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Veröffentlicht: 05.09.2013, 14:33 Uhr

Evolution Sind wir alle Marsianer?

Hat das irdische Leben seinen Anfang auf dem Mars genommen? Eine umstrittene Theorie hat nun neue Nahrung bekommen.

von Hermann-Michael Hahn
© Esa Dieses Bild von Mars-Express wurde von DSA-3 empfangen.

Seit vielen Jahren rätseln die Wissenschaftler darüber, wie das Leben auf der Erde entstanden sein mag. Zwar dürften die meisten „Rohstoffe“ auf unserem Planeten in ausreichendem Maße vorhanden gewesen sein. Aber manches spricht dafür, dass im entscheidenden Moment wichtige Zutaten fehlten. So wird mittlerweile diskutiert, ob die Ursprünge irdischen Lebens nicht auf dem Nachbarplaneten Mars gesucht werden müssen. Auf der diesjährigen Goldschmidt-Konferenz, die kürzlich von den amerikanischen und europäischen geochemischen Gesellschaften in Florenz veranstaltet wurde, präsentierte Steven Benner vom Westheimer Institute for Science and Technology in Gainsville (Florida) neue Argumente für diese Immigrationstheorie.

Offenkundige Wiedersprüche

Für Brenner ist es etwa paradox, dass Kohlenstoff-Wasserstoff-Verbindungen, die als kleinste Bausteine des Lebens gelten, unter Hinzugabe von Energie im Allgemeinen zu teerähnlichen Substanzen degenerieren, die aber für eine biologische Evolution unbrauchbar sind. Erst die Anwesenheit von Mineralien, die Bor und Molybdän enthalten, vermag dieser die Entstehung von Leben verhindernden Entwicklung entgegenzuwirken.

Zwar dürften beide Elemente auch auf der frühen Erde vorhanden gewesen sein, aber vieles spricht für Brenner dafür, dass die Erde von einem planetenweiten Ozean überflutet und noch ohne Festlandregionen war. Die Anwesenheit von Wasser aber wird in der Frühphase der Entstehung von Leben als eher kontraproduktiv angesehen. Zum einen zerstört Wasser die Moleküle der Ribonukleinsäure, die als Vorläufer der genetisch wirkenden DNA-Moleküle gelten. Zum anderen verhindert Wasser die Entstehung von Bor enthaltenden Mineralen.

Beste Voraussetzungen auf dem Mars

Auf der Tagung in Florenz berichtete Benner, dass man bei Mars-Meteoriten mittlerweile borhaltige Verbindungen nachgewiesen habe und es darüber hinaus auch Hinweise auf die Existenz von Molybdänoxiden gäbe. Da Wasser auf dem Mars selbst in einer frühen Phase nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben kann, seien damit die Bedingungen für die Entstehung von Leben auf dem Mars wesentlich besser gewesen als auf der Erde.

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Solche Biomoleküle könnten dann durch Meteoriten, die beim Einschlag größerer Brocken auf den Mars aus dessen Oberfläche herausgeschlagen wurden, nach langem Irrflug durch das Sonnensystem auf die Erde gebracht worden sein und sich hier vermehrt und weiterentwickelt haben. Mehr als dreißig solcher zweifelsfrei vom Roten Planeten stammenden Meteoriten sind bislang auf der Erde gefunden worden.

Quelle: F.A.Z.

 

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