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Samstag, 11. Februar 2012
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Bilder der Raumsonde Rosetta besucht den rätselhaften Asteroiden

11.07.2010 ·  Besteht Lutetia aus Metall oder präsolarer Urmaterie? Die ersten Bilder, die die Raumsonde Rosetta im Vorbeiflug von dem rätselhaften Asteroiden gemacht hat, könnten Aufschluss über die Entstehung unseres Sonnensystems geben.

Von Ulf von Rauchhaupt
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„Wie im Bilderbuch“. So beurteilte David Southwood, der wissenschaftliche Direktor der Europäischen Raumfahrtorganisation Esa das Manöver, das Rosetta, die vielleicht bisher ambitionierteste Raumsonde seiner Organisation, am Samstagabend durchführte. Tatsächlich klappte alles wie am Schnürchen, als Rosetta gegen 18:10 Uhr in 450 Millionen Kilometern Entfernung den Asteroiden Lutetia passierte. Vier Stunden später prangten dann erste Bilder auf den Bildschirmen im Kontrollraum des ESA Space Operation Center in Darmstadt.

Das etwa 100 Kilometer große Trumm im Asteroidengürtel zwischen den Bahnen des Mars und des Jupiters gibt den Forschern schon länger Rätsel auf. So könnte es sich einerseits um einen Metallklumpen handeln, der einmal zum Kern eines größeren Himmelskörpers gehörte, oder aber um ein Stück Material aus der Frühphase des Sonnensystems, das nie komplett aufgeschmolzen war. „Wir hoffen ein wenig auf letzteres“ sagte die Esa-Projektwissenschaftlerin Rita Schulz am Abend in Darmstadt. Denn solche ursprünglichen Asteroiden sind Zeugen der Entstehung unseres Planetensystems.

Woraus besteht Lutetia?

Doch um diese oder andere Fragen beantworten zu können, müssen sich die Forscher in den nächsten Wochen durch den Datenberg wühlen, den Rosettas Instrumente nun aufgezeichnet hat: Infrarot-Spektren etwa, die Aufschluss über die Zusammensetzung der Oberfläche geben, oder Radardaten, aus denen sich letztlich die Masse des Brockens ableiten lässt, um damit die Frage zu beantworten, ob er nun aus Metall oder präsolarer Urmaterie ist.

Doch die überragende Qualität der Bilder zeigt bereits jetzt, dass der Vorbeiflug ein voller Erfolg war. Bis etwa 3000 Kilometer näherte sich die Sonde dem Asteroiden. Dabei machte die Kamera „Osiris“, die maßgeblich am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau entwickelt wurde, noch Details von 60 Metern Größe aus, etwa Streifen, wie sie auch auf Bildern des Marsmondes Phobos zu sehen sind, oder Materialansammlungen an den Wänden eines großen Kraters, die vielleicht durch Hangrutsche angehäuft wurden.

Ihr Ziel wird sie erst 2014 erreichen

„Die Rosetta-Mission wird uns zurückbringen zu den Anfängen unseres Sonnensystems“, sagte ESA-Direktor David Southwood während der größten Annäherung zwischen Sonde und Asteroid kurz nach 18.00 Uhr. „Es geht darum zu verstehen, warum wir Menschen hier sind.“

Derweil reist Raumsonde Rosetta, die bereits seit über sechs Jahre unterwegs ist, weiter zu ihrem eigentlichen Ziel, dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko, in dessen Umlaufbahn sie im Jahr 2014 einschwenken und einen kleinen Landeroboter namens Philae absetzen soll - beides Manöver, die noch von keiner anderen Raumsonde durchgeführt wurden.

Zehn Jahre soll Rosetta unterwegs sein - ein langer Flug. Zweimal kehrte Rosetta bisher in die Nähe der Erde zurück, um sich in ihrem Gravitationsfeld Schwung zu holen, einmal tat sie das gleiche am Planeten Mars und vor zwei Jahren konnte sie einen kleinen Asteroiden aus der Nähe ablichten.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
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