http://www.faz.net/-gwz-795wo

Defektes Weltraumteleskop : Verliert die Nasa ihren Planetenjäger?

Weltraumteleskop Kepler als Illustration Bild: Nasa

Das Weltraumteleskop „Kepler“ ist offenkundig funktionsuntüchtig. Der Grund sei ein defekter Kreisel, wodurch es nicht mehr ausgerichtet werden kann, teilte die Nasa mit.

          Das im März 2009 gestartete Weltraumobservatorium „Kepler“ der Nasa gilt unter Planetenjägern als großer Erfolg, hat es doch inzwischen mehr als 130 extrasolare Planeten und rund 3000 Kandidaten aufgespürt. Ursprünglich sollte Kepler seine Suche noch bis 2016 nach fernen Welten fortsetzen. Doch nun droht dem 600 Millionen Dollar teuren Prestigeprojekt der amerikanischen Weltraumbehörde das vorzeitige Aus. Der Grund seien ernsthafte technische Schwierigkeiten, wodurch das Observatorium derzeit funktionsuntüchtig ist, teilte die Nasa in der Nacht zum Donnerstag mit.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Konkret funktioniere ein weiterer  der insgesamt vier Kreisel nicht mehr, die das Teleskop in Position hielten. Da bereits im vergangenen Jahr ein Kreisel ausgefallen ist, könne Kepler nicht mehr ausgerichtet werden und somit vorerst seine Suche nach Exoplaneten nicht mehr fortsetzen,  sagte der Wissenschaftsdirektor der Nasa, John Grunsfeld. Das Observatorium sei deshalb in einen „Sicherheitsmodus“ gefahren worden.
            
          Hoffnungsschimmer Sonnensegel

          Die Mission könnte nun vorzeitig zu Ende gehen. Allerdings seien die Sonnensegel des Teleskops so ausgerichtet worden, dass es seine Batterien wieder aufladen und die Kommunikation mit der Bodenstation auf der Erde fortführen könne. „Leider ist es nicht möglich Astronauten zu Kepler zu schicken,  die eine Reparatur ausführen könnten“, sagte Grunsfeld. Das Weltraumteleskop ist derzeit 64 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Die Ingenieure suchten  fieberhaft  nach Möglichkeiten,  den Kreisel zu reparieren und das Teleskop  wieder funktionstüchtig zu bekommen.

          Verräterische Schwankungen

          Kepler sucht mit Hilfe des sogenannten Transitverfahrens  nach extrasolaren Planeten und visiert dazu ständig mehr  als 150 000 Sterne im Sternbild Leier an, deren Helligkeit die Detektoren des Teleskops vermessen. Wandert aus  Keplers Perspektive betrachtet  ein Exoplanet  direkt vor seiner Sonne entlang, verdunkelt er seinen Zentralstern ein wenig. Dieser charakteristische  Helligkeitsabfall wird von  Kepler registriert. Die Stärke der kurzzeitigen Verdunkelung gestattet auch Rückschlüsse auf die Größe des Planeten.

          Weitere Themen

          Im All angekommen Video-Seite öffnen

          Roter Tesla als Frachtversuch : Im All angekommen

          Der rote Tesla Roadster von Unternehmer und Milliardär Elon Musk ist im Weltraum angekommen. Von SpaceX veröffentlichte Bilder zeigen den Wagen vor dem Hintergrund des blauen Planeten.

          Erfinder von Billy und Co gestorben Video-Seite öffnen

          Trauer im Ikea-Gründer : Erfinder von Billy und Co gestorben

          Er gründete das weltweit größte Einrichtungshaus und war einer der reichsten Menschen des Planeten: Ikea-Gründer Ingvar Kamprad ist im Alter von 91 Jahren aus dem Leben getreten. Die Revolution der Möbelwelt begann vor knapp 70 Jahren mit einer Vision in einem schwedischen Dorf.

          Topmeldungen

          Russland und der Westen : Es bleibt frostig

          Der Winter kommt nicht, er ist längst da. Trumps Sicherheitsberater McMaster und Russlands Außenminister Lawrow schenken sich auf der Sicherheitskonferenz in München nichts.
          Nur den QR-Code scannen: Anders als die Deutschen zahlen die Chinesen gern mit dem Smartphone.

          Bezahlsystem : Chinas Antwort auf Paypal

          Hunderte Millionen Chinesen zahlen mit der Smartphone-App Alipay. Ginge sein Betreiber Ant Financial – zu Deutsch: Finanzameise – an die Börse, wäre er so viel wert wie Goldman Sachs.
          Der Fotograf Patrick Demarchelier bei einer Fashion-Show im Herbst 2012.

          Belästigungsskandal : Models erheben schwere Missbrauchsvorwürfe

          Neue Missbrauchsvorwürfe in der Modebranche: Mehr als 50 Frauen beschuldigen mindestens 25 Männer der Modewelt, sie sexuell belästigt oder missbraucht zu haben. Sie sprechen damit ein Jahrzehnte altes Problem der Branche an.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.