr | Wissen
Raumsonde Cassini Gewaltiger Sturm auf dem Saturn

Auf dem Nordpol des Ringplaneten wehen extrem starke Winde. Sie sind äußerst stabil und haben eine kuriose Gestalt und außergewöhnliche Eigenschaften. Mehr

15.04.2014, 14:00 Uhr | Wissen
Giovanna Gentile Ferragamo Die Schneiderin des Schuhmachers

Giovanna Gentile Ferragamo, Tochter des Schuhdesigners Salvatore Ferragamo, über Weihnachtskarten im Juli und ihr Leben als Modemacherin. Mehr

11.04.2014, 17:41 Uhr | Lebensstil

05.09.2013, 14:33 Uhr

Weitersagen

Dickes Ende?

Von Christina Hucklenbroich

Es gibt schon seltsame Studien. Eine hat untersucht, ob Diäten bei jungen Bräuten ansprechen oder nicht. Eher nicht, ist das ernüchternde Ergebnis, trotz aller Bemühungen. Mehr 1 1