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Astronomie Nasa rettet Hubble-Weltraumteleskop

31.10.2006 ·  Erleichterung in der astronomischen Fachwelt: Die Nasa will das Hubble-Weltraumteleskop wahrscheinlich weitere sieben Jahre am Leben erhalten. Damit das Teleskop neue Bilder liefern kann, bedarf es allerdings noch einiger Wartungsarbeit.

Von Hermann-Michael Hahn
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Die Einsatzbereitschaft des Hubble-Weltraumteleskops wird noch einmal verlängert - bis möglicherweise 2013. Dies gab Nasa-Direktor Michael Griffin am Dienstag in Washington bekannt. Dazu sollen voraussichtlich 2008 noch einmal Astronauten zu einer Wartungsmission starten, um defekte Geräte auszutauschen und verbesserte Instrumente zu installieren. Damit scheint sichergestellt, daß das Hubble-Weltraumteleskop auch noch im Internationalen Jahr der Astronomie arbeiten wird, das die Internationale Astronomische Union für 2009 ausgerufen hat, um an die ersten Himmelsbeobachtungen vor 400 Jahren mit dem damals neu erfundenen Fernrohr zu erinnern.

Mit diesem Beschluß hat die Nasa eine frühere Entscheidung revidiert, aus Sicherheitsgründen auf eine ursprünglich geplante weitere Wartungsmission zu verzichten. Nach dem Columbia-Absturz im Februar 2003 hatte man eigentlich die verbleibenden Shuttle-Flüge nur noch zum weiteren Aufbau der Internationalen Raumstation nutzen wollen; damit sollte sichergestellt sein, daß die Astronauten im Falle einer neuerlichen Beschädigung des Raumtransporters während der Startphase so lange in der Station bleiben könnten, bis sich die Möglichkeit ergibt, sie mit einer Rettungsmission sicher zur Erde zurückzubringen. Da das Hubble-Weltraumteleskop auf einer ganz anderen Bahn um die Erde kreist als die Raumstation, besteht diese Möglichkeit zur „Flucht in den sicheren Hafen“ bei einer Wartungsmission nicht.

Erleichterung in der Fachwelt

Von der astronomischen Fachwelt wurde die jetzige Entscheidung mit Erleichterung zur Kenntnis genommen, da das Weltraumteleskop seit seiner ersten Reparatur Ende 1993 die Wissenschaft mit einer Vielzahl von Entdeckungen und Beobachtungen befruchtet und vorangetrieben hat. Ohne diese neuerliche Wartungs- und Reparaturmission wäre das Gerät bereits in wenigen Jahren unbrauchbar geworden, so daß man bis zur Inbetriebnahme des geplanten Nachfolgeinstrumentes eine mehrere Jahre währende „Auszeit“ hätte hinnehmen müssen; dessen Start ist frühestens 2013 zu erwarten.

Nasa rettet Hubble-Weltraumteleskop

Das Teleskop, das oberhalb der störenden Erdatmosphäre Bilder von weit entfernten Himmelsobjekten mit einer am Erdboden unerreichbaren Schärfe und Klarheit gewinnen kann, hat schon jetzt Wissenschaftsgeschichte geschrieben, angefangen von der Beobachtung der in den Jupiter stürzenden Trümmer des Kometen Shoemaker-Levy 9 im Sommer 1994 über Messungen zur Expansion des Universums bis hin zur Entdeckung junger Galaxien im frühen Kosmos. Es gibt wohl kaum ein astronomisches Forschungsgebiet, das nicht vom Hubble-Weltraumteleskop profitiert hätte, und in der Öffentlichkeit hat die Erforschung des Kosmos nicht zuletzt aufgrund der auch ästhetisch meist höchst ansprechenden Bilder zahlreicher Himmelsobjekte einen neuen Stellenwert gefunden.

Bei der jetzt von der Nasa beschlossenen letzten Wartungsmission sollen unter anderem zwei neue Instrumente eingebaut werden, die dank neuer Technologien wesentlich leistungsfähiger als die bisherigen Geräte sind: ein Spektrograph und eine Weitwinkelkamera - das dritte Modell in der 16jährigen Geschichte des Teleskops. Darüber hinaus sollen sechs Batterien und ebenso viele Kreisel zur Lageregelung sowie der Sensor zur Nachführkontrolle ersetzt werden.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung
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