21.02.2007 · Bisher nahm man, Neutronensterne könnten sich nicht schneller als 760 pro Sekunde um die eigene Achse drehen. Jetzt wurde ein Neutronenstern entdeckt, der anscheinend 1122 mal pro Sekunde rotiert, ohne auseinanderzubrechen.
In der Strahlung eines Neutronensterns sind bei Ausbrüchen im Röntgenbereich Oszillationen aufgespürt worden, die darauf hindeuten, dass sich das Objekt 1122 Mal pro Sekunde um seine Achse dreht. Bislang hatten die Astronomen angenommen, mehr als 760 Umdrehungen pro Sekunde seien nicht möglich, weil der Himmelskörper sonst auseinandergerissen würde. Die anderen schnell rotierenden Neutronensterne, die sogenannten Millisekunden-Pulsare, bringen es nur auf 270 bis 619 Umdrehungen pro Sekunde.
Die Extrapolation auf den Grenzwert beruht zum Teil auf statistischen Überlegungen. Die inneren Zustände von Neutronensternen kennt man nicht so gut, dass man daraus ableiten könnte, wann diese Objekte ihre Stabilität verlieren. Der durch sein Verhalten aufgefallene Neutronenstern, XTE J1739-285, wurde im Oktober 1999 von dem amerikanischen Satelliten RXTE („Rossi X-Ray Timing Explorer“) entdeckt. Die Oszillationen sind zunächst mit dem europäischen Weltraumobservatorium Integral und dann mit dem unverzüglich wieder auf das Objekt gerichteten RTXE beobachtet worden.