http://www.faz.net/-gwz-7h5ct

Evolution : Sind wir alle Marsianer?

  • -Aktualisiert am

Dieses Bild von Mars-Express wurde von DSA-3 empfangen. Bild: Esa

Hat das irdische Leben seinen Anfang auf dem Mars genommen? Eine umstrittene Theorie hat nun neue Nahrung bekommen.

          Seit vielen Jahren rätseln die Wissenschaftler darüber, wie das Leben auf der Erde entstanden sein mag. Zwar dürften die meisten „Rohstoffe“ auf unserem Planeten in ausreichendem Maße vorhanden gewesen sein. Aber manches spricht dafür, dass im entscheidenden Moment wichtige Zutaten fehlten. So wird mittlerweile diskutiert, ob die Ursprünge irdischen Lebens nicht auf dem Nachbarplaneten Mars gesucht werden müssen. Auf der diesjährigen Goldschmidt-Konferenz, die kürzlich von den amerikanischen und europäischen geochemischen Gesellschaften in Florenz veranstaltet wurde, präsentierte Steven Benner vom Westheimer Institute for Science and Technology in Gainsville (Florida) neue Argumente für diese Immigrationstheorie.

          Offenkundige Wiedersprüche

          Für Brenner ist es etwa paradox, dass Kohlenstoff-Wasserstoff-Verbindungen, die als kleinste Bausteine des Lebens gelten, unter Hinzugabe von Energie im Allgemeinen zu teerähnlichen Substanzen degenerieren, die aber für eine biologische Evolution unbrauchbar sind. Erst die Anwesenheit von Mineralien, die Bor und Molybdän enthalten, vermag dieser die Entstehung von Leben verhindernden Entwicklung entgegenzuwirken.

          Zwar dürften beide Elemente auch auf der frühen Erde vorhanden gewesen sein, aber vieles spricht für Brenner dafür, dass die Erde von einem planetenweiten Ozean überflutet und noch ohne Festlandregionen war. Die Anwesenheit von Wasser aber wird in der Frühphase der Entstehung von Leben als eher kontraproduktiv angesehen. Zum einen zerstört Wasser die Moleküle der Ribonukleinsäure, die als Vorläufer der genetisch wirkenden DNA-Moleküle gelten. Zum anderen verhindert Wasser die Entstehung von Bor enthaltenden Mineralen.

          Beste Voraussetzungen auf dem Mars

          Auf der Tagung in Florenz berichtete Benner, dass man bei Mars-Meteoriten mittlerweile borhaltige Verbindungen nachgewiesen habe und es darüber hinaus auch Hinweise auf die Existenz von Molybdänoxiden gäbe. Da Wasser auf dem Mars selbst in einer frühen Phase nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben kann, seien damit die Bedingungen für die Entstehung von Leben auf dem Mars wesentlich besser gewesen als auf der Erde.

          Solche Biomoleküle könnten dann durch Meteoriten, die beim Einschlag größerer Brocken auf den Mars aus dessen Oberfläche herausgeschlagen wurden, nach langem Irrflug durch das Sonnensystem auf die Erde gebracht worden sein und sich hier vermehrt und weiterentwickelt haben. Mehr als dreißig solcher zweifelsfrei vom Roten Planeten stammenden Meteoriten sind bislang auf der Erde gefunden worden.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Achtung, Brocken im Anflug

          Asteroid 2012 TC4 : Achtung, Brocken im Anflug

          Streunende Asteroiden sind eine ständige Bedrohung für die Erde. Heute wird 2012 TC4 dicht an unserem Planeten vorbeifliegen. Sein Abstand ist allerdings so groß, dass uns keine Gefahr droht. Doch das Ereignis mahnt zur Wachsamkeit.

          Theresa May: Rede in Florenz Video-Seite öffnen

          Brexit : Theresa May: Rede in Florenz

          Die britische Premierministerin Theresa May hielt eine Rede in Florenz. Sie äußerte sich zum weiteren Vorgehen bezüglich der Brexit-Verhandlungen.

          Die Kolonisation des Mondes kann beginnen

          Raumstation 2.0 : Die Kolonisation des Mondes kann beginnen

          Der Mond wird nach der Internationalen Raumstation (ISS) zum neuen Außenposten der Menschheit. Neben den Europäern sind auch die Russen mit dabei. Was bedeutet das für das ambitionierte Projekt? Der frühere deutsche Astronaut Thomas Reiter erklärt es.

          Topmeldungen

          Monokulturen und der Einsatz von Agrarchemikalien stehen im Verdacht als Auslöser des Insektenschwunds.

          75 Prozent weniger Insekten : „Wir befinden uns mitten in einem Albtraum“

          Das Insektensterben lässt sich nicht mehr abstreiten. Der oft kritisierte Krefelder Entomologen-Verein hat jetzt in einer Langzeitstudie gezeigt: Die Populationen sind seit der Wende um drei Viertel geschrumpft. Welchen Anteil hat die Landwirtschaft, welchen das Klima?
          Im Mittelpunkt des Interesses: Der Parteikongress in Peking lähmt sogar den Straßenverkehr.

          Zurück in die Zukunft : China will wieder mehr Staat

          Auf dem Parteikongress ordnet Xi Jinping seine Prioritäten neu. Mehr Planwirtschaft und Kontrolle sollen China zu neuer Größe führen. Welche Folgen könnte das haben?
          Andrea Nahles und Thomas Oppermann, kurz nachdem sie zu seiner Nachfolgerin gewählt wurde. Oppermann schielt jetzt auf das Amt des Bundestags-Vizepräsidenten – nur ist er da nicht der einzige.

          Neuer Bundestag : Das Postengeschiebe hat begonnen

          Die Nominierung des Kandidaten für die Bundestags-Vizepräsidentschaft bereitet der SPD einige Schwierigkeiten. Währenddessen hält die FDP für den Posten ihrer Partei eine Überraschung bereit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.