Den ersten klaren Blick auf die Oberfläche des Saturnmondes Titan hat die Radaranlage an Bord der amerikanischen Raumsonde Cassini während des Vorbeiflugs aus etwa 1200 Kilometern Distanz geliefert.
Für die Radarstrahlen stellt die Atmosphäre des Trabanten kein Hindernis dar. Gleichwohl haben die Wissenschaftler zunächst noch Schwierigkeiten, sich die Oberfläche vorzustellen. Sicher ist nur, daß die dunklen Partien auf den Bildern ein außerordentlich ebenes Gelände - vielleicht Methanseen oder ebene Eisflächen - darstellen, während die helleren Partien einer etwas rauheren Landschaft entsprechen. Ein über 400 Kilometer Länge gemessenes Höhenprofil zeigt nur Variationen von maximal 150 Metern.
Vielgestaltig und geologisch jung
Die Astronomen der Nasa halten die Titan-Oberfläche nach ersten Untersuchungen insgesamt für äußerst vielgestaltig und geologisch jung. Ob es sich bei den auffallend glatten Flächen um die vermuteten Seen aus flüssigen Kohlenwasserstoffen handelt, müssen weitere Analysen zeigen. Auch wurde bei dem ersten Vorbeiflug erst ein Prozent der Oberfläche kartiert.
Im Januar soll die von Cassini mitgeführte europäische Sonde Huygens auf dem Titan landen. Die Esa analysiert daher die aktuellen, von Cassini zur Erde gesandten Bilder ganz genau.
