Im Sternbild Skorpion, rund 8000 Lichtjahre von der Erde entfernt, liegt eine der aktivsten Sternentstehungsgebiete der Milchstraße, der Emissionsnebel NGC 6357. In dieser Region bilden sich im Inneren chaotischer Gas und Staubwolken zahlreiche neue Sterne. Die äußeren Bereiche von NGC 6357, der im englischen Sprachraum auch als „War and Peace Nebula“ (Krieg-und-Frieden-Nebel) bekannt ist, sind jetzt mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte Eso in Chile genauer inspiziert worden. Dabei sind die bislang schärfsten Aufnahmen dieser Himmelsregion entstanden, die eine ungewöhnliche Vielfalt an Strukturen offenbart.
Säulenförmige Strukturen im Nebel
So ziehen sich breite dunkle Schwaden kosmischen Staubs durch die hier abgebildeten Bereiche des Nebels und absorbieren zum größten Teil das Licht der dahinterliegenden Sterne. Die hellen blau-weiß leuchtenden Sterne in der Bildmitte und im rechten Teil strahlen vor allem im ultravioletten Spektralbereich. Sie dürften nur wenige Millionen Jahre alt sein und sind somit nach kosmischen Maßstäben noch recht jung. Die Strahlung der Sterne hat auffällige säulenartige Strukturen in den Gas und Staubwolken entstehen lassen, die den bekannten „Säulen der Schöpfung“ im Adlernebel recht ähnlich sehen.
Staub so fein wie Rauch
Der kosmische Staub ist viel feiner als sein irdisches Pendant. Er besteht überwiegend aus Silikaten, Graphit und Wassereis. Diese Bestandteile wurden von Sternen vorangehender Generationen erzeugt und ins Weltall geschleudert. Jetzt dienen sie als Nahrung für neue Sterne. Der „Krieg-und-Frieden-Nebel“ wurde 1837 von John Herschel entdeckt. Der Sohn des berühmten Astronomen Wilhelm Herschel beobachtete allerdings nur den hellen Zentralbereich des Nebels. Die äußeren Bereiche und damit die wahre Ausdehnung der Sternenkrippe wurden erst viel später erfasst.
