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Europa will zum Jupiter Das nächste große Ding

Der Weltraum wird mit milliardenschweren Megaprojekten erforscht. Das SKA-Teleskop, über dessen Standort gerade befunden wird, gehört dazu. Auch Europa hat sein neues Großprojekt. Nicht jeder ist glücklich mit der Wahl.

© Esa Der Jupiter und seine vier Monde sind das Ziel die nächsten großen Mission der Europäischen Weltraumagentur Esa

Die europäische Raumfahrt hat ihr nächstes großes Ziel gewählt: den Planeten Jupiter und dessen vier  Galileischen Monde. In zehn Jahren, so sehen es die Pläne der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa vor, wird die Raumsonde „Juice“ (ein Akronym für Jupiter Icy Moons Explorer) zum im Mittel 800 Millionen Kilometer von der Sonne entfernten Riesenplaneten aufbrechen und, wenn sie diesen im Jahr 2030 erreicht hat, drei Jahre lang die vier Trabanten Io,Ganymed, Europa und Kallisto erkunden. Die Jupitermonde sind für die Esa deshalb so interessant, weil man von ihnen Hinweise auf die Entstehung unseres Sonnensystems erwartet. Denn die Jupitermonde bilden ein eigenes kleines Planetensystem. Zudem vermutet man unter den  dicken Eiskrusten  von Ganymed, Europa und Kallisto  gewaltige Ozeane aus flüssigem Wasser, die möglicherweise Leben beherbergen, wie man es in der irdische Tiefsee beobachtet. Die Jupitermission, die sich einer Förderung von 870 Millionen Euro erfreuen darf, hat sich gegenüber zwei nicht weniger ambitionierten Projekten durchgesetzt, dem weltraumgestützten Gravitationswellendetektor NGO und dem Röntgenobservatorium Athena. Beide Projekte haben es zwar ebenfalls bis in die Endrunde des Auswahlverfahrens um die erste große Wissenschaftsmission L1 des „Cosmic Vision“-Programms der Esa für das kommende Jahrzehnt geschafft. Anders als ihre Kollegen von Juice stehen sie aber nun mit leeren Händen da.

Manfred Lindinger Folgen:

Zahlungskräftige Mitglieder

“Uns ist die Entscheidung wahrlich nicht leichtgefallen. Jedes eingereichte Projekt ist von exzellenter wissenschaftlicher Qualität und hat die Kriterien der Esa erfüllt“, sagt Fabio Favata, Leiter des Koordinationsbüros für Wissenschaft der Esa mit Sitz im niederländischen Noordwi jk. „Dennoch mussten wir eine Entscheidung treffen“. Denn nur für eine Mission ist Geld vorhanden, und alle 19 Esa-Mitgliedstaaten sind aufgefordert, einen beträchtlichen finanziellen Beitrag zu liefern, ein wesentliches Merkmal der langfristig angelegten Großprojekte der Esa.

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Dem Votum für Juice war ein monatelanges Tauziehen vorausgegangen, in dessen Verlauf sich - trotz aller Bemühungen um Geheimhaltung - schon die wichtigsten Organe der Esa festgelegt hatten. So war es am Ende keine große Überraschung mehr, als das „Science Programme Committee“ (SPC), das höchste Entscheidungsgremium der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa, sich Anfang Mai für Juice als nächste große L-Mission entschied. Der eher politisch ausgerichtete Ausschuss, der vor allem die Interessen der Mitgliedsländer vertritt, orientierte sich an den Urteilen der beiden höchsten Wissenschaftsgremien der Esa, des „Space Science Advisory Committee“ (SSAC), und des Esa-Direktors für „Wissenschaft und robotische Exploration“, Álvaro Giménez Cañete. Beide Instanzen hatten im Vorfeld der Mission zum Jupiter den Vorzug gegeben (siehe die Berichte der Gremien).

Raumsonde Juice: Natur und Wissenschaft,  Großmissionen, Raumfahrt, Esa, Jupiter © Esa Vergrößern Die Raumsonde Juice ist das nächste Großprojekt der Esa. Sie soll zum Jupiter fliegen

Auf Nummer sicher

Welche Kriterien jedoch letztlich den Ausschlag gegeben haben, dass sich die Esa für die Jupitermission entschieden hat, darüber lässt sich nur spekulieren. Von der Esa selbst waren keine konkrete Informationen zu erhalten. Schlagende Argumente dürften die geringeren Kosten von Juice sowie das kleinere Risiko des Scheiterns gewesen sein. Auch wenn eine Reise zu den Jupitermonden keinesfalls eine leichte Aufgabe sein wird, so hat man sich letztlich doch für die sicherste Mission mit der konventionellsten Technik entschieden.

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