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50 Jahre Eso : Leben im All? Europa ist dran

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Morgenstimmung am Cerro Paranal in Chile. Die vier Observatorien des Very Large Telescope vor dem untergehenden Mond. Bild: G.Gillet/Eso

Seit nunmehr fünfzig Jahren observiert die Europäische Südsternwarte Eso das Weltall. Ihre leistungsfähigen Teleskope wie das VLT in Chile haben immer Details von Sternen, Galaxien und fremden Planeten zutage gefördert und auf vielen Bildern festgehalten. Die Aufnahmen mit ihrer einzigartigen Ästhetik haben auch unsere Vorstellung vom Universum geprägt.

          Vor fünfzig Jahren war das Universum noch „überschaubar“. Die moderne Astronomie steckte schließlich noch in den Kinderschuhen. Anfang der sechziger Jahre wurden die Diskussionen der Himmelsforscher von neu entdeckten rätselhaften Quasaren beherrscht - Strahlungsquellen, die eine auffällige Radiostrahlung aussandten, aber selbst mit dem damals größten Teleskop, dem 1948 auf dem kalifornischen Mount Palomar in Dienst gestellten Fünf-Meter-Spiegel, punktförmig wie ein Stern erschienen. Zu jener Zeit war die Erkenntnis, dass es neben unserer Milchstraße mit ihren ungezählten Sternen noch zahllose andere, eigenständige Galaxien gibt, gerade einmal ein halbes Jahrhundert alt, und die Entdeckung Edwin Hubbles, dass diese Galaxien sich alle voneinander entfernen und daher ein expandierendes Universum bevölkern, Ende der zwanziger Jahre lag auch noch nicht so lange zurück. Hubble hatte Galaxien bis in eine Entfernung von etwa drei Milliarden Lichtjahren untersucht. Zur Vermessung weiter entfernter Systeme reichte die Empfindlichkeit der ihm zur Verfügung stehenden Instrumente und Apparaturen nicht aus.

          Rätselhafte Radioquellen

          Im Jahr 1962 hätten europäische Astronomen keine Chance gehabt, das Geheimnis der Quasare zu lüften oder auch nur einen nennenswerten Beitrag zu ihrer Entschleierung zu leisten. Zwar hatte die moderne Astronomie in Europa ihren Anfang genommen. Himmelsbeobachter diesseits des Atlantiks trieben bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert die Entwicklung dieses Forschungszweiges voran und lieferten alle wesentlichen Beiträge zum damaligen Verständnis der Welt, in der wir leben. Aber die Erschließung des amerikanischen Südwestens mit seinen (astro)klimatisch deutlich besseren Gegebenheiten für Himmelsbeobachtungen und die Spendenbereitschaft einiger erfolgreicher und wohlhabender Geschäftsleute hatten in Kalifornien Observatorien entstehen lassen, die - ausgestattet mit Teleskopen zuvor ungeahnter Ausmaße - rasch zu neuen Zentren astronomischer Forschung heranwuchsen.

          Europa greift zum Sternenhimmel

          In dieser - schließlich auch noch durch den Zweiten Weltkrieg zusätzlich geschwächten - Forschungslandschaft entwickelte der niederländische Astronom Jan Hendrik Oort zusammen mit dem in den dreißiger Jahren nach Amerika ausgewanderten deutschen Forscherkollegen Walter Baade 1953 erste Ideen für eine europäische Forschungseinrichtung, die den Astronomen der „Alten Welt“ einen leistungs- und konkurrenzfähigen Zugang zum Sternhimmel über der Südhalbkugel der Erde ermöglichten sollte. Am Südhimmel - von Europa und den Vereinigten Staaten aus weitgehend unerreichbar - liegt das Zentrum der Milchstraße, befinden sich die beiden Magellanschen Wolken als kleine Nachbargalaxien unseres Systems, und dort vermuteten die Astronomen noch weitgehend unentdeckte Himmelsschätze.

          Das Zentrum der Milchstraße.

          Das Cern als Vorbild

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