04.05.2005 · Der Saturnmond Enceladus ist offenbar immer wieder für Überraschungen gut. Jetzt hat die Raumsonde Cassini in seinem direkten Umfeld unerwartet "Staubpartikeln" entdeckt.
Von Yvonne PiochDer Saturnmond Enceladus ist offenbar immer wieder für Überraschungen gut. Jetzt hat die Raumsonde Cassini in seinem direkten Umfeld unerwartet „Staubpartikeln“ entdeckt. Die Teilchen verweisen auf die Existenz einer Staubwolke, die den Mond umgibt. Sie könnten allerdings auch von Saturns äußerstem Ring, dem sogenannten E-Ring, stammen. Wissenschaftler am Enrico Fermi-Institut der University of Chicago bereiten nun weitere Messungen vor, mit denen die Quelle des Staubes ausfindig gemacht werden soll.
Messungen mit dem Magnetometer an Bord von Cassini hatten bereits darauf hingedeutet, daß der Mond über eine Atmosphäre aus ionisiertem Wasserdampf verfügt. Bislang ist unklar, woher sich diese Atmosphäre speist, ob aus Eis-Vulkanen oder Geysiren. Das hohe Reflexionsvermögen des Mondes käme dann durch frisch abgelagerte Eispartikeln zustande. Nach Meinung der Wissenschaftler könnte es eine Verbindung zum E-Ring des Saturns geben, der ebenfalls überwiegend aus Eispartikeln besteht. Es ist denkbar, daß von Enceladus stammende Teilchen den E-Ring speisen. Die nun gefundenen Partikeln könnten das bestätigen. Weitere Messungen sollen erschließen, ob sie tatsächlich aus Staub oder vielleicht doch eher aus Eis bestehen.
Teilchen so klein wie ein Haar
In diesem Jahr ist Cassini schon zweimal am Enceladus vorbeigeflogen, so am 17. Februar in einer Distanz von knapp 1200 Kilometern. An jenem Tag zeichnete das Meßgerät für kosmischen Staub Tausende von Teilchen innerhalb von 38 Minuten auf. Bei dem zweiten Vorbeiflug, am 9. März, haben die an der Saturnmission beteiligten Wissenschaftler ähnliches festgestellt, wie Thanasis Economou, einer der führenden Forscher am Enrico-Fermi-Institut, berichtet hat. Dabei hätten die größten Partikeln gerade einmal den Durchmesser von einem Menschenhaar gehabt. Nun ist geplant, für den nächsten Vorbeiflug, der am 14. Juli stattfinden soll, die Distanz zu Enceladus von tausend auf etwa 175 Kilometer zu verringern. Ein weiterer Flug ist für den 12. März 2008 angesetzt.